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SWR3

Seht euch eure jungen Männer an.
Sie kämpfen.
Seht euch eure Frauen an.
Sie weinen.
Seht euch eure jungen Männern an.
Sie sterben.
So, wie es schon immer war.
Seht euch den Hass an, den wir da züchten.
Seht euch die Angst an, die wir großziehen.
Seht euch das Leben an das wir führen.
So, wie es schon immer war.

Meine Hände sind gebunden.
Die Massen sind mal links, mal rechts,
und die Kriege werden mit hirnlosem Stolz geführt,
Kriege um Gottes Liebe und für unsere Menschenrechte -
und genau diese Dinge werden weggefegt von blutigen Händen,
die die Geschichte nicht wegleugnen kann, werden weggespült
durch unseren Völkermord.
Und die Geschichte versteckt die Lügen des zivilisierten Krieges.

Hast du Trauer getragen, als sie den Mann erschossen haben,
der gesagt hatte: ’Der Friede könnte ewig dauern’?
Das erste, an was ich mich erinnern kann,
ist wie sie Kennedy erschossen haben.
Und als ich sehen lernte, bin ich erstarrt.
Drum bin ich auch nicht auf Vietnam reingefallen.
Wir haben diese Mauer in Washington D.C, die uns alle dran erinnert,
dass man der Freiheit nicht trauen kann,
solange man sie nicht in Händen hält und alle für ihr gelobtes Land kämpfen.

Und ich brauche eure Zivilisationserscheinung Krieg nicht mehr.
Das nützt nur den Reichen, die Armen bringt es um.
Die Machthungrigen verkaufen Soldaten wie in einem Gemüseladen,
wo man immer schön frische Menschen kriegt.
Lasst mich mit eurem Krieg in Ruhe.

Seht euch die Schuhe an, und wer drin stirbt.
Seht euch das Blut an, das wir vergießen.
Seht euch diese Welt gut an, denn wir killen sie grade,
aber das war schon immer so.
Seht euch die Zweifel an, die wir geschürt haben.
Seht euch die Führer an, denen wir nachgerannt sind.
Seht euch die Lügen an, die wir gefressen haben.
Ich will nichts mehr davon hören.

Denn das alles, was ich gesehen habe, hat mich umgedreht,
aber die Kriege gehen weiter mit den Jahren
und von der Liebe Gottes oder von den Menschenrechten ist nichts mehr zu spüren.
Denn sie sind weggefegt worden von den blutigen Händen der Hypnotisierten,
die das Kreuz des Totschlages tragen.
Und die Geschichte trägt die Narben dieser Zivilisationserscheinung Krieg.

Ich brauche euren zivilisierten Krieg nicht,
der nur die Reichen reicher macht und die Armen tötet.
Und eure Machthungrigen, die die Soldaten wie im Supermarkt verkaufen,
die brauche ich auch nicht mehr,
ich brauche überhaupt keinen Krieg mehr.

Was ist eigentlich überhaupt so zivilisiert an einem Krieg?



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