Stand:

Viele denken immer noch automatisch an „Take On Me“, wenn's um a-ha geht. Die Norweger selbst aber haben 20 Jahre danach ein gereifteres musikalisches Selbstverständnis, was sie mit ihrem neuen Album „Analogue“ beweisen.

1985 gab es „Take On Me“ und das dazugehörige Debütalbum „Hunting High And Low“– der internationale Durchbruch von a-ha. Und mit „Take On Me“ ein Song mit dazugehörigem Video, der heute für die Achtziger steht. Sie waren mit einem Schlag das, was sie nach eigenen Angaben doch eigentlich nie sein wollten: Idol einer ganzen Teenie-Generation. Seitdem kämpfen die drei Norweger darum, mit ihrer Musik komplett ernst genommen zu werden. Tatsächlich ist ihnen das mit den letzten beiden Alben nach ihrem Comeback im Jahr 2000 schon sehr gut gelungen. Und mit „Analogue“ gelingt a-ha ein weiterer Schritt der Selbstverwirklichung. Rockig und hymnisch steigen sie mit „Celice“ und „Don´t Do Me Any Favours“ in eine Platte ein, die in der Folgezeit ihre Stärke mehr und mehr aus herbstlichen Harmonien gewinnt. Mit „Coisy Prison“ geben sie eine Kostprobe ihrer wundeschönen Balladen. Songs, die nichts schnelllebiges haben und vor allem in der Gesamtheit des Albums ein mit liebe gemaltes Bild abgeben.


So vielseitig waren a-ha noch nie

a-ha 2005; Foto: SWR3.de

a-ha 2005

SWR3.de

Es sind die leisen Töne in Songs wie „Birthright“ oder „The Fine Blue Line“, die auf der einen Seite an melancholischen Britpop erinnern und dennoch für die a-ha-typische Leichtigkeit stehen. Dann zum Abschluss die mehr als gelungenen „White Dwarf“ und „The Summer Of Your Youth“: so vielseitig hat man a-ha noch nie gehört. „Analogue“ klingt wirklich so, wie man es aus den Worten von Sänger Morten herauslesen kann: „Was ich am Leben interessant finde, sind die immer wechselnden Stimmungen, und dass nichts so bleibt wie es ist, du musst damit spielen und darauf Antworten finden. Und das kann eine sehr interessante Beschäftigung sein.“ Kein Grund also, immer noch ständig die Achtziger zu zitieren, um a-ha zu beschreiben. Die Gegenwart der Band bietet dafür viel zu viel Hörenswertes.


Ins Album reinhören