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Bertram Quadt (Foto: SWR3)

Am Sonntag gibt es einen Abschieds-Tatort aus Berlin, Titel: „Vielleicht“. Und der ist mit allerlei Minenfeldern gespickt: ein Kommissar ohne Bock auf seinen Job, übersinnliche Fähigkeiten und hölzerne Charaktere. Ob das gut geht?

Szenenbild Tatort: „Vielleicht“ (Foto: rbb/Frédéric Batier)
Nach dem SEK-Einsatz erkundigen sich Stark (Boris Aljinovic) und sein Kollege Malte (Christian Sengewald) nach Trudes (Lise Risom Olsen) Befinden. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Die Psychologiestudentin Trude sucht in der Cafeteria der Uni einen freien Platz. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Trude entdeckt in der Uni-Cafeteria die junge Lisa (Tinka Fürst) aus ihrem Träumen, die sich mit ihrem Freund Florian (Florian Barholomäi) zum Essen verabredet hat. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Die norwegische Psychologiestudentin Trude Bruun Thorvaldsen hat Vorahnungen über Morde. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Der Psychologe Robert Meinhardt (Fabian Busch) und Stark übermitteln Frau Steiger (Naomi Krauss) den Tod ihrer Tochter. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Felix Stark ermittelt mit seiner jungen Kollegin Maria Schuh (Anjorka Strechel) im studentischen Milieu Berlins. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Was hat Florian, der Freund der Toten mit dem Mord zu tun, fragen sich Stark und seine Kollegin Maria Schuh. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Hauptkommissar Felix Stark und seine Kollegen Oleg (Dimitrij Schaad) und Maria haben endlich die Pizzeria gefunden, die ihnen Trude aus ihren Träumen beschrieb. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Ein Schuss ist gefallen. Stark, sein Kollege Oleg und seine Kollegin Maria laufen dem Täter hinterher. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Stark überlegt mit seiner Chefin Karin Breitenbach (Birge Schade), den Fall abzugeben. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Hauptkommissar Felix Stark in seinem letzten Fall. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Hauptkommissar Felix Stark kommt genau zum Einsatz des SEK an. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Trude wartet verzweifelt auf die Polizei, nachdem sich ein Mann in ihrer Wohnung verschanzt hat. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen
Hauptkommissar Felix Stark ermittelt in den Straßen Berlins. rbb/Frédéric Batier Bild in Detailansicht öffnen

Nachdem Dominick Raacke alias Till Ritter im letzten Berliner Tatort seine Dienstmarke abgegeben hat, heißt es jetzt auch für Boris Aljinovic „Schicht machen“: Als Felix Stark muss zum letzten Mal ran. Das macht traurig, denn Aljinovic war einer der ganz großen Tatortkommissare.

Spiel mit dem Feuer

Szenenbild Tatort: „Vielleicht“ (Foto: rbb/Frédéric Batier)
Hauptkommissar Felix Stark kommt genau zum Einsatz des SEK an. rbb/Frédéric Batier

Der Ritt, den die Tatortmacher diesmal hinlegen, ist extrem gewagt und hat eigentlich so ziemlich alle Grundlagen für einen monumentalen Abstinker: Fall nach einer Stunde gelöst, dann knapp 20 Minuten rumhangeln, einige schon als hölzern angelegte Charaktere und vor allem: Parapsychologie und Hellseherei. Bei jedem anderen Tatort muss so etwas in die Hose gehen. Hier nicht. Das Ding sitzt wie 'ne Eins. Die Geschichte ist in zweieinhalb Zeilen erklärt: Eine hellsichtige Studentin tritt beim LKA an und berichtet von einem bevorstehenden Mord. Der tritt ein. Das Mädel sieht einen zweiten voraus, Stark und Co ermitteln.

Klingt platt, könnte es auch sein. Aber: Aljinovic legt eine seiner brillantesten Schauspielleistungen hin. Man merkt, wie ihm die Puste Stück für Stück ausgeht, der Job stinkt, man spürt in manchen Szenen fast körperlich, wie sehr ihm sein Kumpel Ritter fehlt, und sei es auch nur zum Auskotzen. Da kämpft einer allein, der nicht mehr kämpfen will, aber er macht es trotzdem, weil es sein Job ist. Und weil es um einen besonderen Menschen geht: die hellsichtige Studentin Trude. Die norwegische Schauspielerin Lise Risom Olsen gibt die Rolle gigantisch – und das Zusammenspiel mit Aljinovic ist großes, großes Theater.

Perfekt gespielt und zu jeder Sekunde glaubwürdig

Szenenbild Tatort: „Vielleicht“ (Foto: rbb/Frédéric Batier)
Die norwegische Psychologiestudentin Trude Bruun Thorvaldsen hat Vorahnungen über Morde. rbb/Frédéric Batier

Ein Fall, in dem es nicht um Beweise und Indizien geht, sondern um die paranormalen Fähigkeiten einer zerbrechlich wirkenden nordischen Blondine – wie leicht hätte das in die Binsen gehen können, beispielsweise wenn sie Stark weissagt, dass ihn die Kugel erwischt, dass sie ihn in seinem Blut auf dem Boden liegen sieht. Aber das Spiel der beiden ist so perfekt, dass die Geschichte keine Sekunde unglaubwürdig wird. Eine großartige Leistung, ein würdiger Abschiedstatort für Boris Aljinovic, ein Tatort, der sogar noch ein Plus hinter der Bestnote 5 von 5 Elchen verdient hätte – und an dessen Ende ein kleines bisschen Hoffnung steht.

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