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Brigitte Egelhaaf
Brigitte Egelhaaf; Foto: SWR3
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Wenn ein Affe sein Verhalten ändert, ändert sich nichts für die Gesamtheit. Wenn 100 Affen ihm nachfolgen, dann ändern alle Affen ihr Verhalten. In „Der hundertste Affe“ soll sich allerdings der Mensch ändern – mit brutalen Mitteln. 

Ein Hubschrauber kreist über einem Stadtviertel, ein Leichenwagen fährt vor, überall Polizei, aufgebrachte Menschen und mittendrin, ganz verloren die Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund. Ein Kind im Swimmingpool, eine sich windende Frau in einer Küche. Schnell wird klar. Das hier ist kein normaler Krimi nach dem Schema: Mord, Ermittlung, Täter, Festnahme, Handschellen, Feierabendbier.

Das Bremer Ermittlerteam ahnt nicht, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird. (v.l.: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), Gerichtsmediziner Dr. Katzmann (Matthias Brenner), Hauptkommissar St; Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

Das Bremer Ermittlerteam ahnt nicht, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird. (v.l.: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), Gerichtsmediziner Dr. Katzmann (Matthias Brenner), Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen), BKA-Kollegin Linda Selb (Luise Wolfram))

Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

Mit tödlichen Pestiziden die Menschheit dezimieren

Deswegen besser die erste Viertelstunde nicht ablenken lassen und konzentrieren, sonst kommen sie gar nicht erst rein in die Geschichte um todbringende Pestizide, die die Menschheit dezimieren. Das kann man gut finden, wie der Chemiker, der aus dem Gefängnis frei gepresst werden soll:

Der Biochemiker Dr. Urs Render (Manfred Zapatka) ist zwiegespalten: Soll er den Forderungen nachkommen und ein öffentliches Bekenntnis über seine Forschungen ablegen?; Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff
Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

„Was ist so schlimm, wenn Menschen sterben. Es kann der Erde gar nichts Besseres passieren, als dass die Menschen aussterben. Fangen wir am Besten heute damit an.“

Dr. Urs Render, Biochemiker in „Der hundertste Affe“

Mit einer vermeintlichen Blutdusche im Freibad geht der Terror los, und mit einer älteren Dame, die diesen Schreck nicht überlebt. Und das ist nur der Anfang. Weitere 17 Tote folgen innerhalb weniger Stunden.

Sex erst nach getaner Arbeit

Und hier kommt dann der zwischenmenschliche Supergau ins Spiel – Linda Selb vom Bundeskriminalamt. Sie hält sich selbst für die Beste, schüttelt keine Hände und möchte am Tatort in Ruhe gelassen werden. Nur Kommisar Stedefreunde denkt gar nicht dran: Die Beste. Ja! Super!! Geil!!! Haben!!!! ...Männer...

Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) und Linda Selb, Kollegin vom Bundeskriminalamt (Luise Wolfram), kommen sich bei den Ermittlungen auf ihre Art und Weise näher.; Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff
Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

Diese lüsternen Augen entgehen auch Linda nicht. Die besteht aber darauf, dass es Sex erst nach getaner Arbeit gibt. Gegen jene Linda wirkt Kommissarin Lürsen wie Muttchen, die Stedefreund im Polizeieinsatz mit Thermoskanne und Pausenbrot versorgt. Mir geht BKA-Linda auf den Keks und für die Geschichte braucht es sie sowieso nicht.

Fanatismus, Terror, Mittelmaß

Es geht um Erpressung, um Fanatismus und Terrorismus, um viel Geld und Geschäfte. Nichts für Actionliebhaber, es wird nur einmal geschossen, eher lautlos getötet. Es geht um einen Wettlauf mit der Zeit. Den hätte man noch einen Tick spannender machen können.  

Immerhin kriegt Stedefreund am Ende seine Belohnung. Nach getaner Arbeit. Sie wissen schon.