Autor
Bertram Quadt
Bertram Quadt; Foto: SWR3
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Was wäre ein Wochenende ohne Tatort? Eben. Diesmal war das Saarland dran, mit Devid Striesow als Kommissar Jens Stellbrink – und es war seine Abschiedsvorstellung, nach acht Filmen hört er auf. Leider nicht ganz so würdig für einen so großartigen Schauspieler...

Party in der Pflege-Akademie. Während Schwesternschülerin Vanessa lieber feiert und mit den Assistenzarzt Dr. Sharifi rummacht, geht ihre brave Mitschülerin Anika lieber helfen, und zwar bei Mefa – Mediziner für Asyl, wo abgelehnte Asylbewerber behandelt werden. Als sie zurückkommt, ist Vanessa tot. Erwürgt.

Party bei der Polizei. Kommissar Stellbring verabschiedet Polizistin Mia Emmrich aus dem Streifendienst, um sie anschließend als die neue Kommissarin an seiner Seite vorzustellen – und beide haben den Fall mit der ermordeten Vanessa aufzuklären. Verdächtige gibt es gleich zwei: einmal den smarten Dr. Sharifi, und den befristet geduldeten Asylbewerber Kamal Atiya. Denn der verpfeift die Illegalen, die sich bei Mefa behandeln lassen, um dem bösen Chef der Ausländerbehörde zu Diensten zu sein.

Szenenbilder Tatort Saarbrücken „Der Pakt“; Foto: SR/Manuela Meyer

Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) mit Kommissarin Mia Emmrich (Sandra-Maren Schneider)

SR/Manuela Meyer

Vorsicht Klischees!

Klingt alles irgendwie ziemlich konstruiert, ist es auch. Der Pakt läuft immer wieder Gefahr, klischeehaft zu wirken, da hilft es auch nicht, wenn immer wieder mal kleine und meist abgedroschene Witzchen eingestreut werden, wie auf der Vernissage mit von Asylbewerbern gemalten Bildern, wo eine Dame bemäkelt, dass Datteln im Speckmantel ja nicht Halal seien. Witzchen, die dann doch auch nur wieder Klischees bedienen.

Spannung gut, Ende überdramatisch

Spannung gibt es, ja, aber nicht viel. Ein paar gute Szenen gibt es auch, aber eben auch nicht viele. Es gibt ordentlich Ermittlungsarbeit, einen durchaus überraschenden Ermittlungserfolg – und dann ein überdramatisiertes, aufgepfropftes Ende, in dem klargestellt wird: Wer immer nur Gutes tat und Gutes wollte, der ist gut – auch wenn er mal mordet. Und wer ein böses System bedient, der ist eben böse, so wie das System halt auch. So eiert der Tatort rum im krampfhaften Versuch der Klischeevermeidung, um dann doch im Klischee zu enden.

Schade, ein so großartiger Schauspieler wie Devid Striesow hätte eine bessere Abschiedsvorstellung verdient, aber Der Pakt bleibt der Saarbrücker Striesow-Serie treu und kommt so ungelenk daher, wie es eben ist, wenn man versucht, eine zu große Figur in einen zu engen Anzug zu zwängen. Zwei Elche.

Der wichtige Satz (Hauptdarsteller Kamal Atya an Kommissar Stellbrink):
„Ich hab‘ versucht etwas zu retten, was man nicht retten kann. So wie Sie. Sie können auch nichts retten. Sie laufen nur dem Tod hinterher.“

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Bertram Quadt
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