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Tamara Land
Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion (Foto: SWR, SWR)

Bei grau, nass und kalt hilft: Gedanken und Vorfreude auf Sonne, Strand und warm. Deshalb gibt es aktuell wieder jede Menge Frühbucher-Angebote für die nächste Urlaubsreise. Für wen die Frühbucherrabatte sinnvoll sind und was das Positive an der Thomas-Cook-Pleite ist, erfahrt ihr hier.

Es sind noch nicht mal alle Weihnachtsgeschenke besorgt, da läuft schon die Werbung für den Sommerurlaub an: Reiseportale und Veranstalter versprechen bis zu 50 Prozent Rabatt plus Reisegutscheine von 100 Euro. Ob diese Versprechen genauso eingelöst werden, lässt sich objektiv kaum überprüfen. Denn häufig ist gar nicht klar, worauf sich die versprochene Ersparnis überhaupt bezieht. Auf den Katalogpreis? Oder doch nur auf den Übernachtungspreis? Die Prozentzeichen alleine sollten nicht maßgeblich für die Entscheidung sein – sie sind oft nur Augenwischerei. Nichtsdestotrotz kann es sich aber lohnen, jetzt schon zu buchen.

Frühbucherrabatte sinnvoll für Familien

Frühbucherangebote geben den Kunden Sicherheit, die bei der Urlaubsplanung nicht flexibel sind. Wer an die Schulferien gebunden ist oder aus anderen Gründen nur zu einem bestimmten Zeitraum verreisen kann, minimiert das Risiko, indem er sich früh festlegt. Das ist keine Garantie dafür, dass man wirklich den besten Preis erwischt. Aber man vermeidet die Gefahr, zur Hauptsaison überhöhte Preise zahlen zu müssen oder sogar gar nicht mehr wegzukommen, weil alles schon ausgebucht ist.

Wer flexibel ist, kann pokern

Wer hingegen nicht auf bestimmte Urlaubszeiten angewiesen ist, kann ruhig pokern. Wie sich die Preise kurzfristig entwickeln, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab – allen voran vom Wetter. Wenn in Deutschland die Sonne scheint, sinkt erfahrungsgemäß die Nachfrage nach Last-Minute-Angeboten. Die Hoteliers senken dann kurzfristig die Preise, um die Hotelbetten noch vollzubekommen.

So war es zum Beispiel im vergangenen Sommer: Nachdem die Buchungen zu Jahresbeginn schon schleppend gelaufen waren, war der Sommer auch noch überdurchschnittlich warm. Die Nachfrage blieb deshalb mau – bis die Veranstalter die Preise senkten und die freien Kapazitäten „Last Minute“ vermarkteten. Wem egal ist, ob er Anfang Juni oder Ende September in den Urlaub fährt, kann sich auf das Risiko-Spiel einlassen – und kurzfristig dann buchen, wenn der Preis am niedrigsten ist.

Wie riskant sind frühe Buchungen nach der Thomas-Cook-Pleite?

Klar ist, wer früh bucht, geht ein gewisses Risiko ein. Kunden müssen eine Anzahlung leisten, in der Regel 20 Prozent des Reisepreises. Unter bestimmten Umständen können es aber auch 40 Prozent sein. Im Gegenzug bekommen die Kunden einen sogenannten Reisesicherungsschein, der gegen eine mögliche Insolvenz des Reiseveranstalters schützen soll.

Doch die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook hat gezeigt, dass die Absicherung nicht ausreicht: Die Pflichtversicherung greift nur bis zu einer Schadenssumme von 110 Millionen Euro, bei Thomas Cook hat die Versicherung den vorläufigen Schaden auf 287 Millionen Euro beziffert. Die betroffenen Kunden werden von der Versicherung also nur einen Teil ihrer Anzahlung erstattet bekommen. Allerdings hat sich die Bundesregierung inzwischen bereiterklärt, den Rest zu erstatten.

Pauschalreisekunden sollen nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Mit diesem Versprechen stärkt die Regierung die Pauschalreise, Kunden müssen nicht fürchten, ihre Anzahlung zu verlieren. Und damit sich ein Fall wie Thomas Cook nicht wiederholt, arbeitet das Bundesjustizministerium derzeit an einem neuen Absicherungsmechanismus für die Reisebranche.

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