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Benedikt Wiehle (Foto: SWR3 Das Magazin)

Biopics, also Filme, in denen das Leben großer Popstars in fiktionaler Form erzählt wird, sind gerade ein großes Ding. Nach Freddy Mercury von Queen, Elton John und Udo Lindenberg ist als nächste Madonna – die Queen of Pop – an der Reihe. Und sie wird dabei nichts dem Zufall überlassen.

Madonna lässt niemanden an ihr Leben ran

Die 62 Jahre alte amerikanische Popsängerin will bei ihrem Biopic selbst Regie führen, heißt es vom Filmstudio Universal. Und auch beim Drehbuch wird Madonna mitschreiben. Professionelle Unterstützung bekommt sie von der Autorin und Oscar-Preisträgerin Diablo Cody, bekannt unter anderem durch ihren Film Juno. Offen sind noch der Titel des Biopics und wer die Rolle der Madonna spielen wird.

Ich möchte meinen unglaublichen Lebensweg als Künstlerin, Musikerin, Tänzerin – und als Mensch nachzeichnen.

Madonna

Madonnas Leben eine Achterbahnfahrt

In den Mittelpunkt des Films möchte Madonna ihre Musik stellen, denn die Kunst sei die treibende Kraft in ihrem Leben gewesen. Warum sie selbst so intensiv am Film beteiligt sein will? Niemand könne besser viele inspirierende und teilweise bisher unbekannte Geschichten aus ihrem Leben erzählen als sie selbst.

Are you ready for the story of my life....................✍️ Am I? #livetotell #diablocody #screenplay

Queen, Elton John – so beeinflussen Popstars ihre Biopics

Auch bei den ausgezeichneten Filmen über das Leben von Elton John in Rocketman und das Leben von Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody nahmen die Künstler selbst Einfluss. Dort wirkten sie als Co-Produzenten oder Berater mit. Madonna geht jetzt als Regisseurin noch einen Schritt weiter. Beim Biopic über ihren Bandkollegen Freddie Mercury achteten die Queen-Mitglieder Roger Taylor und Brian May darauf, dass der Film nicht zu schlüpfrig wird. Weniger Nacktheit und Exzess – Bohemian Rhapsody sollte ein positives Denkmal des Sängers werden.

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Genau umgedreht war es bei Elton Johns Rocketman. Elton John wollte mehr Drogen und Sex im Film – auch wenn die Altersfreigabe für sein Biopic damit angehoben werden musste. Aber so sei sein Leben nun einmal wirklich gewesen.

The only way to tell his story is to live his fantasy. ✨ @Taron.Egerton is @EltonJohn in #Rocketman, in theatres May 31. Tap the link in bio to watch the new trailer now!

Inwiefern Madonnas – oft sehr öffentlich zelebriertes – (Liebes)leben in ihrem Biopic gezeigt wird, kann sie als Regisseurin und Drehbuchautorin jetzt selbst bestimmen.

Madonnas Erfolgsgeschichte

Madonna hat seit Anfang der 80er Jahre 335 Millionen Platten verkauft und zählt zu den größten Stars der Popmusik. Sie hatte Welthits wie Like A Prayer, Material Girl und Like A Virgin. Bekannt ist Madonna auch für ihre vielen Imagewechsel – vom Badgirl bis zum Cowgirl. Neben der Musik hat sie auch schon Erfahrungen im Film. In den 80er Jahren spielte sie die Rolle der Susan in der Komödie Susan … verzweifelt gesucht, in den 90er Jahre gewann sie sogar einen Golden Globe für ihre Hauptrolle im Musical-Film Evita. 2011 führte Madonna Regie beim Drama W.E., ein Film über den britischen König Edward VIII.

30.07.2020: Madonna verbreitet Fake-News – Instagram löscht Post

Madonna verbreitet Fake-News – Instagram hat einen Beitrag des Popstars gelöscht. Die Sängerin hatte irreführende Informationen über ein angebliches Corona-Heilmittel verbreitet. Ein von Madonna geteiltes Video, das unter anderem auch von US-Präsident Donald Trump weiterverbreitet wurde, sei entfernt worden, weil es „falsche Behauptungen über Heilungs- und Präventionsmethoden für Covid-19 aufgestellt hat“, sagte eine Sprecherin des Onlinedienstes Facebook, zu dem Instagram gehört.

Auch Trump Tweets gelöscht

In dem von Madonna gepostete Video preist die umstrittene texanische Ärztin Stella Immanuel das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin als Wundermittel gegen Coronaviren an. In ihrem Beitrag behauptete Madonna außerdem gegenüber ihren 15,4 Millionen Anhängern, es sei seit Monaten ein bewährter Corona-Impfstoff verfügbar. Dieser werde jedoch geheim gehalten, „damit die Reichen reicher und die Armen und Kranken kränker werden“.

Erst am Dienstag hatte das Onlinenetzwerk Twitter mehrere Beiträge von Trump mit dem Immanuel-Video gelöscht, weil diese „gegen unsere Politik zu Falschinformationen zu Covid-19“ verstießen.

Immanuel wirbt für vermeintliches Corona-Mittel und wettert gegen Masken

Immanuel sagt in dem Video unter anderem: „Niemand muss krank werden. Dieses Virus hat ein Heilmittel – es heißt Hydroxychloroquin.“ Es gibt jedoch keinen Beleg für eine Wirksamkeit des Malaria-Mittels gegen die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19. Immanuel wettert in dem Video zudem gegen das Tragen von Schutzmasken im Kampf gegen die Pandemie und andere Corona-Auflagen.

Recherchen zu früheren Aussagen Immanuels offenbaren eine lange Liste bizarrer und unwissenschaftlicher Überzeugungen. Unter anderem macht sie Sex mit bösen Geistern für gynäkologische Probleme verantwortlich und glaubt, dass die US-Regierung von „Reptilien“ geführt wird. Desweiteren glaubt sie, dass die Ehe zwischen Homosexuellen dazu führt, dass Erwachsene Kinder heiraten.

Überblick SWR3-Faktenchecks Fake News & Verschwörungstheorien in der Corona-Krise

Fake News verbreiten sich dieser Tage schneller als das Virus. Panikmache, falsche Fakten und Verschwörungstheorien verunsichern bei Whatsapp & Co. Hier findest du Faktenchecks – und wir zeigen, wie du die Fakes erkennen kannst.  mehr...

07.06.2019: Madonna fühlt sich durch Zeitungs-Porträt „vergewaltigt“

In der New York Times ist ein Artikel über Madonna erschienen. Gut findet die Sängerin das, was über sie geschrieben wird, allerdings nicht. In den sozialen Netzwerken schreibt sie, sie fühle sich „vergewaltigt“.

Das ist eine drastische Wortwahl: US-Sängerin Madonna wehrt sich gegen einen Artikel über sich, der in der New York Times erschienen ist. „Zu sagen, ich wäre enttäuscht, wäre eine Untertreibung“, schrieb sie am Donnerstag bei Instagram. Und weiter: „Ich fühle mich vergewaltigt. Und ja, ich darf diese Analogie verwenden, weil ich mit 19 vergewaltigt wurde.“

Madonna: Die Sängerin fühlt sich durch Zeitungs-Porträt vergewaltigt (Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa)
Sängerin Madonna beschwert sich über ein Zeitungsporträt. picture alliance/Jan Woitas/dpa

Madonna ist „wie ein Kaktus mit Stacheln“

Eine Journalistin hat nach eigener Aussage vor einiger Zeit Madonna in deren Zuhause in London besucht. In ihrem ausführlichen Artikel „Madonna at Sixty“ (auf deutsch: „Madonna im Alter von 60“) schrieb die Autorin, die Sängerin habe sich nicht öffnen wollen und sei „wie ein Kaktus mit Stacheln“ gewesen.

„Ich hatte nicht das Gefühl, genug von ihren wirklichen Gedanken über ihr wirkliches Leben zu erfahren.“ Zudem deutete die Journalistin ihrem Text an, dass Madonna mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten als Popstar habe.

Madonna: Wäre nicht passiert, wenn ich ein Mann wäre

Madonna schrieb in ihrem Instagram-Post, die Journalistin habe Monate mit ihr verbracht und Zugang zu einer Welt gehabt, „die viele Menschen nicht zu sehen bekommen“. Sie bereue nun, „auch nur fünf Minuten mit ihr verbracht zu haben“. Die Sängerin kritisierte weiter, die Autorin habe ihre Aufmerksamkeit auf „belanglose und oberflächliche Dinge gerichtet“. Sie bemängelte zudem die „endlosen Äußerungen über mein Alter, das niemals erwähnt worden wäre, wenn ich ein Mann gewesen wäre“.

Für sie zeige das Porträt, dass die „ehrwürdige NYT“ zu den Gründervätern des Patriarchats gehöre, schrieb die Sängerin. „Und ich sage: Tod dem Patriarchat, das tief in der Struktur unserer Gesellschaft verankert ist.“

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Benedikt Wiehle (Foto: SWR3 Das Magazin)

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