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Brigitte Egelhaaf
Brigitte Egelhaaf; Foto: SWR3
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Ein Serienmörder getarnt als Superheld: Thiel und Boerne ermitteln gegen den Rächer im Kostüm. Dazu soll ein Großbordell in Münster gebaut werden. Passt das alles zusammen? Der Liebling aller Tatorte in unserem Check.

In Münster soll ein Großbordell gebaut werden und einige, die mit diesem Bau zu tun haben, werden der Reihe nach umgebracht – von einem Rächer im Kostüm. Schon der Anblick dieses Helden in Strumpfhose ist es wert, den Tatort aus Münster zu gucken, wenn Kommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne ermitteln. Aber Vorsicht!

Schaut ihr den Tatort noch in Echtzeit? Dann stellt sicher, dass ihr in den ersten, sagen wir mal, acht Minuten, nicht gestört werdet. Kein „Schatzi kannst du mal“, kein Telefon. Bier und Chips müssen schon bereit stehen. Volle Konzentration auf den Tatort, denn das lohnt sich.

Tatort - Der Hammer; Foto: daserste.de

Kein Groß-Bordell am Stadtrand: Münsteraner demonstrieren gegen das Bauprojekt. Findet Kommissar Thiel hier den Mörder von Bauunternehmer Dr. Wolfgang Öhrie?

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Ein wahres Feuerwerk in den ersten Minuten

Ein Bus fährt durch die Nacht, ein Mann fällt von oben auf die Fahrbahn. Der Bus bremst, der Fahrer steigt aus. Ein tiefergelegtes Auto rauscht an, wummernde Bässe, man will noch schreien. Doch es ist zu spät. Viel Blut, jede Menge Ekel und dann folgt einer der, wie ich finde, besten Gags der Tatortgeschichte. Ich werde ihn aber noch nicht verraten. Selber gucken. Stichwort: Thiel und Türklinke.

Wie immer zum Einstieg gibt es ein kleines Verbalgemetzel zwischen Thiel und Boerne. Die ersten Minuten sind schon beinahe wahnwitzig schnell. Frank Zander tritt auf, allerdings nur kurz, nach zwei Minuten ist die Rolle erledigt. Frank Zander, der Bordellbauherr, ist tot. Es ist der Auftritt des irren Rächers in Strumpfhosen und dann, ja dann ist das Feuerwerk auch schon so ziemlich abgebrannt.

Tatort - Der Hammer; Foto: daserste.de

Professor Boerne und Kommissar Thiel sind dem Serienmörder auf der Spur, Thiel schlüpft ins Superheldenkostüm.

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Luft ist ziemlich schnell raus

Danach plätschert es nur noch ein bisschen vor sich hin. Das Anfangstempo können selbst die Münsteraner nicht 90 Minuten lang durchhalten. Und je näher wir der 21.45 Uhr Grenze kommen, desto müder wird es. Ein paar nette Gags werden noch eingestreut, wie die hysterische Freundin des ersten Getöteten. Es sind ein paar nette Wachhalter. Mehr aber auch nicht. Und am Ende ist es eigentlich schon beinahe egal, wer der Irre in der Strumpfhose war.

Fazit

Trotzdem wieder sehenswert, der Münsteraner Tatort. Allerdings hätte man sich bei den zweiten 45 Minuten ein bisschen mehr Mühe geben können. Deswegen für den Liebling aller Tatorte von mir nur 4 von 5 Elchen.

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Brigitte Egelhaaf
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