Autor
Bertram Quadt
Bertram Quadt; Foto: SWR3
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Köln wird von mehreren Brandanschlägen schwer getroffen. Dieser Serie fallen drei Kinder zum Opfer. Beleuchtet wird das Drama der Familie Reinhardt, deren Verlust der Kinder nur ein Teil der ganzen Tragödie ist!

Es ist ein Tatort, der mit großer Spannung erwartet wurde: Schenk und Ballauf ermitteln zwar zum insgesamt 57. Mal in Köln. Aber es ist der erste Fall, den sie nach Franziskas Tod lösen müssen. Die Abschiedsvorstellung von Tessa Mittelstaedt war für mich einer der außergewöhnlichsten und besten Tatorte seit langem. Das zu toppen ist schwer. Aber das Kölner Tatortteam hat es hinbekommen, und zwar sehr gut!

Tatort: Der Fall Reinhardt; Foto: daserste.de

Schon wieder Feueralarm in Köln: Eine Serie von Brandanschlägen hält die Stadt in Atem, jetzt gibt es sogar Todesopfer. Freddy Schenk trifft am Tatort ein.

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Brandanschläge treffen Köln

Es brennt – und das in Serie. Diesmal liegen drei verkohlte Kinderleichen in einer ausgebrannten Villa. Die Mutter Karen Reinhardt steht unter Schock und will den Tod ihrer Kinder nicht wahrhaben. Ihr Mann Gerald ist abgängig und die Kommissare Schenk und Ballauf stehen unter mächtigem Druck, denn die Abstände zwischen den Brandanschlägen werden immer kürzer.

Es ist bekannt, dass Klaus Behrendt und Dietmar Bär ihre Rollen so perfekt einverleibt haben, dass man sie in anderen Filmen kaum sehen kann, ohne sofort „Tatort!“ zu denken. Eine der großen Qualitäten dieses Teams! Aber die weiteren Rollen setzen noch eins drauf: Ben Becker spielt den Gerald Reinhardt nicht mit gewohnter Wucht, sondern so umsichtig, wie man es von dem Mann selten sieht.

Ganze Tragödie der Familie kommt ans Licht

Aber was Susanne Wolff als Mutter der verbrannten Kinder liefert ist groß, ganz groß. Den Tod der Kinder will sie erst nicht wahrhaben. Ihre Erinnerung an die Katastrophe ist verloren gegangen und langsam, Schicht für Schicht, fällt dieser psychische Schutzpanzer von ihr ab. Die ganze Tragödie der Familie Reinhardt wird sichtbar – und diese besteht nicht nur aus dem Feuertod der Kinder. Susanne Wolff legt so viel Können in diese Rolle, dass Becker, Behrendt und Bär alles geben müssen, um nicht an die Wand gespielt zu werden.

Und dazu kommt dieser Kölner Tatort ohne alle Effekthascherei aus. Keine Schießereien, keine Verfolgungsjagden – der „Fall Reinhardt“ ist ein hochspannendes Psycho-Drama, das sich nicht um die Befindlichkeiten der Vermittler dreht, sondern um die Tragödie des Verbrechens.

Fazit: Der Tatort „Der Fall Reinhardt“ ist ein absolutes Muss und ein echtes Highlight. Volle Punktzahl: 5 von 5 Elchen.

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Bertram Quadt
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