Heute gelten Dexy's Midnight Runners gemeinhin als One-Hit-Wonder. Sie hatten aber weitaus mehr zu bieten. Gegründet wird die Band 1978 von zwei ehemaligen Mitgliedern der Punkband The Killjoys, Kevin 'Al' Archer und dem irischstämmigen Kevin Rowland, auf den die Irish Folk-Einflüsse in der Musik der Gruppe zurückgehen.

Den Namen leitet man kurzerhand von dem Amphetamin Dexedrin ab, das in dieser Zeit einen Boom erlebt.

Komplettiert wird die Kapelle von Big Jim Paterson (Trombone), Geoff Blythe (Tenorsaxophon), Steve Spooner (Altsaxophon), Mick Talbot (Keyboard), Pete Williams (Bass) und Andy Growcott (Schlagzeug). Die erste Single "Dance Stance", eine Kritik an Diskriminierung von Iren, bleibt jedoch weitgehend unbeachtet. Doch schon das zweite Werk, "Geno", ein Tribut an den Soulsänger Geno Washington, stürmt 1980 in den UK-Charts auf die Spitzenposition.

Das Debütalbum "Searching For The Young Soul Rebels" wird als Rettung des Rock in Zeiten des New Wave angesehen. Doch auf Grund des selbstherrlichen Auftretens von Kevin Rowland bricht die Band auseinander. Bis auf Paterson. Neue Band, neues Glück. Er rekrutiert Geigenspielerin Helen O'Hara von Archers neuer Band Blue Ox Babes. Zu ihrer Unterstützung stoßen noch Steve Brennan und Roger MacDuff, beide ebenfalls Streicher, zur Gruppe. Auf "Too-Rye-Ay" wird diese Umstellung deutlich hörbar: neben dem gewohnt souligen Rock sorgen nun verstärkt irische Einflüsse für den einzigartigen Klang der Truppe. Mit Unterstützung von MTV schafft es die Single "Come On Eileen" nicht nur als zweiter Track der Bandgeschichte an die Spitze der englischen, sondern auch an die der US-amerikanischen Charts.

Doch die Band bricht wieder auseinender. Für das dritte Album "Don't Stand Me Down" bleiben ihm nur Gitarrist Kevin "Billy" Adams und Geigerin Helen O'Hara. Doch das Album floppt regelrecht, Die Band löst sich auf. Doch auch die Solokarriere von Kevin Rowland will nie recht in Schwung kommen, weder das Debüt "The Wanderer" (1988) noch das Jahre später erscheinende "My Beauty" (1996), ein reines Coveralbum, können den Erfolg von "Come On Eileen" wiederholen. Schade eigentlich.