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Matthias Kugler
Matthias Kugler; Foto: SWR3
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Der 27-jährige Däne ist kein typischer Newcomer. Schon als Teenager stand er auf der Bühne, veröffentlichte mit 20 sein Debüt-Album Colours und schaffte es schon mit diversen Singles bis ganz nach vorne in den Charts seiner Heimat. Spätestens seit seinem Hit Irony ist er aber auch bei uns in Deutschland mehr als nur ein Geheim-Tipp.

Christopher: Hype in Skandinavien und Asien

Sänger Christopher aus Dänemark ist Künstler beim SWR3 New Pop Festival 2019; Foto: Warner Music
Warner Music

In seiner Heimat Dänemark gilt Christopher als kommender Superstar. Aber auch in Asien, vor allem in China und Südkorea, ist das so. Seine Auftritte in chinesischen TV-Shows bescherten den Machern teilweise bis zu 700 Millionen Zuschauer.

Fans übernachten bei 5 Grad vor der Konzerthalle

Einen Eindruck davon, welcher Hype um Christopher in Skandinavien herrscht, bekam man beim Auftakt-Konzert seiner Europa-Tour in Kopenhagen. Vor dem legendären Club „Vega“ standen schon am Nachmittag Hunderte von Teenagern in einer langen Schlange, die bis weit um die Ecke reichte. Diejenigen ganz vorne hatten sogar vor der Halle übernachtet: „Christopher ist einfach unglaublich gut“, antwortete Magnus, einer seiner treuesten Fans, auf die Frage, warum er bei 5 Grad Celsius im Schlafsack vor der Halle übernachtet hatte. „Ich will unbedingt ganz vorne sein beim Konzert. Mir gefällt seine Musik-Mischung, seine Stimme und wie er mit seinen Fans umgeht.“

Früher habe ich mich von der Decke abgeseilt wie Justin Bieber, jetzt gehe ich am Anfang einfach auf die Bühne. Die Musik, meine Songs, meine Band stehen im Mittelpunkt. Ich will, dass die Fans mein Konzert genießen können, dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen, weil sie den Soul auf der Bühne gespürt haben.

Christopher über seine Live-Shows

So klingt Christopher live

Tatsächlich fällt auf, wie wandlungsfähig der blonde Sänger, Gitarrist und Pianist ist. Von Pop über Rock bis zu Soul, R’n’B und Balladen bedienen er und seine Band inklusive zweier Background-Sänger einen breiten Stil-Mix, der in sich stimmig, modern und frisch klingt. Christopher beherrscht sowohl die leisen als auch die lauteren Töne, seine Stimme schafft locker die hohen und die tiefen Register. Er kann tanzen, ist ein blendender Entertainer und baut genau die Verbindung zu seinem Publikum auf, die Magnus vor dem Konzert angekündigt hatte: sympathisch, humorvoll und souverän.

Auf seinem neuen Album Under The Surface gibt uns Christopher sehr persönliche Einblicke in seine täglichen Gedanken und inneren Konflikte. Von dem Sehnen zurück zu einem einfacheren Leben bis hin zu der Erkenntnis, dass die sozialen Medien Gefühle von Einsamkeit nur noch verstärken. Freuen wir uns auf einen New-Pop-Künstler, der es versteht, Tiefe und Leichtigkeit gleichermaßen in seine Songs einfließen zu lassen: live und auf seinen Alben.

Christophers Hit Irony in der SWR3-unplugged-Version

„Die virtuelle Welt macht uns nicht glücklich. Sie ist zu perfekt.“

Im Gespräch mit SWR3 hat Christopher auch erzählt, was er im Song Irony verarbeitet:

Es geht in dem Song um die Probleme, die ich hatte. Vor allem um meine Abhängigkeit von den sozialen Medien, unter der ich viele Jahre gelitten habe. Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, wo das falsche Leben aufhört und das echte beginnt. Die virtuelle Welt macht uns nicht glücklich. Sie ist zu perfekt, zu gestellt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Song und dieser Botschaft auch andere junge Menschen erreiche.

Bei seinem Besuch im SWR3-Studio hat Christopher außer Irony auch noch seine Songs Bad und My Heart gespielt. Hört rein!