Stand:

Ich hab’ mal einen Löwen dazu gebracht, ganz laut zu brüllen, wie er in der Sonne geschlafen hat, im alten Zoo, auf dem Boden. Das war in dem Park, in dem mein Papi auch schon gespielt hat. Der heißt „Villa Borghese’ und liegt auf dem Weg nach Ostafrika.
Auf den Komoren hab ich gelebt, bis ich vier geworden bin. Da hab ich schwimmen gelernt und fischen und tauchen bis auf den Meeresgrund. Und wenn der Wind durch die Bäume geblasen hat, dann hat sich das angehört wie Lachen. So als ob der Wind sagen wollte: Hier ist ein Kind, das seinen Weg gehen will. Das war alles in Ostafrika.

Und dann war auf einmal alles ganz anders. Meine Freunde, die Delphine und die Löwen waren ganz weit weg, als dieses furchtbare Geräusch kam. So ein Schatten und ein Donnern und mitten drin dieses Monster: Adrenoleukodystrophie.

Und die, die immer alles wissen, die haben gesagt, dass ich jetzt nicht mehr stehen könnte und dass ich keine Kraft mehr habe. Da hab ich meine Mami und meinen Papi bei der Hand genommen und hab gesagt:„Jetzt muss ich ein Held sein. Weil ich sonst nie wieder nach Ostafrika kann.“

Dieser Text beruht auf der wahren Lebensgeschichte des Lorenzo Odone. Lorenzo litt an dieser Krankheit Adrenoleukodystrophie, die ausbrach, als Lorenzo vier Jahre alt war. Innerhalb eines Jahres war er blind, taub, stumm, musste künstlich ernährt werden und wurde von schweren Krämpfen gequält, die seinen Körper auszehrten. Seine Eltern hatten sich mit der angeblich unheilbaren Krankheit auseinandergesetzt und fanden ein Öl, das die Krankheit zum Stillstand brachte. George Miller hat diese Geschichte 1992 mit Nick Nolte und Susan Sarandon unter dem Titel ’Lorenzos Öl’ verfilmt. Der Text zu dem Song von Phil Collins wurde von Lorenzos Mutter, Michaela Odone geschrieben. Song auf der aktuellen CD von Phil Collins „Dance into the light“




Autor
SWR3