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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Carola Knape
Carola Knape (Foto: SWR3)

Fünf Jahre lang hat sie Landminen und andere Sprengstoffe in Kambodscha erschnüffelt. Jetzt ist die Minensuch-Ratte Magawa gestorben.

Das Tier sei am Wochenende „im hohen Alter von acht Jahren“ friedlich eingeschlafen, teilte die Hilfsorganisation Apopo mit, die das Tier ausgebildet hatte.

Magawa hat in ihrer „Karriere“ mehr als 100 Landminen und andere Sprengstoffe gefunden. Die Ratte gilt damit als bisher erfolgreichste sogenannte „HeroRAT“ der belgischen Hilfsorganisation. Erst im Juni 2021 war Magawa offiziell in „Rente“ gegangen.

Die aus Tansania stammende Riesenhamsterratte – 1,2 Kilogramm schwer und 70 Zentimeter lang – war im Alter von neun Monaten nach Kambodscha gekommen und dort trainiert worden.

Ratten können Minen viel schneller aufspüren als zum Beispiel ein Metalldetektor. Und im Vergleich zu Hunden sind sie leichter zu ernähren und zu transportieren. Außerdem haben sie ein so geringes Gewicht, dass sie Minen nicht auslösen können. Dazu kommt ihre feine Nase.

Effizienter Minen räumen mit Ratten

Die Ratte kann innerhalb von einer halben Stunde ein Gebiet von der Größe eines Tennisplatzes nach Minen absuchen. Mit einem Metalldetektor würde dies vier Tage dauern.

Von 2016 bis 2021 stand Magawa im Dienst der belgischen Organisation Apopo, die Ratten zum Aufspüren von Minen und Tuberkulose ausbildet und einsetzt. In dieser Zeit hat die Ratte 225.000 Quadratmeter Land geräumt, indem sie Sprengkörper ausfindig machte, so dass seine menschlichen Assistenten sie sicher sprengen konnten. Das entspricht etwa 31 Fußballfeldern. Insgesamt spürte Magawa 71 Landminen und 38 Blindgänger auf.

little hero #Magawa https://t.co/qEcciJShdV

Thanks for your brave work. You have brought our lives new days. #Magawa

Höchster Tierorden für Tapferkeit

Für Magawas besondere Leistungen gab es im vergangenen Jahr sogar einen Orden: die Goldmedaille der gemeinnützigen britischen Tierorganisation PDSA, die höchste zivile britische Tapferkeitsauszeichnung für Tiere. Es war die erste Ratte, die damit ausgezeichnet wurde. Bis dahin hatten Hunde, Pferde, Tauben und eine Katze die Ehre.

Kambodscha zählt noch immer zu den am stärksten verminten Ländern der Welt. Die meisten Sprengkörper stammen aus der jahrzehntelangen Schreckensherrschaft der Roten Khmer ab dem Jahr 1975.

Mehr als 60 Millionen Menschen in 59 Ländern sind weiterhin der Bedrohung durch Landminen und Blindgänger ausgesetzt. 2018 töteten oder verletzten solche Explosionswaffen und Kampfmittelaltlasten laut Apopo fast 6.900 Menschen.

SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 11. August, 11:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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