Stand:

Es ist abend, und es regnet wie in einem Film Noir aus den Fünfzigern,
und ich komme mir vor wie eine Figur darin,
die grade alles verloren hat und allein da steht,
nur noch mit dem Trenchcoat und Gesicht,
schaut in die Richtung, in der es weitergeht,
aber die Richtung ist noch unbekannt.
Schwülheiße Sommernächte bringen mich höchstens zum Lachen.
Ich warte auf ein Taxi, das Warten macht Laune, und ich hoffe,
dass das Taxi erst kommt,
wenn ich von dieser angenehmen Situation die Schnauze voll habe.
Der Film läuft, eine Dame kommt aus dem Dunkel,
hält an und bittet mich um Feuer.
Ich will Zeit schinden, mich vorstellen, also tu ich so,
als ob ich nicht wüsste, in welcher Tasche ich die Streichhölzer grade habe.
Sie geht weiter und verschwindet in einer Tür.
Ein Club, paar Leute drin, Gitarrenmusik aus den Sechzigern.
Der Film läuft, grade war da die Dame aus dem Dunkel,
die mich um Feuer gebeten hat. Ich genieße den Regen und mein nasses Haar.
Ich komme mir etwas bescheuert vor, aber ich gehe ihr nach.
Der Club ist leer,
ich stehe bei der Türe, und sie ist die einzige Tänzerin im Lokal.
Pardon Madame, wie heißen sie?

Autor
SWR3

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