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Schauspielerin Sabine Postel war das letzte Mal als Kommissarin Inga Lürsen zu sehen. Gefühlt hatte sie das Pensionsalter längst erreicht, jetzt war es tatsächlich so weit: ihr letzter Fall zusammen mit Kollege Nils Stedefreund. Das war ein guter Krimi mit einem spannenden Ende.

Die einzig wirklich irritierende Szene gibt’s gleich am Anfang: Kommissar Stedefreund beim Fallschirmspringen und plötzlich klingelt sein Handy – und er geht auch noch ran. Ansonsten klingt vieles echt und plausibel in diesem Film: Bauarbeiter müssen eine Straße nochmal aufreißen und finden dort die Leiche einer Frau, die wohl jemand dort verschwinden lassen wollte. Wie sich herausstellt ist es die Sekretärin der Baufirma Zyklus. Die Immobilienentwicklungsfirma kauft billiges Land, um es zu erschließen und später als teurer Bauland wieder zu verkaufen.

Szenenbilder Tatort „Wo ist mein Schatz geblieben“; Foto: © Radio Bremen/ARD Degeto/Christine Schroeder
© Radio Bremen/ARD Degeto/Christine Schroeder

Stedefreunds Vergangenheit

Im Film steckt hinter Zyklus ein Mitglied der tschetschenischen Mafia. Geld aus schmutzigen Geschäften soll gewaschen werden. Hat die Tote das herausgefunden, und musste deshalb sterben? Zum Glück nein! Denn so kann sich ein guter Krimi entwickeln, der einige unerwartete Wendungen nimmt. Und plötzlich steckt auch Stedefreund mitten im Schlamassel. Denn er hat ein tiefdunkles Geheimnis, das jetzt wieder hochkommt: Es hat etwas mit Mord zu tun. Und das ausgerechnet beim braven Stedefreund, der ja bislang meistens als der Messdiener unter den deutschen Kommissaren gezeigt wurde.

Würdiger Abschied für Lürsen

Der letzte Fall des Bremer Duos ist wunderbar inszeniert und in coolen Bildern mit stylischen Filtern gedreht. Alles sehr modern, auch die Handlung. Zum Schluss hin baut sich immer mehr Action auf, das ist zeitgemäß und so gut, dass nicht mal Oma Lürsen den modernen Charakter stört. Macht für die tolle Spannung und das dramatische Ende zusammen vier von fünf Elchen.

Autor
Michael Haas
Autor
SWR3