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Brigitte Egelhaaf
Brigitte Egelhaaf (Foto: SWR3)
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In „Wüstensohn“ ermitteln Ivo Batic und Franz Leitmayr in den Münchener Diplomatenkreisen. Sie treffen auf einen jungen, steinreichen, arroganten arabischen Prinzen, der als Diplomat seines Emirats nicht auf deutsche Gesetze achten muss.

Ein teurer, flacher Sportwagen rast mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit durch München. Am Steuer der Sohn des Emirs von Kumar. Auf dem Beifahrersitz sein bester Freund. Der ist allerdings tot, erschossen von einem Unbekannten. Am Auto befinden sich Diplomatenkennzeichen. Das heißt für die Kommissare Batic und Leitmayr: Finger weg vom Sportwagen, vom toten Freund, vom rasenden Prinzen und seiner gesamten Entourage.

Prinz Nasir schnupft gerne und auch öffentlich Koks, ballert in seinem Garten mit Maschinenpistolen rum und überlegt, ob er seinem Vater zum 70. Geburtstag einen Leopard-Panzer schenken soll. Der arabische Rotzlöffel mit Diplomatenstatus, der sich gerne und oft daneben benimmt, bringt vor allem Batic auf die Palme. „Kameltreiber“ nennt ihn der Kommissar bald und der Prinz ist auch tatsächlich im Kamelgewerbe tätig. Er besitzt Rennkamele, von denen zwei grade zur Besamung in Wien sind. „Wien, Stadt der Liebe“, lautet Leitmayrs Kommentar dazu.

Junge Unterstützung

In weiteren Rollen: Wilson Gonzalez Ochsenknecht, der in der Rolle des einfältigen, dauerpartyfeiernden Prinzenkumpels überzeugt und der relativ neue, sehr junge Assistent Kalli. Der übernimmt immer dann, wenn die weißhaarigen Kommissare Leitmayr und Batic überfordert sind. Also immer, wenn es um Laptop, Internet oder Blogger geht.

Viele Klischees – solide Unterhaltung

Der Tatort Wüstensohn ist voller Klischees. Allerdings nur am Rande, was die Religion betrifft. Hier geht es eigentlich eher um einen kleinen, verwöhnten Prinzen, der seinem Vater imponieren und gleichzeitig seine Grenzen austesten will. Mir waren es ein paar Klischees zu viel. Vielleicht auch nur deswegen, weil ich unterschätze, wie klischeehaft das Leben eines arabischen Prinzen in München wirklich ist.

„Wüstensohn“ ist kein künstlerisches Highlight, wie wir es schon öfter aus München gesehen haben, aber solide Unterhaltung. Eine schöne Idee, im Diplomatenumfeld zu ermitteln, wo eigentlich gar nicht ermittelt werden darf. Hier rufen Prinzen nicht den Notdienst, wenn sie den Kellerschlüssel verlegt haben, sondern ballern einfach mal das Schloss weg.

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