Ein Schüler stirbt beim Suff-Einbruch in ein Beerdigungsinstitut. Was makaber beginnt, wird zu Kommissar Stellbrinks bisher besten Fall.

Der Einstieg ist schon mal ziemlich gut: Drei Schüler – Karim, Enno und Pascal – brechen beim Leichenbestatter ein, wo ihr eben verblichener Sportlehrer liegt – eine ehemalige Radsportlegende, und nicht grade beliebt. Weder bei seinen Schülern, noch bei seinem Stiefsohn Karim, der einer der drei Schüler ist.

Tot beim Leichenbestatter

Das Ende vom Lied: Enno ist eimervoll und schläft seinen Rausch auf einer Leichenbahre aus, die am nächsten Morgen im Kühlraum steht. Der Schüler ist erfroren. Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) und seine beiden Kolleginnen Lisa Marx (Elisabeth Brück) und Mia Emmrich (Sandra Maren Schneider) übernehmen den Fall.

Tatort: Söhne und Väter; Foto: SR / Manuela Meyer

Ein makabrer Schülerstreich endet tödlich. Nachdem Karim, Pascal und Enno ihrem toten Lehrer Dirk Rebmann im Beerdigungsinstitut ein Ringelschwänzchen zwischen die Pobacken geklemmt, um ihm so posthum ihre Verachtung zu zeigen, schläft der total betrunkene Enno auf einer Rollbahre ein…

SR / Manuela Meyer

Bei den Ermittlungen stellt sich raus, dass der tote Lehrer nicht an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben ist, sondern dass da jemand mit Gift nachgeholfen hat – zwei Morde also, vielleicht sogar ein Doppelmord. Es folgt ein richtig guter, ordentlicher, anständiger Krimi. Ohne Moralgeschwafel, ohne erhobene Zeigefinger, ohne Seelenblähungen.

Kommissar Striesow überzeugt endlich: „richtig gut“

Dafür viel saarländischer Lokalkolorit, wenn beispielsweise die reichlich resolute Unternehmerin das Mofa ihres Sohnes eben mal mit dem Jagdgewehr kaltstellt und der Vater meint, dass das nun „unverhäldnismäsisch“ wäre. Den Jugendlichen im Film wurde wohl sowas wie „Jugendsprech“ verpasst, was aber eher als bemühter Gossensprech mit stark erhöhtem Fäkalanteil rüberkommt.

Tatort: Söhne und Väter; Foto: SR / Manuela Meyer

Familienaufstellung: Renate, Pascal, Rebeca und Rudi Weller.

SR / Manuela Meyer

Generell verliert sich leider die an sich spannende Handlung immer wieder mal in solchen Details und Gäggerles. Aber dafür ist Striesows Kommissar Stellbrink nicht nur gut, sondern inzwischen richtig gut. Die Figur war in den ersten Fällen so abgedreht, so bemüht anders und verquast, dass es übelste Kritiken hagelte und die Überlegung im Raum stand, die Figur sterben zu lassen.

Vorfreude auf weitere Saarland-Tatorte

Das hat sich geändert, Striesow spielt in Söhne und Väter einen Ermittler, der zwar immer noch anders und unkonventionell ist, der aber echt und authentisch wirkt – und der Spaß auf weitere Saarland-Tatorte macht.

Einen Elch ziehe ich für die kleinen Fehler ab, aber der gut gemachte und spannende Tatort hat seine übriggebliebenen vier Elche redlich verdient.

SWR3 Elchcheck

Tatort; Foto: ARD
ARD

Söhne und Väter

Krimi

ab 12 Jahren

Sendetermin:

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Website: tatort.de: „Söhne und Väter“