Autor
Michael Haas
Michael Haas; Foto: SWR3
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Der Tatort aus Bremen mit Sabine Postel als Inga Lürsen und mit ihrem vornamenlosen Kollegen Stedefreund. Die beiden geraten in eine verstörende Horrorgeschichte aus Blutrausch und Gespensterkitsch. Das ganze ist zwar ein solider Film, aber kein richtiger Tatort.

Der Notruf von Julia geht gerade noch in der Telefonzentrale ein, doch dann antwortet sie nicht mehr. Das junge Mädchen war nachts im Park unterwegs – jetzt ist sie tot. Totgebissen – und das von einem Menschen. Im Tatort. Man merkt schon sehr früh: es geht hier ins Horrorfach, ins Skurrile.

Horrorausgabe des Tatort

Auf dem Mitschnitt des Polizeinotrufes können die Kommissare mit anhören, wie die junge Frau ums Leben kommt. Der Kampf, wie sie zu Boden gerissen wird, die Bisse, alles.

Die Ermittlungen von Lürsen und Stedefreund ergeben, dass Julia eine Art Stalkerin hatte. Die hat erst versucht ihre Freundin zu werden und sie dann nicht mehr in Ruhe gelassen. Ist diese Frau die Täterin? Und ist sie tatsächlich sowas wie ein Vampir? Das zumindest legt der Film fast über die gesamte Laufzeit nahe.

Tatort KW 43 – BLUT; Foto: © Radio Bremen/Christine Schröder

Ein Notruf geht bei der Bremer Polizei ein, zu hören sind Hilferufe. Kurze Zeit später wird in einem Park die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die massiven Verletzungen am Hals der Toten stellen die Bremer Hauptkommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) vor ein besonderes Rätsel. Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) recherchiert nach Fällen, bei denen Bissverletzungen eine Rolle gespielt haben.

© Radio Bremen/Christine Schröder

Ein Vampir im Tatort?

Eine etwas seltsame Botschaft für einen Tatort, der sonst immer halbwegs realistisch inszeniert wird. Nicht dieses Mal. Dieser Tatort-Horrorverschnitt sagt: es gibt sie und sie sind mitten unter uns, die Vampire.

Zumindest für Kommissar Stedefreund, der während einer Verfolgungsjagd selbst gebissen wird und in eine Art Trance bei 40 Grad Fieber verfällt. Einzig Kommissarin Lürsen hält tapfer die Stellung und glaubt nicht an irgendetwas Übernatürliches in diesem Kriminalfall.

„Stedefreund? Es gibt keine Vampire!“ – „Ja ich weiss, Mama.“

Inga Lürsen und Stedefreund

Während die Kommissare versuchen den Fall zu lösen, fragt man sich die ganze Zeit, ob das jetzt ein Krimi oder einen Horrorfilm darstellen soll. Die Anleihen sind jedenfalls überdeutlich, aber vielleicht sollte man es den Bremern verzeihen, immerhin ist am Mittwoch Halloween.

Dieser Tatort überschreitet Grenzen

Für mein Empfinden überschreitet der Tatort aber schon sehr deutlich seine Grenzen. Als Horrorfilm gut, als Tatort „geht so“ (obwohl ja Krimis mal aus der Tradition der Geistergeschichten entstanden sind). Hilft aber nix, Thema verfehlt, ersponnenen Horrorkram wollen wir am Sonntagabend nicht. Zwei Elche für den Tatort, drei für den Horrorfilm.

 

Autor
Michael Haas
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SWR3