STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Ein neuer Fernseher oder ein Smartphone ist teuer. Die Lösung einiger Anbieter im Netz lautet: Technik mieten. Aber wie sinnvoll ist dieser Trend? Und kann ich Geld einsparen?

Technik mieten statt kaufen – wir haben alle Infos dazu

Der neue Smart-TV kostet knapp 600 Euro, dasselbe Modell mieten dagegen nur 23 Euro im Monat – das klingt nach einem super Deal. Besonders, weil auch bei eventuellen Reparaturen nur ein Bruchteil der Kosten anfällt. Doch die Sache hat gleich mehrere Haken:

  • Günstige Preise beim Technik mieten sind meist Lockangebote.
  • Die Vergünstigungen erhält man lediglich, wenn die Mietdauer entsprechend lang ist.

Wer den Fernseher aus dem Beispiel nur kurz mieten möchte, etwa um über den Sommer die Fußball-EM und Olympia zu schauen, der zahlt plötzlich bis zu 60 Euro im Monat.

Familie sieht sich einen Film im Fernsehen gemeinsam an (Foto: IMAGO, IMAGO / McPHOTO)
Gerade wer den Fernseher oder andere technische Geräte nicht ständig benötigt, kann sich diese auch leihen. IMAGO / McPHOTO

Anbieter vermieten Technik weiter

Wenn ein Gerät oder die entsprechende Technik gemietet wird, hat der Nutzer keinen Anspruch auf Neugeräte. Zudem sind Kauf- und Miet-Preise nicht immer vergleichbar. Denn wer ein Gerät kauft, der bekommt in der Regel auch ein neues Gerät.

Wer ein Gerät mietet bekommt ggf. nur ein „neuwertiges“ Gerät. Das heißt, es war vorher möglicherweise schon mehrfach vermietet oder wurde sogar bereits repariert. Miet-Anbieter versprechen zwar, dass alle Geräte technisch einwandfrei und geprüft seien, sie können allerdings kleinere Gebrauchsspuren aufweisen.

Vorsicht beim Technik mieten: Der Blick auf das Kleingedruckte ist ratsam!

Während Mietende bei Reparaturen teils nur 10 Prozent der Kosten tragen müssen, gibt es diese Preisgarantie bei Diebstahl oder Verlust nicht. Geht ein gemietetes Smartphone also verloren oder wird der Fernseher gestohlen, ist schlimmstenfalls der volle Originalpreis fällig. Bei Flugdrohnen gelten zudem nochmal andere Regeln, außerdem sind diese nicht weltweit versichert. All dies wird bei den Anbietern, die Geräte vermieten, in den Nutzungsbedingungen festgehalten, weshalb der Blick darauf empfehlenswert ist.

Nutzungsbedingungen sollten vor Abschluss eines Vertrages gelesen werden (Foto: IMAGO, IMAGO / Fotostand)
Bevor ein Gerät gemietet wird, lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen. IMAGO / Fotostand

Unser Tipp: Technik kurzfristig mieten und davon profitieren

Technik zu mieten, kann aber auch von Vorteil sein. Insbesondere, wenn klar ist, dass ein Gerät für einen bestimmten Zeitraum benötigt wird. So ist es tatsächlich günstiger, den Fernseher nur für EM und Olympia zu mieten und dann für drei Monate insgesamt 180 Euro zu zahlen – statt einen neuen für 600 Euro zu kaufen. Auch wer nur für wenige Monate in eine andere Stadt zieht, muss nicht die komplette Wohnungselektronik neu kaufen, sondern kann durch die Geräte-Miete möglicherweise Geld und Einkaufsstress sparen. Auch Unternehmen, die bestimmte Elektronik nur für einzelne Aufträge benötigen, können profitieren.

Soll ich nun Technik mieten oder nicht?

Ob Technik mieten für jeden sinnvoll ist, muss man selbst entscheiden. Spannend kann das Mietangebot vor allem für Trendjäger sein, die gerne das jeweils neueste Produkt haben. Vorteile für Trend-Jäger:

  • Handy, Tablet oder Laptop jeweils für ein Jahr mieten kann günstiger und stressfreier sein.
  • Jedes Jahr ein neues Gerät zu kaufen und das alte Gerät wieder zu verkaufen, kann zeitintensiv und stressig sein.

Kaum interessant ist Miete dagegen wohl für alle diejenigen, die ihren Fernseher, ihr Smartphone oder ihren Laptop längerfristig nutzen wollen, sagt Philip Held von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Diese monatlichen Gebühren sind so hoch, dass man innerhalb von zwei bis drei Jahren den Kaufpreis der meisten Geräte locker raushat.

Geräte mieten und Umwelt schonen

Technik lange nutzen, ist auch für die Umwelt die beste Variante. „Sachen, die man lange Zeit nutzt, lohnt es nicht zu leihen,“ sagt der Verbraucherschützer. Das sei in der Regel einerseits teurer, zudem werde ein Gerät nach ein paar Jahren Nutzung wohl kaum noch weitervermietet. Je länger ein Gerät aber genutzt wird, desto besser ist es aber für die Umwelt.

Weniger Umweltverschmutzung als Schriftzug auf einem Plakat (Foto: IMAGO, IMAGO / ecomedia/robert fishman)
Wer Geräte mietet, kann auch die Umwelt schonen, da Geräte länger im Umlauf bleiben. IMAGO / ecomedia/robert fishman

Geht es hingegen um eine kurze Nutzungsdauer, kann die Miete nachhaltiger sein, sagt Philip Held. So wird der im Sommer für die EM und Olympia gemietet Fernseher im Idealfall mehrfach weitervermietet: Im Herbst an eine Zeitarbeiterin in einer neuen Stadt, und im Winter an einen Serienfan, der die neueste Staffel seiner Lieblingsserie anschaut. „Wenn mehrere Leute dieses eine Gerät nutzen, dann werden weniger Geräte insgesamt neu produziert,“ so Held.

Dasselbe gelte auch für Trendjäger. „Wenn ich ein neues iPhone ein Jahr lang leihe, dann wird es danach trotzdem noch weiterverliehen.“ Das sei besser für die Umwelt, als wenn es stattdessen einfach in der Schublade lande. Gleichzeitig warnt Held aber auch: „Wenn ich als Trendsetter Wert darauflege, immer die neueste Elektronik zu bekommen, dann wird damit der Markt auch angefeuert.“

Fazit: Geräte mieten lohnt sich nur in wenigen Fällen

Die Angebote klingen verlockend, doch wer eine Geräte-Miete in Betracht zieht, der sollte vorher gut überlegen, was dafür spricht. Das sind vor allem kurze Nutzungsdauern – besondere Events, vorübergehende Umzüge oder ggf. auch eine Probenutzung, bevor man sich den neuen Fernseher, den E-Scooter oder die Digitalkamera dauerhaft kauft. Das sollte man sich vorher aber auf jeden Fall gut durchrechnen. Denn wer seine Geräte länger nutzt, sollte besser nicht mieten.

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Meistgelesen

  1. 23-Jähriger hat zweimal Riesen-Glück Betrunkener in Karlsruhe stürzt 20 Meter tief – und überlebt

    Betrunkene und Babys landen weich, heißt es. Dieser Mann in Karlsruhe hatte auch noch Glück: Zwischen ihm und dem Boden gab es zwei hilfreiche Hindernisse.  mehr...

  2. Magdeburg

    Polizeiruf-Kritik: Brutal spannend „90 Minuten, bis zum Zerreißen gespannt.“

    Das ist harter Tobak: Im Polizeiruf Magdeburg gehts um die nackte Manipulation von Menschen, um Machtspielchen und verdrängte Erlebnisse. Auf der Couch einschlafen ist da nicht drin.  mehr...

  3. Liveblog zum Krieg in der Ukraine Ukrainische Armee verkündet Rückzug aus Lyssytschansk

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.  mehr...

  4. Hunderte Stunden nähen und Putin anstarren Tief im Regime-Knast: So wehrt sich Nawalny gegen die Psycho-Folter

    Putin-Gegner Alexej Nawalny wird in seinem russischen Gefängnis schikaniert und gedemütigt, sagen er und seine Anhänger. Auf Facebook beschreibt er, wie er überlebt.  mehr...

  5. Spanien, Italien, Kroatien, Griechenland... Trinkgeld im Urlaub: So machst du es richtig!

    Trinkgeld geben funktioniert überall gleich? Leider nein! Wir sagen euch, wie viel ihr in den beliebtesten Urlaubszielen bezahlen solltet und warum das so ist.  mehr...

  6. Positiver Corona-Test 7 Fakten zum CT-Wert bei Omikron

    Bin ich mit einem CT-Wert von über 30 besonders ansteckend? Wie hängen Quarantäne und Isolation damit zusammen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum CT-Wert bei der Omikron-Variante.  mehr...