Stand:

Der Chip in ihrem Kopf ist auf Crash programmiert.
Heute würde keiner in die Schule wollen,
sie würde schon dafür sorgen.
Der Schulhof ist leer. Keiner da.
Sie will jetzt spielen, mit ihren eigenen Spielsachen.
Und bald ist die Schule aus, und dann werden wir merken,
dass man heute lernt, wie schwer es sich stirbt.
Und dann werden die Sirenen heulen,
und dann kommen die Herren von der Polizei
und werden sich um alle Probleme und Wie’s und Warum’s kümmern.

Dann kommt die Nachricht über den Ticker.
Fein säuberlich, ohne Rechtschreibfehler an die ganze Welt.
Mutter ist geschockt, Vater ist erschüttert.
Und sie denken an ihr süßes kleines Mädchen.
Süße sechzehn, schick, klug.
Niederlagen gibt man nicht so gerne zu.
Daddy hat’s nie kapiert. Mama auch nicht. Niemand hat’s kapiert.
Für sie war sie immer das goldgute Mädchen.
Sie haben sie nie kapiert, und den Grund auch nicht.
Wobei sie den nicht kapieren konnten, weil es keinen gab.
Weil es dafür auch keinen braucht.

„Weil ich keine Montage mag.
Weil ich einfach mal am helllichten Tag rumschießen wollte.“

Autor
SWR3