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Brigitte Egelhaaf
Brigitte Egelhaaf (Foto: SWR3)
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Lea Kerpacs
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Die Wege von zwei jungen Männern kreuzen sich. Einer von ihnen bricht tödlich verletzt zusammen. Zwei junge Frauen treffen sich zufällig in einem Imbiss. Verbringen zusammen die Nacht, bis zum blutigen Ende. Und zwei Kommissarinnen, Odenthal und Stern, sind sich sicher, dass sie den Mörder kennen.

Einer geht joggen, der andere morden

6.30 Uhr in Ludwigshafen. Ein Wecker klingelt, der Konzertveranstalter Tillman Meineke startet in den Tag. Zur gleichen Zeit verabschiedet sich der Rechtsradikale Ludger von seiner Freundin Hedwig. „Ich werde den so gekonnt weg machen, dass die vollkommen im Dunkeln stehen.“ „Also dann hau rein!“, entgegnet Hedwig. Tillmann Meinecke wird von Neonazis bedroht, hat Polizeischutz angefordert. Doch der Polizeischutz, das spricht ihm Kommissarin Odenthal gerade auf die Mailbox, wird ihm von der Staatsanwaltschaft nicht gewährt. Meinecke geht joggen, wenig später liegt er tot im Park. Erschossen.

Lena allein gegen den Verfassungsschutz

Ludger und seine Freundin Hedwig geraten auf ihrer Flucht in eine Polizeikontrolle. Ludger verliert die Nerven und erschießt eine Polizistin. Zwei Menschen hat er nun umgebracht. Die Polizistin, dafür gibts Zeugen, und Meinecke, der vor allem Rock-gegen-Rechts-Konzerte veranstaltete. Im Verhör allerdings bestreitet er den Mord an Meinecke: „Hätte ich gemacht ja, möglich. Aber der war schon tot, als ich da ankam.“ Eine Falle sei das gewesen, vom Verfassungsschutz. Der schaltet sich natürlich auch ein und es kommt zum allzu üblichen Kompetenzgerangel. Kommissarin Odenthal ist da ja gerne schnell ein bisschen beleidigt, wenn man ihr etwas wegnehmen will.

Tatort: Hetzjagd (Foto: SWR/Jacqueline Krause-Burberg)
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„Ich will doch nur am Leben bleiben“

Abseits der politischen Ebene, aber ebenfalls im Visier der Polizei, der ehemalige Geschäftspartner von Meinecke, der keine Lust mehr auf Bedrohung von rechts hatte. „Ich bin nicht zum Helden geboren. Ich will einfach nur Konzerte veranstalten und am Leben bleiben, ist das so verwerflich?“ Deswegen hat er sich geschäftlich von Meinecke getrennt.

Nazi oder Nebenbuhler?

Und da kommt Kommissarin Johanna Stern plötzlich so ein Gedanke: „Stell dir mal vor, die ganze Welt, inklusive der Journalisten, geht davon aus, dass das radikale Rechte waren. Und dann kommen wir und finden Unstimmigkeiten im privaten Bereich des Opfers…“ Damit müsste man dann auch mal klarkommen, wenn schon die ganze Welt auf Ludwigshafen schaut. Dass so ein Tatort halt mal total politisch anfängt und total menschlich aufhört. Nazi oder Nebenbuhler, wer wars also?

Behind the Scenes beim Tatort „Hetzjagd“

Nach dem Schluss ist vor dem Schluss

Hört sich spannend an, ist es aber nicht. Alles was passiert, ist irgendwie vorhersehbar. Von unglaubwürdig möchte ich nicht sprechen, als sich die zwei Freundinnen der Protagonisten zufällig treffen. Das ist halt so in der Geschichte, das ist Fernsehen, Fantasie und ausgedacht. Kopfschüttelnd aber habe ich den Schluss geschaut. Oder sagen wir besser, den Schluss und den Schluss nach dem Schluss. Messer im Rücken mit Telefonkonferenz und Last-Second-Rache-Retterin Lena, das ist so unglaubwürdig, dass es für mich fast schon komisch ist. Und das war bestimmt nicht gewollt.

Clueso als Stargast im Tatort

Da kann auch Stargast Clueso in seiner Rolle als Clueso und Alibi-Verschaffer, aus meiner Sicht nichts mehr retten. Ob nun politisch, Zitat Odenthal: „Nazis schalten Menschen aus, wir nicht!“ oder spirituell, Zitat Johanna Stern: „Ein Geistwesen mit Schuhgröße 41, circa 60 Kilo schwer“, dieser Tatort ist, aus meiner Sicht, weder so richtig spannend, noch so richtig politisch und so richtig gelacht oder in menschliche Abgründe geblickt, habe ich auch nicht.

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