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Vor allem Onlineshops aber auch der Einzelhandel überbieten sich gerade wieder mit Aktionsrabatten zur Cyberweek und dem Cyber Monday. Teilweise werden euch 20 bis 50 Prozent Rabatt versprochen. Wie viel ihr tatsächlich sparen könnt und mit welchen Tricks die Shops arbeiten, lest ihr hier.

Wie viel kann man beim Cyber Monday wirklich sparen?

Meist nicht so viel, wie versprochen wird. Die angezeigten Rabatte werden oft auf Basis der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers berechnet. Dieser Herstellerpreis entspricht aber selten dem tatsächlichen aktuellen Marktpreis.

Erfahrungen und Statistiken der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die tatsächliche Ersparnis gar nicht so groß ist – da bewegen wir uns oft nur im einstelligen Bereich. Im Schnitt waren das bisher immer so um die sechs Prozent.

Wie sollte ich am Cyber Monday beim Shoppen vorgehen?

Die Preise und Rabatte immer noch einmal prüfen. Zum Beispiel über Preissuchmaschinen – manche bieten euch einen Jahreschart, also die Möglichkeit die Preisentwicklung eines Produkts über ein ganzes Jahr oder länger einzusehen. Hier bekommt ihr einen guten Überblick über den tatsächlichen Marktpreis und könnt sehr schnell sehen, ob ihr es mit einem satten Rabatt oder einem Fake-Angebot zu tun habt.

Lieferengpässe beim Cyber Monday

Durch die aktuellen Lieferengpässe gerade bei Elektrogeräten, kann es sein, dass ein am Cyber Monday bestelltes Weihnachtsgeschenk nicht rechtzeitig bei euch ankommt. Darum kann es sich auch lohnen, statt im Internet mal im Geschäft um die Ecke vorbeizuschauen. Auch hier gibt es mittlerweile sehr verbreitet Aktionstage parallel zur Cyberweek und noch die Chance auf Lagerbestände.

Mit welchen Tricks arbeiten die Händler beim Cyber Monday?

Misstrauisch sollte man immer sein, wenn die Shops mit psychologischen Druckmitteln arbeiten. Wenn Preise aggressiv dargestellt werden, zum Beispiel über blinkende Buttons oder Counter, die runterzählen und euch vorgaukeln wollen, dass nur noch wenige Produkte verfügbar sind.

Manchmal werden von einem Produkt auch nur bestimmte Modellvarianten günstiger angeboten. Meist solche, die sich nicht so gut verkaufen. „Will man dann aber zum Beispiel bei einem Smartphone eine andere Farbe, einen größeren Speicher oder eine bessere Kamera wird’s plötzlich relativ teuer“, warnt Oliver Buttler.

Dazu kommt, dass euch manche Händler anhand eures persönlichen Surfverhaltens individuelle Preis anzeigen. Es kann also sein, dass ein Freund oder Kollege beim selben Produkt auf derselben Seite einen anderen Preis sieht als ihr. Welcher Preis einem angezeigt wird, kann von verschiedenen Faktoren abhängen. Das ist zum Beispiel die Tageszeit, euer Wohnort, das benutztes Smartphone oder der Computer, mit dem ihr auf der Seite des Shops surft. Dagegen könnt ihr euch schützen, wenn ihr regelmäßig eure Browser-Cookies löscht und beim Shoppen nur im Inkognito-Modus surft.

Die Verbraucherzentralen haben zu diesem Thema einen Online-Shop-Simulator gebaut. Auf wasistdeinpreis.de könnt ihr sehen, nach welchen Kriterien sich die angezeigten Preise verändern.

Eine weitere Rabatt-Falle sind Fake-Shops. Also Portale, die euch mit großen und vermeintlich unschlagbaren Rabatten locken, euch das Geld aus der Tasche ziehen, ihr die bestellte Ware aber nie bekommt. Diese sehr aufwendig und inzwischen oft sehr professionell gestalteten Shops werden immer mehr. „Wir haben über die letzten zwei Jahre fast eine Versechsfachung zu verzeichnen“, sagt Verbraucherschützer Oliver Buttler.

Wie erkenne ich Fake-Shops?

Diese Betrugsportale bieten oft Preise, die zu schön sind, um wahr zu sein und sind dabei optisch kaum von seriösen Shops zu unterscheiden. Zum Teil wird das Design vertrauenswürdiger Shops dreist kopiert. Oft findet ihr hier auch sehr hohe Rabatte auf Produkte, die eventuell gerade ausverkauft sind, zum Beispiel Spielekonsolen. Auch die Zahlungsmethoden geben einen Hinweis auf einen Fake-Shop. Zwar werden auf den ersten Blick oft alle üblichen Methoden angeboten, am Ende ist dann aber doch fast immer nur Vorkasse möglich, per Sofort-Überweisungen ohne Käuferschutz oder Bitcoins.

Verbraucherschützer empfehlen beim Online-Einkauf:

  • auf Rechnung oder per Lastschrift zahlen
  • Kreditkartenzahlung
  • Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz

Wenn ihr den Shop nicht kennt, lohnt es sich immer das Impressum zu prüfen und den Anbieter einmal zu googlen. Oft findet man sehr schnell andere Nutzerinnen und Nutzer, die nach Negativerfahrungen vor dem Shop warnen.

Zusätzlicher Tipp: Seriöse Shops arbeiten in der Regel mit Vertrauenssiegeln (z. B. Trusted Shops). Auch diese werden immer öfter gefälscht, darum solltet ihr schauen, ob diese Siegel anklickbar sind und auf die Seite des jeweiligen Siegelgebers verlinken. Hier erfahrt ihr mehr über den Shop, zum Beispiel, wie lange er schon gelistet ist und ob er seriös ist oder nicht.

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