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Die Brit Awards sind so etwas wie die coole kleine Schwester der Grammys und der wichtigste Musikpreis in Großbritannien. In einer ausverkauften Arena in London mit Publikum ohne Abstand oder Masken wurden die Brits vergeben. Auch viele SWR3-New-Pop-Künstlerinnen und Künstler waren dabei.

Was für ein Start! Ed Sheeran eröffnete die 42. Brit Awards mit seinem Song Bad Habits – in einer Metal-Version zusammen mit der Band Bring Me The Horizon inkusive Feuerwerk und vielen Tänzerinnen und Tänzern. Auf seinem Album = (Equals) überraschte der Singer-Songwriter schon mit mehr elektronischen Sounds als zuvor, aber so haben wir den Briten noch nie gehört.

Hier die anderen Live-Auftritte von den Brit Awards anschauen

Alle Gewinnerinnen und Gewinner der Brit Awards 2022

Es war der Abend von „Queen Adele“, wie sie bei den Brits immer wieder genannt wurde. Sie legte einen tollen Auftritt hin und nahm gleich drei Preise mit nach Hause. Auch ansonsten gewannen große Stars wie Ed Sheeran oder Dua Lipa, genauso aber auch britische Künstlerinnen und Künstler, die bei uns (noch) nicht so bekannt sind.

Album des Jahres: Adele – 30

Obwohl es erst im November veröffentlicht wurde, war es in Großbritannien mit 600.000 Exemplaren das bestverkaufte Album 2021: 30 von Adele. Einen von drei Preisen bekam die Britin am Abend in dieser Kategorie – es ist ihr insgesamt zwölfter Brit Award. In ihrer Dankesrede widmete sie den Preis ihrem Sohn und ihrem Ex-Mann Simon: „Diese Album dreht sich um unsere gemeinsame Reise, nicht nur um meine.“ Sehr offen singt Adele in ihren neuen Songs über die Scheidung und ihre persönlichen Probleme der letzten Zeit, worauf sie sehr stolz sei. Für das Album des Jahres, so etwas wie die Köningsdiziplin bei den Brits, waren dieses Jahr unter anderem noch die beiden ehemaligen New-Pop-Künstler Ed Sheeran mit = oder Sam Fender mit Seventeen Going Under nominiert.

Künstlerin oder Künstler des Jahres: Adele

Zum ersten Mal bei den Brit Awards waren die Kategorien nicht mehr in weibliche Künstlerinnen und männliche Künstler aufgeteilt, sondern es wurden Männer und Frauen gemeinsam in den einzelnen – jetzt geschlechtsneutralen – Kategorien nominiert. Moderator Mo Gilligan scherzte noch, jetzt hätten die Männer schlechtere Chancen, da sie gegen Adele antreten müssten. Und genau so kam es auch. Die Sängerin wurde als britische Künstlerin des Jahres ausgezeichnet und setzte sich gegen Ed Sheeran oder Sam Fender durch. Bei ihrer Dankesrede sagte Adele: „Ich verstehe, warum der Name dieser Kategorie gerändert wurde, aber ich liebe es wirklich eine Frau und eine Künstlerin zu sein.

Internationale Gruppe des Jahres: Silk Sonic

Sie waren so etwas wie das Traumpaar vieler Musikfans von Funk, Soul und R&B: Bruno Mars und Rapper und Schlagzeuger Anderson Paak haben 2021 ein Retro-Album im Stil der 70er Jahre veröffentlicht und mit Auftritten bei verschiedenen Award-Shows begeistert. Silk Sonic gewannen den Preis als internationale Band des Jahres gegen die Rückkehrer ABBA, die K-Pop Band BTS oder die ESC-Gewinner Måneskin.

Internationale Künstlerin oder Künstler des Jahres: Billie Eilish

Superstar Billie Eilish wurde bei den Brits zur internationalen Künstlerin des Jahres ernannt – genau wie im letzten Jahr. Per Videonachricht bedankte sie sich bei ihren Fans in Großbritannien. Auch Olivia Rodrigo, Taylor Swift oder Lil Nas X waren in dieser Kategorie nominiert.

Beste neue Künstlerin oder Künstler: Little Simz

Die britische Rapperin und Sängerin Little Simz gewann den Brit Awards als bester neuer britischer Artist. Auch New-Pop-Star Griff oder die Soul-Sängerin Joy Crookes hatten die Chance auf einen Preis in der Newcomer-Kategorie der Brit Awards.

Song des Jahres: Adele – Easy On Me

Preis Nummer drei des Abends für Adele: diesmal für ihre Piano-Ballade Easy On Me, ihr Comeback-Song, die erste Single ihres Albums 30. Eine ganze Reihe von Hits aus dem Jahr 2021 waren nominiert: Sheeran mit Bad Habits, Elton John & New-Pop-Künstlerin Dua Lipa mit Cold Heart, Glass Animals mit Heat Waves, Nathan Evans mit Wellerman oder New-Pop-Sänger Tom Grennan mit Little Bit Of Love.

Internationaler Song des Jahres: Olivia Rodrigo – Good 4 U

2021 war ihr Jahr. Die Newcomerin Olivia Rodrigo hat ihr Debütalbum Sour veröffentlicht und gleich zwei Welthits gelandet: die Ballade Drivers License und Good 4 You, ein Pop-Punk-Song, für den sie ausgezeichnet wurde. Letztes Jahr trat sie bei den Brits auf – es war ihr erster größerer Auftritt überhaupt. Jetzt gewann sie gegen Billie Eilish – Happier Tan Ever, Kid Laroi & Justin Bieber – Stay, Måneskin – I Wanna Be Your Slave oder The Weeknd – Save Your Tears.

Songwriter des Jahres: Ed Sheeran

Ed Sheeran gewann am Abend einen Preis in der neuen Kategorie Songwriter des Jahres. Er dankte seiner Frau Cherry für ihre Unterstützung. Sie sei einfach die Beste und komme auch mit ihm, wenn er in den abgelegensten Aufnahmestudios arbeite.

Beste Gruppe des Jahres: Wolf Alice

Die Londoner Alterntive-Rock-Band Wolf Alice bekam den Preis als beste britische Band des Jahres. Auch Coldplay oder die ehemalige New-Pop-Band London Grammar waren in dieser Kategorie unter den Nominierten.

Bester Pop/R&B Act: Dua Lipa

Die neue Queen Of Pop hatte auch 2021 ein sehr erfolgreiches Jahr, unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit Elton John. Wegen eines Konzerts in Miami konnte sie nicht vor Ort sein und bedankte sich per Videonachricht. Auch Ed Sheeran oder Adele waren nominiert, genau wie Griff und Joy Crookes.

Beste Rock/Alternative Künstler: Sam Fender

Er ist der absolute Liebling der Briten: Sam Fender. So wurde er bei den Brits als bester Rock-Act ausgezeichnet. Er bedankte sich bei seinen Fans und bei seinen Manager: „Danke, dass du vor 10 Jahren in diese Bar gekommen bist und an das hier geglaubt hast.“ Fender konnte sich gegen Coldplay, Glass Animals und Tom Grennan durchsetzen.

Bester Dance Act: Becky Hill

Die britische Sängerin mit ihrem Dance-Sound gewann einen Brit Award. In dieser Kategorie waren unter anderem noch Calvin Harris oder Joel Corry nominiert.

Bester Hip-Hop Act: Dave

In Großbritannien ist er ein absoluter Superstar: Dave. Der britische Rapper wurde als bester Hip-Hop Act ausgezeichnet und setzte sich in dieser Kategorie unter anderem gegen Rapperin Little Simz durch.

Liveauftritte bei den Brit Awards 2022

Besonders gespannt erwartet wurde der Auftritt von Adele. Zuletzt musste die Sängerin ihre Konzertreihe in Las Vegas verschieben, weil die Show nicht rechtzeitig fertig wurde. Ihren Auftritt bei den Brit Awards bestätigte Adele dann aber per Instagram: „Ich bin so glücklich euch zu sagen, dass ich nächste Woche bei den Brit Awards auftreten werde.“ In einem goldenen Kleid saß die dreifache Award-Gewinnerin auf dem Flügel und sang ihren Song I Drink Wine.

Auch Publikums-Liebling und bester Rock-Künstler 2021 Sam Fender spielte den Titellsong seines Albums Seventeen Going Under live in der Arena in London.

Mit seinem neuen Song Everything’s Electric, geschrieben mit Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl, trat Oasis-Sänger Liam Gallagher bei der Preisverleihung auf.

Außerdem standen die die Rising-Star-Gewinnerin Holly Humberstone und die ehemalige New-Pop-Künstlerin Anne-Marie auf der Bühne. Bei ihrem Auftritt gab es eine kleine Panne: Sie stürzte auf einer Treppe, konnte nach einem kurzen Schreckmoment aber cool weitersingen.

Holly Humberstone gewinnt Rising Star Award

Bereits vorab vergeben wird bei den Brit Awards jedes Jahr seit 2008 der Rising Star Award, ein Sonderpreis für Künstlerinnen oder Künstler, die kurz vor dem Durchbruch stehen und die nächsten britischen Musikstars werden könnten.

Die Liste der prominenten Namen, die am Anfang ihrer Karriere als Rising Star ausgezeichnet wurden, ist lang und tatsächlich sind alle Gewinnerinnen und Gewinner heute erfolgreich: Adele, Florence + The Machine, Ellie Goulding, Jessi J, Emeli Sandé, Tom Odell, Sam Smith, James Bay, Jack Garratt, Rag’n’Bone Man, Jorja Smith, Sam Fender, Celeste und Griff. Die diesjährige Gewinnerin ist Holly Humberstone mit ihrem düsteren Popsound. Sie hat bisher zwei EPs veröffentlicht und Konzerte vor Lewis Capaldi gespielt.

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