Stand:

Ich hab keine Angst mehr.
Du kannst mir auch nichts mehr um die Ohren hauen,
was ich nicht schon von dir gehört hätte.
Ich suche nur nach dem richtigen Weg und den richtigen Worten.
Nach der richtigen Melodie, damit ich mir das selber vorsingen kann,
wenn du so willst.
Ich hab dich nie für dumm gehalten. Aber Liebling, schau dich bitte mal an.
Du musst jetzt aufrecht bleiben, du musst jetzt deine ureigenste Last tragen.
Und deine Tränen helfen dir dabei gar nichts.

Hab jetzt bitte nicht die Angst, dass ich dich oder unsere Liebe vergessen hätte,
die Farbe, die du in mein Leben gebracht hast. Kann ich gar nicht.
Aber die Nächte, die du mit deinem Feuer hell gemacht hast, haben dir nichts gelassen.
Dein Licht macht mein Leben immer noch hell,
ich sehe immer noch, nach wie vor durch deine Augen, höre mit deinen Ohren.
Aber du machst dir jetzt so komplett blödsinnige Gedanken und Pläne.
Ich war auch bewusstlos, in einem Halbschlaf-Dämmerzustand.
Da kommt einem das Wasser schön warm vor, und irgendwann kommst du dann drauf, wie tief es ist. Für mich war das kein Springen, für mich ist das ein Fallen. Und die Strecke zum absoluten Nullpunkt ist sehr, sehr lang.
Ich weiß, dass es unglaublich schwer ist für dich,
und ich sehe deutlichst, dass du von dem, was du eigentlich überhaupt nicht brauchen kannst im Moment nicht genug kriegen kannst.
Mein Gott...
Reiß dich zusammen.
Du bist in einem Moment gefangen, und aus dem kannst du nicht raus.
Sag jetzt nicht, dass die Zeit es zeigen wird oder das später alles besser sein wird,
weil du jetzt in diesem Moment steckst.
Aber:
Wenn dir die Zeit ausläuft, wenn die Tage nichts bringen und die Nächte noch weniger,
selbst wenn wir auf diesem Weg scheitern sollten:
Es ist ein Moment. Ein Moment geht vorbei.
Aber du musst ihn packen. Du kannst das.

Autor
SWR3

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