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Jessica Brandt
Jessica Brandt

Im Jahr 2019 trank laut WHO jeder in Deutschland rund 60 bis 80 0,3-Liter-Gläser Bier pro Monat. Kann man da schon von einer Alkoholsucht sprechen? Und wie erkenne ich eine Sucht überhaupt?

Konsum von Alkohol im weltweiten Vergleich

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegte Deutschland 2019 Platz vier der Länder, die am meisten Alkohol konsumieren. Vor Deutschland lag Tschechien auf Platz eins, gefolgt von Lettland und Moldavien. Rund 13 Liter reiner Alkohol pro Kopf wurde in Deutschland konsumiert. Das entspricht etwa 60 bis 80 0,3-Liter-Gläsern Bier pro Monat und pro Kopf oder rund 300 Liter Bier pro Jahr.

Hat die Corona-Pandemie unseren Alkoholkonsum verändert?

Auch dieser Frage geht das Youtoube-Format auf den Grund. Allerdings ist die Studienlage bislang noch unzureichend und es lässt sich keine eindeutige Erkenntnis daraus ziehen. Eine Umfrage des ZI Mannheim mit dem Klinikum Nürnberg hat ergeben, dass 37 Prozent der Befragten in der Corona-Pandemie mehr Alkohol konsumiert haben als zuvor. Allerdings muss das nicht direkt bedeuten, dass man alkoholsüchtig ist.

Alkoholsucht: Eine Definition

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist für Frauen ein Glas (0,3 Liter) Bier oder ein kleines Glas Wein (0,125 Liter) Alkohol am Tag unbedenklich. Für Männer ist es höchstens die doppelte Menge. Jedoch wird auch empfohlen, an mindestens zwei Tagen in der Woche keinen Alkohol zu konsumieren. Zudem weist die BZgA in einer Pressemitteilung vom 05.03.2021 darauf hin, dass der Konsum von Alkohol für Frauen gravierendere Folgen haben kann als für Männer.

Beispielsweise ist der Anteil an Körperflüssigkeit, auf die sich Alkohol im Körper verteilen kann, bei Frauen geringer. Dadurch liegt die Blutalkoholkonzentration bei gleicher Alkoholmenge höher als bei Männern. Zudem bauen Frauen Alkohol langsamer ab.

Alkoholsucht Bei Show in Las Vegas: Adele spricht vor Fans über ihren Alkoholkonsum

Sängerin Adele hatte wohl kein gutes Jahr. Seit Juli 2023 rührt sie offenbar keinen Tropfen Alkohol mehr an. Bei ihrer Show in Las Vegas sprach sie vor Fans offen über ihr Problem.

Ab wann spricht man von Alkoholsucht?

Rund 6,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einem erhöhten Alkoholkonsum. 1,6 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. Aber ab wann kann man von einer Alkoholsucht sprechen?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Psychologeek vergleicht die Alkoholabhängigkeit in ihrem Video mit Depressionen: Die Krankheit kann mehrere Gesichter haben und lässt sich nicht so leicht definieren. Sowohl das Trinkverhalten als auch Folgeschäden bei einer Alkoholsucht sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Einige Menschen beginnen schon am Morgen mit dem ersten Schluck Alkohol, trinken den ganzen Tag über und leben eher zurückgezogen. Andere Menschen gehen einer geregelten Arbeit nach und trinken erst am Abend. Daher ist es für Mitmenschen oftmals schwer, die Alkoholabhängigkeit ihres Gegenübers direkt zu erkennen.

Das Trinkverhalten kann bei einer Alkoholsucht unterschiedlich sein:

  • Morgendliches Trinken
  • Trinken in Gesellschaft
  • Periodische Trinkexzesse
  • Heimliches Trinken
  • Spiegeltrinken (Trinken, damit man permanent den gleichen Alkoholpegel hat)

Es geht aber nicht nur um das Trinkverhalten, sondern auch um den Grad der Abhängigkeit. Ebenso ist es bei der Alkoholsucht entscheidend, welche Auswirkungen diese auf verschiedene Alltagsbereiche wie Arbeit oder Privatleben hat.

Diagnose von Alkoholsucht

Bei der Diagnose von Alkoholsucht werden bei den Patienten folgende Kriterien geprüft:

  • Hat der Patient ein Bedürfnis oder gar Zwang, Alkohol zu trinken?
  • Hat er Schwierigkeiten darin, ein Ende des Konsums zu finden?
  • Trinkt er, um körperliche Entzugserscheinungen zu lindern und eine positive Wirkung durch den Alkoholkonsum zu erzielen?
  • Gibt es einen Nachweis einer gewissen Toleranz gegenüber des Alkoholkonsums?
  • Vernachlässigt der Patient Interessen oder Dinge, die er sonst gerne macht zugunsten des Alkohols?
  • Wird der Alkoholkonsum nicht verringert, obwohl sich eindeutige gesundheitliche Schäden abzeichnen?

Wenn mindestens drei der sechs Kriterien innerhalb der letzten sechs Monate erfüllt sind, spricht man von dem Verdacht auf Alkoholsucht.

Folgen der Alkoholabhängigkeit

Sowohl körperliche als auch soziale Folgen kann eine Alkoholabhängigkeit mit sich bringen. Manche Betroffenen haben gesundheitliche Probleme, andere verwahrlosen oder vernachlässigen Familie und Freunde. Aber auch psychische Folgen wie Eifersucht oder Depressionen können auftreten.

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Alkoholsucht: Was tun?

Wie eine Alkoholsucht behandelt werden kann, könnt ihr hier nachschauen:

Hilfe bei Alkoholsucht

Wenn ihr selbst bei den Fragen zuvor festgestellt habt, dass ihr drei oder mehr Fragen positiv beantwortet habt, können euch verschiedene Anlaufstellen Hilfe bieten:

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