Stand:

Ich sitze hier in New Amsterdam und
muss dauernd diese Blonde da angucken.
Mr. Jones baggert an der schwarzhaarigen Flamencotänzerin rum.
Sie tanzt, sein Vater spielt Gitarre.
Auf einmal ist sie schön.
Ich wär auch gern schön.
Wir wären alle gern schön.
Los Maria, tanz!
Tanz mehr von diesem spanischen Zeugs!
Tanz diese verdammte Stille weg, bis es Tag ist.
Mr. Jones, gib mir die Flasche.
Und glaube an mich.
Hilf mir, an irgendwas zu glauben.
Ich will glauben!

Mr. Jones und ich, wir erzählen uns Märchen.
„Sie guckt Dich an. Nein, doch eher mich.“
Und er lächelt, lächelt in neon und in stereo.
Klar, wenn dich jeder liebt, dann bist du nie allein.

Ich male jetzt ein Selbstportrait, und zwar von mir.
In blau, rot, schwarz, grau.
Alle diese Farben sind ziemlich bedeutungsvoll.
Grau mag ich am liebsten.
Ich habe mich gestern so ...symbolisch gefühlt.
Wenn ich Picasso kennen würde,
dann würde ich mir eine graue Gitarre kaufen und spielen.

Mr. Jones und ich gucken in die Zukunft.
Gucken die Frauen an.
„Jetzt hat sie Dich wieder angesehen.
Obwohl, glaub ich doch nicht, sie hat mich gesehen.“
Ich hab mir jetzt die graue Gitarre geholt.
Wenn mich jeder liebt, dann bin ich nicht mehr allein.

Ich wäre gern ein Löwe.
Irgendwie will ja jeder was Katzenhaftes haben.
Wir wollen alle Stars sein,
aber jeder aus ’nem anderen Grund.

Also glaubt gefälligst an mich,
damit ich auch an was glauben kann.

Mr. Jones und ich latschen durch die Straßen,
wieder hinter den schönen Frauen her.
„Die, die ist genau richtig für Dich.
Irgendwo wird’s ja auch irgendeine für mich geben.“
Ich möchte Bob Dylan sein.
Mr. Jones und ich sitzen vor der Glotze...
Wenn ich vor der Glotze sitze,
dann möchte ich mich selber sehen,
wie ich mich anglotze.

Wir wollen alle große Stars sein,
aber wir wissen nicht wie,
und wir wissen auch nicht warum.
Aber Mr. Jones und ich, wir werden Stars sein.

Autor
SWR3