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Dort hinten, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, da kann es ganz schön düster sein. Das zeigt der neue Tatort, der im hinterletzten Schwarzwald-Tal ein Familiendrama zeigt. Alles Bio oder was?

Trügerisches Familienidyll im Schwarzwald

Eigentlich ist es ein richtig schönes Familien-Idyll: Mitten im Nirgendwo. Dort, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Genauer gesagt, im Hochschwarzwald sorgt eine Familie seit Generationen dafür, dass glückliche Äpfel und Kartoffeln wachsen – ganz Öko, ganz nach uralter Tradition.

Alles ist schön, wäre da nicht die Tochter Sonnhild, die eines Nachts im Sterben liegt. An ihrer Seite: der Ehemann. Der hat offenbar noch eine Rechnung mit ihr zu begleichen: „Warum hast Du nur alles kaputt gemacht?“ Das ist die letzte Frage, die Sonnhild in ihrem Leben hört.

Mechthild (Janina Fautz) und Torsten (David Zimmerschied) (Foto: SWR/Benoît Linder)
Mit einer Mischung aus Verführung und verkappter Drohung hält Torsten die junge Mechthild zum Schweigen an. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Friedemann Berg im alten Bauernhaus seiner Familie. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Tobler und Friedemann Berg sind auf dem Hof der Böttgers eingetroffen, um die Familie zu befragen. Dazu gehört auch Mechthild, die jüngere Schwester der toten Sonnhild. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Mechthild hat das versteckte Handy ihrer verstorbenen Schwester gefunden. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Almut versucht, unterstützt von Torsten, sich auf Franziska Toblers Fragen nach dem Tod ihrer Tochter zu konzentrieren. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Volkmar und Torsten sind sehr unterschiedlicher Meinung darüber, wie sie mit den Polizisten umgehen sollen. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Volkmar Böttger bei der Trauerfeier für seine Tochter Sonnhild. Im Hintergrund Torsten. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Franziska Tobler mit ihrem Freund Dimitri. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Franziska Tobler und Friedemann Berg versuchen den heimlichen Freund des Opfers zu finden. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner spielen die Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg im Tatort Schwarzwald des SWR. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausgestaltung der nächtlichen Trauerfeier für Sonnhild Böttger bringt Friedemann ins Grübeln … SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Franziska Tobler ist durch den Bericht der Gerichtsmedizinerin irritiert. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Friedemann Berg bei der Ernte der Zibärtle, die er zu Schnaps brennen wird. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Gerichtsmedizinerin Dr. Brunner ist Gutachterin im Prozess um den Tod eines V-Manns. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Trotz ihres Trauerfalls helfen Jugendfreund Volkmar und dessen gesamte Familie Friedemann Berg bei der Ernte auf seinem ererbten Hof. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Franziska Tobler und Friedemann Berg müssen ihre sehr unterschiedlichen Haltungen zu ihrem aktuellen Fall überprüfen. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Volkmar und Almut Böttger betrauern den Tod ihrer Tochter. Und verwehren sich dagegen, dass dieser Tod womöglich zu verhindern gewesen wäre. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Franziska Tobler macht sich Gedanken um Mechthild Böttger, die sich nach dem Tod ihrer älteren Schwester ganz auf die Arbeit auf dem Hof zurückzieht. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
In der Schulzeit waren Volkmar Böttger und Friedemann Berg enge Freunde. Nun, da Volkmar zurückgekommen ist um den Hof seiner Familie zu übernehmen, knüpfen sie an diese Freundschaft wieder an. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Torsten ist nicht damit einverstanden, dass Volkmar seine alte Freundschaft mit dem Kommissar wieder aufgenommen hat. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Von Gerichtsmedizinerin Dr. Brunner erfahren Franziska Tobler und Friedemann Berg, dass Sonnhild aller Wahrscheinlichkeit nach eines natürlichen Todes gestorben ist. Was vor allem Franziska kaum glauben kann. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen
Friedemann Berg liegt am Herzen, dass seine Freunde ihre Tochter so bald wie möglich begraben können, deshalb bittet er Cornelia Harms, sich um eine schnelle Freigabe der Leiche zu kümmern. SWR/Benoît Linder Bild in Detailansicht öffnen

Da ist wohl jemand sauer. Merkwürdig ist auch, dass die Eltern den Tod der Tochter einfach so hinnehmen. Das denken jedenfalls die Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg.

Der K(r)ampf mit der Technik

Der Fall ist kniffliger als gedacht, denn es gibt kein Internet und ein Smartphone würde auch niemandem etwas nutzen. Da Handyempfang im Schwarzwald eher Mangelware ist (liebe Grüße an die deutschen Netzbetreiber an dieser Stelle).

Eine Familie von Öko-Rassisten

Mehr und mehr kommt die wahre Natur der Familie ans Licht. Sie mögen nicht nur reinrassige Äpfel und Kartoffeln, sondern auch reinrassiges, deutsches Blut. Die Beerdigung der Tochter Sonnhild erinnert stark an eine Veranstaltung des Ku-Klux-Klan.

Das ist echt harter Tobak. Dieser Tatort geht für niemanden so richtig glücklich aus. Jeder ist misstrauisch und von den anderen enttäuscht, in dieser arisch-rassistischen Nazi-Klamotte.

Fazit: Der Freiburger Tatort – Empfehlenswert

Den Tatort aus Freiburg kann ich schon weiterempfehlen. Schön gespielt, die Geschichte ist wirklich okay und beleuchtet doch ein sehr spannendes Milieu – Wer öko is(s)t, muss also nicht zwangsweise auch ein guter Mensch sein. Ein echtes Highlight oder eine Überraschung am Ende fehlt diesem Tatort allerdings. Und vielleicht hier und da ein vorsichtiger Witz? Nein? Schade. So bleibt eine gedrückte
Stimmung beim Zuschauen. Durchschnitt: 3 von 5 Elchen.

P.S.: Sorgt endlich mal für einen gescheiten Handy-Empfang im Schwarzwald, dann passiert sowas Hinterwäldlerisches auch nicht.

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