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Welches waren 2018 die erfolgreichsten Songs und Künstler? Was ist in der Musikszene passiert? Welches waren die emotionalsten Interviews mit Künstlern? Hier hört ihr es, im musikalischen Jahresrückblick 2018.

Die Toten Hosen beim Konzert „Wir sind mehr“ in Chemnitz; Foto: dpa/picture-alliance

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Dauer
live

zur Playlist vom 30.12.2018

Moderation: Nicola Müntefering

SWR3-Musikredakteur Matthias Kugler über das Musik-Jahr 2018:

Helenchen und kein Ende. Unsere allerallerbeliebteste Pop-Schlagersängerin hat nicht nur erneut Platz 1 bei den Alben des Jahres eingeheimst (zum 5. Mal in den letzten 6 Jahren!), sondern findet sich plötzlich auch in den Top 10 der Forbes-Liste der bestverdienenden Musikerinnen der Welt, übrigens noch vor Céline Dion und Britney Spears auf Platz 8. Während sie sich über ein geschätztes Einkommen von 28 Millionen Dollar freuen dürfte, fragt sich der Rest der Welt: „Wer ist eigentlich diese Helene Fischer?“. Die Kollegen vom britischen „Guardian“ erklären sich ihren Erfolg derweilen so: „Sie präsentiert die treue Frau, deren Herz vor Atemlosigkeit verstummt, wenn sie an ihren hingebungsvollen Mann denkt, und die ihre weibliche Schwäche zeigt, um seine Schutzinstinkte anzusprechen." Das lassen wir einfach mal so stehen.

Single-Hit des Jahres 2018 ist „In My Mind“ von Dynoro feat. Gigi D’Agostino, immerhin zwischen Juli und Ende September sieben Wochen auf Platz 1, dicht gefolgt von Ed Sheerans Ballade „Perfect“ und Bausas genöltem Cloud-Rap-Dingsbums „Was du Liebe nennst“. Große Freude: unser New-Pop-Act Alice Merton feierte sogar in den USA den Durchbruch mit über 500.000 Downloads ihrer Hit-Single „No Roots“. Dafür gab es für sie eine absolut verdiente Gold-Auszeichnung und für uns die Gewissheit, dass auch deutsche Produktionen international reüssieren können.

Aber auch 2018 war leider wieder ein Jahr des Abschiednehmens von vielen Musik-Legenden, u.a. starben Soul-Diva Aretha Franklin, Star-DJ Avicii und die Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan. Dagegen feierten Rihanna (30), K’Naan (40), DJ Bobo (50), Madonna (60), Alice Cooper und Steven Tyler (70) allesamt runde Geburtstage. Mögen sie uns noch lange erhalten bleiben. Bei Mick Jagger mache ich mir da wenig Sorgen, der springt auch mit 75 noch ähnlich fit auf der Bühne rum wie Justin Timberlake (frische 37) bei seiner spektakulären Super-Bowl-Half-Time-Show.

Und sonst so? „A Star Is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ waren exzellente Musik-Filme im Kino, Sir Elton John kündigte seine Abschiedstournee an, Jack White sorgte dafür, dass Smartphones bei ihm Konzert-Verbot bekamen, Taylor Swift wurde politisch, AC/DC verkauften T-Shirts beim Discounter, Bruno Mars holte sich sechs Grammys, der ECHO ist nach dem Kollegah-Farid Bang-Fiasko erstmal Geschichte, während diverse Künstler beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz ein wichtiges Zeichen gegen Hass, Hetze und Gewalt zeigten.

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SWR3
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SWR3.online