Autor
Stefan Scheurer
Stefan Scheurer; Foto: SWR3
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Wenn sich der Anruf beim Rettungsdienst nicht mehr lohnt, kann man’s ja noch bei der Polizei probieren – und in München nimmt man ja jeden Fall an. Kurioses, Spaß, Spannung und viel Bayerisch treffen aufeinander, meint Tatortchecker Stefan Scheurer.

Opfer meldet den eigenen Mord

Es ist mal wieder Nacht im Tatort. In einem Industriegebiet steht ein heruntergekommenes Auto, jemand flieht und ein anderer Jemand ist tot. Vor seinem Tod plauschte er noch mit dem Polizei-Notruf, hat verraten, dass es die Normannen sein werden, wenn er stirbt. Ein Irrer, ganz offensichtlich, bis er dann starb.

Tatort: One Way Ticket Bildergalerie; Foto: BR/Roxy Film GmbH/Marco Nage
BR/Roxy Film GmbH/Marco Nage

Es müssen Profis gewesen sein

Sicher ist: Das Opfer ist vergiftet worden, qualvoll und schmerzhaft lief das nachts ab. Innerhalb von 24 Stunden wird dem Vergifteten zuerst übel. Es folgen Krämpfe und Durchfall und schlechte Laune. Am Ende lähmt das Gift den ganzen Körper. Da man so was nicht in der nächstbesten Drogerie kaufen kann, ist auch dem humorlosesten Kommissar klar, dass es Profis gewesen sein müssen.

Nach und nach kommt raus, dass dunkle Mächte mit drinstecken. Ein Geheimdienst steht besonders in Verdacht, der immer wieder arme Rentner nach Mafia-Manier für ganz unterschiedliche Aufträge anwirbt, so steht’s zumindest in der Akte.

Arme Rentner aus München werden missbraucht

Der Tatort aus München räumt mit dem ein oder anderen dunklen Thema aus der Geheimdienstgeschichte auf. Er ist zwar ein bisschen schräg, aber meistens doch spannend, kein Zuschauer muss sich zu Tode erschrecken oder zu Tode langweilen. Und am Ende wartet sogar ein kleines dramaturgisches Finale, zumindest wenn man bayerisch gut versteht.

Kurzum: Ein Durschnittstatort, der keinem weh tut, außer dem Opfer natürlich.

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Stefan Scheurer
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SWR3