Stand:

Jetzt ist die Zeit,
in denen man uns die Hand aufhält
und es sind nicht die letzten...
Schau dich mal um.
Da sind entweder Bettler oder diejenigen,
die die Wahl haben.

Das ist das Jahr des Hungernden,
der eigentlich in die Vergangenheit gehört.
Und jeder tut so, als ob er von nichts weiß
oder sucht nach rechtmäßigen Entschuldigungen.

Die Reichen erklären sich selbst für arm
und die meisten von uns sind sich nicht sicher,
ob wir zu viel haben.
Aber wir gehen das Risiko ein,
weil Gott aufgehört hat, die Punktezahl anzuschreiben.
Wahrscheinlich hat er uns unterwegs
alle zum Spielen raus gelassen
Hat sich umgedreht und alle Kinder Gottes
schlichen sich zur Hintertür raus.

Lieben ist nicht so einfach,
denn es gibt so viel, was man hassen kann.
Aber wir hoffen weiter, auch wenn
es keine nennenswerte Hoffnung gibt.
Der Himmel über uns ist zerrissen,
sagt – es ist viel, viel zu spät...
Vielleicht sollten wir alle beten – für mehr Zeit.

Das sind die Tage der leeren Hände.
Du hältst fest, soviel du kannst.
Nur zweimal im Jahr ziehst du dir das
Wohltätermäntelchen an.

Das ist das Jahr, in dem wir uns Schuld aufladen.
Dein Fernseher bezieht Stellung
und du wirst hier das finden, was du immer weit weg glaubtest.

Vielleicht sollten wir alle beten – für mehr Zeit.

Autor
SWR3