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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer; Foto: SWR3
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Ein Mann wird in einem Park umgebracht und irgendwer muss es gewesen sein. Aber um den Krimi gehts im neuen Tatort eigentlich gar nicht, meint SWR3-Elch-Checker Stefan Scheurer. Worum denn bitte dann?

Endlich mal ein Tatort, bei dem man nicht viel über die Handlung sagen muss. Denn um den Krimi gehts eigentlich schon lange nicht mehr beim Münsteraner Tatort. In Wahrheit ist alles um Kommissar Thiel und Gerichtsmediziner Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne eine Mischung aus Rosenkrieg und Komödie. Das bedeutet: Die beiden Homies führen eine Hassliebe mit angeschlossenem Gagfeuerwerk, und lösen nebenher irgendwie einen Fall.

Szenenbild Tatort; Foto: WDR/Filmpool Fiction/Wolfgang Ennenbach

Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) fährt auch größere Pakete lieber mit dem Fahrrad durch Münsters Straßen nach Hause.

WDR/Filmpool Fiction/Wolfgang Ennenbach

Wie immer gilt also: Fast jeder Dialog ist auf witzig getrimmt. Das muss man nicht mögen in einem Tatort - ich finde es aber klasse, denn es ist intelligent und perfekt gemacht. Die Gags sind auf die jeweilige Szene und Charaktere abgestimmt, nur selten „too much“ und natürlich: Alle Schauspieler in Münster spielen brillant.

„Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus.“

Ab und zu wird ein Arztwitz bemüht, im Streit zieht Boerne immer mal wieder den passenden. Wie im Tennis sitzt das dann als gutes Volley: „Nicht nur arrogante Pathologen wissen, woran Patienten sterben“, darauf Boerne: „Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus.“

Fazit: Wer Komödie mag, ist hier genau richtig. Und als Plus gibt es eine wirklich spannende Krimigeschichte gratis mit oben drauf. Wer den Tatort lieber sortenrein haben möchte, also nur den Krimi und kein Kommissar-hat-ein-Problem-Firlefanz, der findet den Tatort aus Münster ohnehin nicht gut.

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Stefan Scheurer
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