Stand:

Juan ist an irgendeinem Tag losgezogen. Einmal quer durch Mexiko. Nach Norden. Richtung Amerika. Richtung Grenze. Richtung besseres Leben, Würde, Hoffnung. Eigentlich wollte er heiraten. Maria. Sie war schwanger von ihm. Sie schwanger, er arm. Kein Geld, keine Arbeit. Nur die Entschlossenheit, wegzugehen und dann zurückzukehren. Ein Zuhause zu haben. Deswegen ging er fort. Kam an die Grenze. Kam an seine Grenze. Ging zum Boss der Coyotes, der Schleuser und erzählte ihm seine Geschichte. Dass er nach Chicago wolle. Oder San Diego. Was er dafür tun müsste, was er zahlen müsste dafür. Zurückgekehrt ist er nie. Vermisst, irgendwo im Niemandsland. Getötet auf der Flucht, in der Wüste verschwunden. Armer Juan. Bei dem Coyoten hat man ein Foto von Maria gefunden. Die Juan heiraten wollte, zu der er zurückkehren wollte, mit der er eine Familie haben wollte. Das hatte er versprochen. Aber er war betrogen worden. Der Coyote hatte ihn im Nichts verrecken lassen, mit drei Kugeln im Kopf. Maria hat nach Juan gesucht. Gefunden hat sie ihn bis heute nicht.

Autor
SWR3