Stand:

Du hast mir zwar versprochen,
rechtzeitig zu sagen, wenn es zu Ende geht - wann das große Jetzt ist.
Doch, sag’s mir lieber nicht, wenn du zur Tür hinaus gehst.
Bring mich im Dunklen um.

Lass mich einfach in der Nacht verschwinden.
Die Erinnerung besorgt dann schon den Rest!

Wie ein Schwarm schwarzer Fledermäuse rasen Gedankenfetzen auf mich zu,
stürzen sich von den Türmen der Stadt wie Dolche auf mich.
Lüg mir nichts mehr vor!
Die Erinnerungen an dich sind verblasst.

Unser gemeinsames Leben war nicht die Rechnung wert,
nicht einmal das zerknüllte Papier, auf dem der Betrag stand!

Tagsüber die Jagd nach dem Geld für die Nächte,
kalt wie Chrom und Glas, aus denen sie gemacht waren!
Nächte in einem Strom aus parfümierten Leibern,
der mich auf die Straße ausspie - zu den Mädchen,
die nur da sind, wenn die Geschäfte gut laufen.

Wie im Feuer haben wir diese Nächte durchtanzt,
und dabei unsere Geschäfte gemacht, mit denen, die
die Tage leichengleich schlafend verbracht haben!
Bis die ersten Strahlen eines dunstnassen Morgen uns aus
diesen unsagbar schlechten Clubs an’s Licht scheuchten.
In eine Luft, die noch feucht war vom Geruch unserer Liebe.

Damals, in den Siebzigern, haben wir die Zeit gründlich totgeschlagen.

Also: Sag mir nicht, wenn du gehst.
Schließ mich einfach in der Dunkelheit ein.
Mit der Zeit wird dann nichts von mir geblieben sein!
Nichts, das man wieder freilassen könnte.

Bringt mir den König der Disko.
Tot oder lebendig!

Autor
SWR3