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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer; Foto: SWR3
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Münsteraner Gag-Feuerwerk mit Kommissar Thiel und Professor Boerne: Das bedeutete bisher oft, die Krimi-Geschichte kommt immer zu kurz. Dieses Mal ist es anders und das hat Auswirkungen auf den ganzen Tatort.

In einem Wald bei Münster liegt eine tote Frau, die ganz merkwürdige Füße und Zehen hat. Ist das die erste heiße Spur?

Wenig später stellt sich heraus: Sie war Tänzerin in einem Verein. Der Tanzverein des Opfers ist für einen Tatort ideales Milieu. Krimitauglich, denn hier geht's um Siegen und Leistung und harte Ansagen – das ist ja wie gemacht für Intrigen und Mord beim hübschen Tanzpersonal. Da trifft es sich gut, dass gerade das Comedy-Duo Kommissar Thiel und Gerichtsmediziner Professor Boerne anwesend sind.

Der Vereinspräsident Dr. Winfried Steul (Thomas Heinze, r) hätte die Nachricht vom Tod einer Tänzerin aus seinem Verein gern zurückgehalten. Doch nun haben Marie Ade (Mersiha Husagic, l) und Jonas Kör; Foto: WDR/Martin Menke

Der Vereinspräsident Dr. Winfried Steul (Thomas Heinze, r) hätte die Nachricht vom Tod einer Tänzerin aus seinem Verein gern zurückgehalten. Doch nun haben Marie Ade (Mersiha Husagic, l) und Jonas Körner (Gordon Kämmerer, M) davon erfahren.

WDR/Martin Menke

Immer einen flotten Spruch auf dem Parkett

Mittendrin: Prof. Boerne. Der ist zu einem Tanzkurs verdonnert worden, von Frau Staatsanwältin persönlich. Nicht ganz freiwillig, versteht sich.

Die ersten Verdächtigen stehen schon Schlange – allen voran der Tanzvereins-Vorstand, der zufällig Orthopäde ist und sich mit krummen Füssen und Zehen super auskennt (Spoiler: was nix zur Sache tut). Macht ihn trotzdem zum Hassobjekt für Professor Boerne:

„Orthopäde müsste man sein. Gestorben wird nicht, gesund wird auch keiner. Man schreibt immer weiter seine Rechnungen.“

Professor Karl-Friedrich Boerne, Gerichtsmediziner Münster

Krimi vor Gag?

Der Tatort aus Münster ist dieses Mal etwas merkwürdig. Lange Zeit waren die Münsteraner ja Publikumslieblinge, ihr Tatort ein besonderes Highlight in der biederen Tatortlandschaft, weil es mehr um intelligente Konversation ging, als um den Krimi. Dieses Mal ist es etwas anders.

Lustig ja, aber mit starkem Druck versuchen die Autoren, die schwache Krimigeschichte mehr in den Vordergrund zu schieben. Und das holpert einfach, über 90 Minuten lang. Viele Dialoge sind echt witzig, aber enden mehr als in früheren Folgen in der Sinnlosigkeit.

Ich bin Fan vom Münsteraner Tatort mit Thiel und Boerne, aber dieses Mal haben die beiden mich nicht so richtig gekriegt. Der Tatort ist gut für Münster-Fans, unterm Strich für alle anderen Zuschauer eher nur lustiger Durchschnitt.

Mit Boerne und Thiel ermitteln: Die „Tatort“-App ist da!

Die Tatort-App; Foto: ARD Programmdirektion
ARD Programmdirektion

Ab sofort könnt ihr euren Lieblings-Krimi rund um die Uhr auf Smartphone und Tablet gucken. Zu jeder TV-Premiere im Ersten bietet die Tatort-App das Second-Screen-Angebot Live Ermitteln an: Zu jedem Fall wird eine Frage („Wer ist der Täter?“ oder „Was ist das Motiv?“) mit mehreren Antwort-Optionen gestellt. Ziel des Live-Quiz‘ ist es, den richtigen Tipp vor der Auflösung durch die Kommissare im Fernsehen abzugeben.