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Ein Tatort mit dem verbliebenen Rest vom Ludwigshafener Team. Nachdem Kommissar Kopper ja nicht mehr dabei ist, kam jetzt die erste Folge, die beweist, was alle wussten: Wir werden ihn nicht vermissen.

Betriebsausflug mal anders

Der erste Tatort mit dem Duo Ulrike Folkerts und Lisa Bitter führt uns in den Wald. „Wochenend und Sonnenschein, und dann mit dir im Wald allein“, so klingt es aus dem Kleinbus, der durch den Wald fährt. Drinnen die gesamte Mordkommission Ludwigshafen, also außer den beiden Kommissarinnen noch der Spurensicherer Becker und die Assistentin Keller. Die Stimmung ist ausgelassen. Nicht der Weggang von Mario Kopper wird hier gefeiert, sondern die Vier sind auf einer Art Betriebsausflug inklusive Teambuilding irgendwo im Schwarzwald unterwegs, inklusive Psycho-Therapeut als Teamcoach.

Nach langer Suche finden sie mitten im Forst ein sehr abgelegenes, sehr abgewohntes Hotel, ein „echtes Schnäppchen“, folgt man Frau Keller, die es gebucht hat.

Ein Menschenknochen in der Suppe – Bon Appetit!

Betrieben wird das Schnäppchen von einem verurteilten Frauenmörder und einer durchgeknallten Frau. Der Mörder soll die Mutter der Durchgeknallten auf dem Gewissen haben. Die Strafe hat er abgesessen, aber er bestreitet die Tat nach wie vor. Erst eine vegane Nudelsuppe bringt neue Ermittlungen ins Rollen. Denn trotz vegan ist da ein Knochen drin. Ein Menschenknochen.

Ortspolizisten Elli (Christina Große) und Jörn Brunner (Juergen Maurer); Foto: SWR/Martin Furch

Die Ortspolizisten Elli und Jörn Brunner haben den Verdacht, dass man ihnen nicht das allerneueste Modell eines Radargeräts geliefert hat.

SWR/Martin Furch

Endlich ein Mord – Endlich ein Sinn

Am Anfang zieht sich der Tatort – zumindest für mein Empfinden. Nach und nach habe ich immer mehr Fragezeichen im Kopf. Ich versuche mich zu konzentrieren, aber das fällt verdammt schwer: Die Schauspieler haben nämlich keine festen Texte, fallen sich immer wieder ins Wort. Große Teile des Ludwigshafen-Tatorts sind offenbar wieder improvisiert – leider, sage ich. Für mich klingt das unprofessionell und ein bisschen nach SAT.1 Auf Streife oder ähnlichen Billigformaten.

Grusel statt Spannung

Nach einer ganzen Weile kommt tatsächlich etwas Spannung auf, oder besser: etwas Grusel. Denn in dem abgelegenen Hotel funktionieren kein Handy, kein W-LAN und kein Festnetz. Und plötzlich fällt abends auch noch der Strom aus. Da wird’s dann tatsächlich ein bisschen spannend im Tatort. Bis dahin vergeht meiner Meinung nach aber viel zu viel Zeit. Daher gibt’s von mir zwei Elche für die ersten achtzig Minuten, und weil am Ende dann doch noch einiges aufklärt und zurechtgerückt wird, noch einen Elch. Macht zusammen drei von fünf möglichen.

Autor
Michael Haas
Autor
SWR3