Er war einer der besten Drummer im Rock. Taylor Hawkins ist mit 50 Jahren überraschend gestorben – die Musikwelt trauert. Jetzt haben die Foo Fighters alle anstehenden Konzerte abgesagt.

In einem zweiten Online-Statement nach Hawkins' Tod schreibt die Band:

Mit großer Trauer bestätigen Foo Fighters angesichts des erschütternden Verlustes unseres Bruders Taylor Hawkins die Absage aller anstehenden Tourdaten. Wir bedauern das und teilen die Enttäuschung, dass wir uns nicht wie geplant sehen werden. Lasst uns stattdessen diese Zeit nutzen, um zu trauern, zu heilen, unseren Lieben nah zu sein und all die Musik und Erinnerungen zu schätzen, die wir zusammen gemacht haben.

Damit finden über 50 Konzerte – und auch die für den Sommer geplante Deutschland-Show in Berlin – nicht statt. Unklar ist bisher, was mit dem Auftritt der Band bei den Grammys am 3. April passiert. Die Foo Fighters sind in drei Kategorien nominiert und wollten live in der Show spielen.

Wie ist die Zukunft der Foo Fighters?

Die Fans beschäftigt nun natürlich die Frage: Wie geht es nach dem Tod von Drummer Taylor Hawkins mit der Band weiter? Kann es die Foo Fighters ohne Taylor Hawkins am Schlagzeug weiter geben?

Foo Fighters Best-Of-Album wieder in den Charts

Um sich an Taylor Hawkins zu erinnern, haben Fans in den vergangenen Tagen viel Musik der Foo Fighters gehört. So viel, dass das 2009 erschienene Best-Of-Album in durch Streaming und Verkäufe wieder in die US- und UK-Charts eingestiegen ist – in Großbritannien sogar bis auf Platz vier.

Obduktion: Drogen im Körper gefunden

In Hawkins Körper seien zehn verschiedene Substanzen festgestellt worden, heißt es nach einer ersten gerichtsmedizinischen Untersuchung. Darunter waren THC (Marihuana), trizyklische Antidepressiva, Benzodiazepine und Opioide. Das Nationale Forensische Institut in Bogota setze seine medizinischen Untersuchungen fort, um die Umstände zu klären, die zum Tod des Künstlers geführt haben, hieß es. Die Generalstaatsanwaltschaft will weiter ermitteln.

Bogota: Hawkins tot in Hotel aufgefunden

Der Schlagzeuger der Foo Fighters war am Freitag (25. März) tot in einem Hotel in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota aufgefunden worden. Zuvor soll Hawkins noch über Schmerzen in der Brust geklagt haben, heißt es in ersten Berichten. Daraufhin sei ein Krankenwagen gerufen worden. Als dieser ankam, war Hawkins aber schon gestorben.

Mit den Gefahren von Drogenmissbrauch hatte Taylor Hawkins schon seine Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2001 wäre er beinahe an einer Überdosis Heroin gestorben. Er lag mehrere Wochen im Koma. Für Bandkollege und Freund Dave Grohl eine sehr schwierige Zeit, die ihn fast dazu brachte, mit der Musik aufzuhören.

Foo Fighters sind tief traurig über Tod von Taylor Hawkins

Auf Instagram schrieben die Foo Fighters in der Nacht zu Samstag, dass die Band erschüttert vom tragischen und vorzeitigen Verlust des „geliebten“ Taylor Hawkins sei.

Die Band sprach seiner Frau, seinen Kindern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus und bat darum, ihre Privatsphäre in dieser „unglaublich schweren Zeit“ zu respektieren.

Sein musikalischer Geist und sein ansteckendes Lachen werden für immer mit uns allen weiterleben.

Welttournee der Foo Fighters stand an

Die Band wollte eigentlich am Freitagabend beim Musikfestival Estereo Pìcnic in Bogota spielen. In den nächsten Wochen hätte ihre Welttournee die Band durch die USA, Europa und Großbritannien geführt, am Sonntag wären die Foo Fighters in Brasilien aufgetreten

Bei dem Rockfestival in Bogota kam es zu einer Schweigeminute, auf der Bühne wurden Kerzen angezündet und Foo-Fighters-Songs abgespielt, bei denen das Publikum mitsang.

El main stage de FEP en estos momentos. https://t.co/uoxTK8ymj1

Fans pilgerten zum Hotel der Band, zündeten auch dort Kerzen an und legten Blumen nieder.

Fans der Foo Fighters legen vor dem Hotel, in dem Taylor Hawkins gestorben ist, Blumen und Kerzen nieder (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Picture Alliance

Letzter Auftritt von Taylor Hawkins in voller Länge

Am 20. März spielte Hawkins sein letztes Konzert mit den Foo Fighters. Es war eine Show beim Lollapalooza Festival in Argentinien. Dave Grohl sagte auf der Bühne: „Wisst ihr, was das Beste an Taylor Hawkins ist? Er ist der verdammt beste Schlageuger der ganzen Welt, wir lieben ihn so sehr!“ Es folgte eine Umarmung der beiden und Dave Grohl überließ Taylor Hawkins sein Mikro für einen Cover-Song von Queen.

Hawkins war seit 1997 bei den Foo Fighters – und Dave Grohls bester Freund

Frontman Dave Grohl bezeichnete Taylor Hawkins einem Interview – die die beiden meistens gemeinsam gaben – letztes Jahr als „unglaublichen Schlagzeuger“. Als er Hawkins zum ersten Mal persönlich begegnet sei, habe er sofort gedacht:

Wow: Du bist entweder mein Zwilling, mein Seelentier oder mein bester Freund.

Die Foo Fighters gelten als eine der weltweit einflussreichsten Rockbands. Hawkins war als Schlagzeuger an einigen der größten Hits der amerikanischen Band beteiligt, darunter Learn to Fly und Best of You. Zuvor saß er für die kanadische Sängerin Alanis Morissette an den Drums – und spielte mit ihr im Jahr 1995 beim SWR3 New Pop Festival. Sie sagte über ihn im Interview:

Er hat die Laudatio gehalten, als ich den Billboard Icon Award bekommen habe. Wir schreiben uns die ganze Zeit. Ich liebe ihn. Er ist wie ein Familienmitglied.

Foo Fighters-Frontman Dave Grohl – früher selbst Schlagzeuger bei der legendären Grunge-Band Nirvana – hatte ihn dann abgeworben. Nun verliert Dave Grohl nach Nirvana-Sänger Kurt Cobain mit Taylor Hawkins einen zweiten Bandkollegen und besten Freund.

Die Musikwelt trauert um Taylor Hawkins

Metallica posteten bei Instagram ein gemeinsames Foto mit Taylor Hawkins und Dave Grohl.

Drummer-Kollege Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers teilte als Zeichen der Trauer eine schwarze Kachel und kommentierte: „Ich liebe dich Taylor Hawkins

Sam Fender widmete sein Konzert in Glasgow Taylor Hawkins. Mit Tape wurde dessen Vorname auf das Fell der Bass-Drum geschrieben.

Glasgow tonight. This one’s for Taylor ❤️ https://t.co/OZhNfx5nqP

Sting teilte ein Foto von Taylor Hawkins bei Instagram und schrieb: „Er war so ein toller Geist und talentierter Musiker.

Biffy Clyro twitterten: „Ruhe in Frienden Taylor Hawkins

Rest In Peace Taylor Hawkins 💔

Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger hat auf Twitter geschrieben, er sei „unendlich traurig“ über den Todesfall. „Meine Gedanken sind bei seiner Familie und der Band“.

So incredibly sad to hear of the passing of Taylor Hawkins. My thoughts are with his family and the band at this time. https://t.co/wueydCu5gw

Ein sei ein großer Verlust für Musikwelt, schrieben die Scorpions zu einem Bild von Taylor Hawkins am Schlagzeug. Mit dem Schriftzug „Charlie R.I.P.“ gedachte Hawkins bei diesem Konzert dem Tod von Schlagzeuger-Kollege und Rolling Stone Charlie Watts.

Guns N'Roses-Frontman Axl Rose schrieb auf Twitter, dass Hawkins ein „wirklich toller Typ, Schlagzeuger und Familienmensch“ gewesen sei.

Shocked n’ saddened to hear of the passing of Taylor Hawkins.He was a really great guy, drummer n’ family man. Was always great to see him!Was looking forward to seeing him n’ everyone in Daytona.Truly saddened. My deepest condolences to his family, the Foo Fighters n’their fans.

Roses'-Bandkollege, der Gitarrist Slash, twittert, er sei „am Boden zerstört durch den Verlust unseres Freundes Taylor Hawkins“ und er habe keine Worte, um all die Gefühle auszudrücken, die er wegen seines Todes habe.

Devastated by the loss of our friend #TaylorHawkins I've no words to express all the feelings I have about his passing. But my heart goes out to his family. & his band & friends. RIP Taylor ❤️ https://t.co/pkQLK5rLVF

John Mayer habe nach einem Konzert vom Tod des Musiker-Kollegen erfahren. Er schreibt bei Instagram: „Ein brillanter Musiker, Freund und eine Inspiration für Millionen von Menschen – viele von ihnen begannen wegen ihm mit dem Schlagzeugspielen.“

Die Band Nickelback schrieb auf Twitter, sie sei „vollkommen ungläubig angesichts der Nachrichten über Taylor Hawkins“.

In utter disbelief at the news of Taylor Hawkins. Our deepest condolences to his family, his bandmates, his team, his friends and everyone that was ever touched by the music he created with @foofighters @Alanis and so many others. This is so incredibly sad. https://t.co/2AUeqpaN94

Auch Lenny Kravitz verabschiedete seinen „Rock-and-Roll-Bruder“. Taylor habe von Herzen gespielt, mit Kraft und Freunde.

Rockmusiker Ozzy Osbourne würdigte den Schlagzeuger als „großartigen Menschen und unglaublichen Musiker“ und schrieb: „Wir sehen uns auf der anderen Seite.

Der Gitarrist der Rockband Rage Against The Machine, Tom Morello, erinnerte an die „nicht aufzuhaltende Rock-Power“, die von Hawkins ausgegangen sei.

God bless you Taylor Hawkins. I loved your spirit and your unstoppable rock power. Rest In Peace my friend. https://t.co/AkiRLF2L3e

Highlight bei Foo Fighters-Konzerten: Taylor Hawkins singt Queen

Fester Bestandteil eines Live-Konzerts der Band sind seit Jahren Cover-Versionen von Queen-Songs – Taylor Hawkins war großer Fan. Dabei wechseln Dave Grohl und Taylor Hawkins die Rollen: Grohl setzt sich ans Schlagzeug und Hawkins wird am Mikrofon zum Frontman, zum Beispiel bei Under Pressure.

SWR3-Musik-Podcast: Die größten Hits und ihre Geschichte

Foo Fighters – Everlong

Everlong ist das, was man im Popbusiness einen Grower nennt. 20 Jahre nach Veröffentlichung im August 1997 bekamen die Foo Fighters für die Single eine Platin-Auszeichnung in den USA für mehr als eine Million verkaufter Exemplare. Angefangen hatte alles mit einer Akustik-Version in einer Radio-Show, erzählt SWR3-Musikredakteur Matthias Kugler.

Everlong – Foo Fighters (Foto: RCA-Sony Music Screenshot Musikvideo)

Die größten Hits und ihre Geschichte Everlong – Foo Fighters

Dauer

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