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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer

Die Stadt warnt vor den falschen Knöllchen: Darin wird gefordert, ein Verwarnungsgeld an ein Kinderhospiz zu überweisen. Das Hospiz ist darüber gar nicht glücklich.

Sie haben Sch***e geparkt“ – so lautet manchmal die Message, die Leute anderen an die Winschutzscheibe hänge. Diese Zettel haben eine feinere Aufschrift: „Sie parkten blöd“. Das klingt auch nicht nach Behördendeutsch und ist es auch nicht:

Ausschnitt aus dem "Knöllchen": „Tatvorwurf sie parkten blöd. Vorschrift: Bitte machen sie das nicht nochmal. Verwanungsgeld: 55 €“, eine IBAN sowie der Hinweis auf das Kinderhospitz Sterntaler
So sehen die Knöllchen des oder der Unbekannten aus.

Tatvorwurf: „Sie parkten blöd“ – Knöllchen fordert Geld für Kinderhospiz

Die Stadt Frankenthal warnt vor den falschen Strafzetteln. Darin steht ganz offen, man möge das Geld an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen überweisen. Dass sie nicht echt seien, erkenne man daran, dass echte Strafzettel beidseitig bedruckt seien, nicht nur auf einer Seite, wie hier.

Vor allen Dingen haben die Strafzettel weder mit der Stadt, noch mit dem Hospiz zu tun. Die Stadt schreibt:

So gut der Gedanke dahinter auch sein mag – bei den aktuell im Stadtgebiet kursierenden „Knöllchen“ mit Zahlungsempfänger Kinderhospiz Sterntaler handelt es sich um Fälschungen.

Kinderhospiz alles andere als begeistert von der Knöllchen-Idee

Linnford Nnoli, Pressesprecher des Sterntaler-Hospizes in Dudenhofen hat SWR3 gesagt, er habe nicht einmal ansatzweise eine Idee, wer dahinter stecken könnte. „Unsere Unterstützer wissen, dass wir da ganz korrekt sind“, sagt Nnoli. Wahrscheinlich sei es irgendwer, „der normalerweise am Fenster hängt und sich über Falschparker aufregt“.

Die Aktion sei für das Hospiz nicht gut. Viele würden sich über solche Knöllchen ärgern und dann das Hospiz damit in Verbindung bringen. Dem Hospiz mache das nur Arbeit: „Die Spendenabteilung ist bereits angewiesen, alle 55-Euro-Beträge, die reinkommen, sofort zurückzuüberweisen.“

Die Stadt Frankenthal teilt mit: Wer unsicher sei, ob das am Auto vorgefundene Knöllchen tatsächlich von der Stadtverwaltung stamme, können sich an die Abteilung Verkehrsüberwachung und Vollzugsdienst wenden unter 06233-89399, ordnungundumwelt@frankenthal.de.

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