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Jetzt stehen alle Acts fürs SWR3 New Pop Festival fest. Wir freuen uns schon mega. Dabei sind unter anderem: Cris Cab, London Grammar, Family Of The Year, Clean Bandit, George Ezra, Sam Smith. Alle Acts hier:

George Ezra begeistert als facettenreicher Songwriter

George Ezra (Foto: Sony Music)
George Ezra Sony Music

Der Singer Songwriter George Ezra, Familienname Barnett, kommt aus Bristol. Er wird die New Pop Gemeinde ebenso begeistern wie vor ihm schon Ed Sheeran oder Passenger. Bei dem Konzert in einem kleinen Club in Frankfurt spielte George Ezra 45 Minuten solo, nur er und seine Akustik-Gitarre. Es herrschte geballte Aufmerksamkeit im Publikum, wie man es heutzutage eher selten hat, alle acht, neun Songs ernteten frenetischen Beifall. George Ezra steht auf der Bühne, wiegt seinen Kopf und Oberkörper im Takt hin und her, und was die Hauptsache ist, er hat was zu erzählen. Und er singt mit dieser unglaublich tiefen Stimme, die beim Zuhören auf einen wesentlich älteren Performer schließen lässt. Vielleicht ist das sein Geheimnis. Die Songs sind musikalisch facettenreich, sein Hit „Budapest“ gehört ja zu den großen Sommerhits und jetzt erscheint sein Debütalbum „Wanted On Voyage“. Übrigens: zum New Pop Festival will Ezra seine Band mitbringen. (Helmut Milling)

Abschluss im Kurhaus mit Alle Farben

Das gab's noch nie – zum aller ersten Mal wird ein DJ New-Pop-Festival-Act werden: Alle Farben. Doch der Erfolg kommt nicht über Nacht wie viele denken. Alle Farben schuftete jahrelang für diesen Erfolg.

Hinter dem Künstlernamen Alle Farben steckt der 29 jährige Frans Zimmer (ja mit „s“) und er macht einen Sound der gerade total angesagt ist, der chillige Dance- und Electro-Sound der seit Wankelmut und Co. die Charts bestimmt. Doch Frans macht das schon seit über 5 Jahren und dieses Jahr kann er endlich den Erfolg seiner harten Arbeit ernten, sein starkes Album Synesthesia!

Frans hat in vielen Clubs aufgelegt, nebenher in einem Café gearbeitet und später sogar selbst als Konditor. Doch seine Musik hat er nie aufgegeben. Und die vielen Jahre in den Clubs haben ihm einen guten Namen in der Szene gebracht, er weiß was angesagt ist und deshalb hat er diesen Erfolg.

Sein Debütalbum hat er mit zwar mit echten Livemusikern und ein paar Gastsängern im Studio aufgenommen und eingespielt. Beim SWR3 New Pop Festival wird er aber nicht mit Live-Band kommen, sondern als Live-DJ. Noch dürfen wir nicht zu viel verraten, aber ganz alleine auf der Bühne hinter seinem DJ-Pult wird Frans nicht stehen! Das wird sicher ein sehr spezieller Auftritt von Alle Farben beim 20. New Pop Festival. (Dirk Scherer)

Erst Culcha Candela, jetzt solo: Larsito

Larsito (Foto: Sony Music)
Larsito Sony Music

Larsito war über 10 Jahre der Percussionist von Culcha Candela. Jetzt verselbständigt sich der Berliner mit einem tempogeladenen modernen Latin-Pop, der manchmal aber auch an den berühmten Buena Vista Social Club erinnert. Als Sohn einer Deutschen und eines kolumbianischen Musikers schnappt sich Larsito die musikalischen Wurzeln seines Vaters und kombiniert afro-kolumbianische Rhythmen mit modernen Pop-Beats. Im Vergleich zu Culcha Candela ist der Sound schon mehr Ethno und weniger Club. Es klingt trotzdem nicht nach purer Weltmusik, sondern nach zeitgemäßem Pop, aber halt mit sehr viel Latin-Flair. Die Band: zwei Percussionisten, die als Bläser doppeln, dazu Schlagzeug, Piano, Bass – also eine amtliche Besetzung. Und Larsito ist ja ein erfahrener Frontmann, der die Latin-Fiesta schnell in Gang bringen wird. (Bernd Lechler)

Cris Cab: Die Popversion von Bob Marley

Cris Cab (Foto: Universal)
Cris Cab Universal

Cris Cab kennen die wenigsten mit Namen. Er ist auch kein wirklicher Hingucker auf den ersten Blick: Cab hat keine Muckies und er steht auch nicht für Skandale – bisher. Er war aber schon mit Wyclef Jean von den Fugees im Studio und er wurde von Multitalent Pharrell Williams entdeckt und gefördert. Cris Cab hat mit den Singles „Liar Liar“ und „Loves Me Not“ zwei beachtliche Hits abgeliefert und da wage ich jetzt mal zu orakeln, dabei wird es nicht bleiben.

Cris Cab mit Gitarre (Foto: SWR3)
Angekommen im schönen Baden-Baden präsentiert Cris Cab seinen neuen Song „Liar Liar“. Darin geht's um eine Frau, die sein gutes Herz benutzt und ihn belügt. Schon als kleines Kind hat er angefangen zu singen. Einer seiner ersten Songs auf der Gitarre Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem ein guter Schulfreund seine Gitarre mit in die Schule gebracht hat, hat er seine Eltern angebettelt auch eine zu bekommen. Und sein Wunsch wurde erfüllt. Mit 10 Jahren bekam er zu Weihnachten eine schwarze E-Gitarre. Bild in Detailansicht öffnen
Durch die Freunde des Vaters wurden ihm die Leute von Pharrell Williams („Happy“) vorgestellt. Die fanden seine Songs so gut, dass er zu Pharrell ins Studio nach South Beach in Florida eingeladen wurde. Bild in Detailansicht öffnen
Voller Ehrfurcht hat sich der damals 15-jährige Cris die Tipps von Pharrell zu Herzen genommen. Für seinen Traum müsse er viele Opfer bringen, so Pharrell. Ihm war aber klar, dass er unbedingt weiter an seinem großen Traum arbeiten will. Bild in Detailansicht öffnen
Vor kurzem ist Cris 21 geworden – in den USA ist er jetzt volljährig! Für ihn macht’s aber nicht so große Unterschiede. Party machen muss er gerade nicht so viel, er konzentriert sich lieber auf seine Musik. Jetzt kann er aber „offiziell“ ein Glas Bild in Detailansicht öffnen
Cris Cab hat seinen High-School-Abschluss gemacht. Das war seinen Eltern auch sehr wichtig. Während der Schulzeit hat er immer in einer Rockband gespielt. Musicals und Co. waren dagegen nicht so sein Ding. Bild in Detailansicht öffnen
Seinen bisher schönsten Moment auf der Bühne hatte er mit 19 Jahren. Er gab ein Konzert in New York City, während Wyclef Jean und Pharrell Williams auch in der Stadt waren. Am Tag des Konzertes erfuhr er, dass die beiden mit ihm auf der Bühne Bild in Detailansicht öffnen
Aktuell plant Cris seine Tournee. Sein Hit „Liar Liar“ steht in den Startlöchern. Wir sind gespannt, wie es bei ihm weiter geht! Bild in Detailansicht öffnen

Ich durfte vorab Cris Cab live in Berlin erleben. In der kleinen Kantine des Berliner Kultclubs Berghain gab er ein Konzert vor etwa 200 begeisterten Fans. Cris Cab ist wie der nette Junge von nebenan, ist auf der Bühne anfänglich etwas schüchtern, aber dann geht es ab. Cabs Begleitband harmoniert hervorragend und ist vielseitig. Der Gitarrist spielt auch mal Keyboard oder Saxophon, der Schlagzeuger sitzt bei manchen Songs an seiner Cajon und auch der Bassist war bei einem Song am Keyboard. Der Sound von Cris Cab erinnert immer ein wenig an eine Popversion von Bob Marley. Viele Songs haben eine reggaeartigen Beat und es fällt wirklich von der ersten Minute an schwer, still zu stehen. Großartiges Tanzvergnügen. (Marcus Rebok)

Cris Cab unplugged: „Liar Liar“

Family Of The Year – Mehr als eine Familie

Die SWR3-Musikredaktion ist ständig auf der Suche nach neuen Bands für das SWR3 New Pop Festival. Deshalb ging es bereits Anfang Dezember 2013 nach Berlin in die Columbia-Halle. Im Vorprogramm von Phoenix spielt Family Of The Year. Der Durchbruch für die Band aus L.A. kam mit ihrem zweiten, Mitte 2012 in den USA erschienenen Album „Loma Vista“ und der Hit-Single „Hero“. Der Song sorgte jedoch nicht nur in Amerika für Aufsehen, wo Stars von Steven Tyler bis Russell Crowe zur Fanbase der Band gehören. Auch in Deutschland ist „Hero“ der große Hit und erschien unter anderem auf dem Soundtrack zu Matthias Schweighöfers Film „Frau Ella“.

Einzigartiges Live-Erlebnis

Family Of The Year (Foto: Universal)
Family Of The Year Universal

Im wahren Leben ist die Band mehr als eine „Familie“. Jahrelanges Zusammenleben auf kleinstem Raum und eine eineinhalb Jahre dauernde Tour gelingt nur durch eine kalifornische Lockerheit, die allen vier Mitgliedern von Family Of The Year innewohnt. Diese Einstellung spiegelt sich im Text der aktuellen Single „St. Croix“ besonders wieder.Eine große Erwartungshaltung also vor dem Auftritt. Wer den Hit „Hero“ liebt und davon ausgeht ein Konzert im Style von retro-orientiertem Folk-Sound à la „America“ zu erleben, wird sehr positiv überrascht sein. Family Of The Year hat mehr zu bieten. Wunderschöne Melodien, mehrstimmiger Gesang, Psychedelic-Anklänge und ein wenig Indie-Rock machen die Band zu einem einzigartigen Live-Erlebnis. Auf der Bühne perfekt aufeinander eingespielt, erinnert der Auftritt an manchen Stellen an eine Hippie-Kommune. (Robby Gierer)

Family Of The Year unplugged: „Hero“

London Grammar – die Frau mit der dunklen Stimme

Ihre Musik ist Kunst! Nicht künstlich, aber kunstvoll. Die drei schaffen es eindringliche Titel zu schreiben, die manchmal – zugegeben – schwer, dafür aber sehr atmosphärisch klingen. Mit diesem Sound erfolgreich sind auch Künstler wie The XX oder Lana Del Rey. Die Stimme von Hannah ist wirklich außergewöhnlich, denn selbst das Kavinsky-Cover „Nightcall“ aus dem Kultfilm „Drive“ wirkt so, als wäre es nur für ihre klare, dunkle Stimme geschrieben worden. Die Leinwand, auf die Hannah ihre musikalische Farbe bringen kann, spannen Daniel und Dot Major. „Strong“, die erste Single, zeigte perfekt, welchen Soundmix die Band macht: Pop und Trip-Hop gemischt. Unglaublich: Hannah Reid singt live noch besser, klarer und nimmt mit ihrem Stimmvolumen den ganzen Konzertsaal für sich ein.

London Grammar (Foto: Universal)
London Grammar Universal

Konzert gleicht einem Gemälde

So unscheinbar die Band auf der Bühne vielleicht wirkt, so sehr geht die Live-Atmosphäre von London Grammar unter die Haut. Daniel Rothman, Hannah Reid und Dot Major bilden ein musikalisches Triptychon auf der Bühne. Links der schüchterne und introvertierte Gitarrist Daniel, in der Mitte strahlt die zierliche blonde Sängerin Hannah und den dritten Teil bildet der Wuschelkopf Dot Major am Keyboard. Aus dieser kleinen, süßen und zarten jungen Frau hallt eine Stimme, die kaum zu vergleichen ist und die das Publikum packt vor Faszination und Staunen. Das Konzert ist wie ein tolles Gemälde: Je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr Details und Schönes sind zu entdecken. Erst als plötzlich das Licht in der Halle wieder angeht, erwacht man aus der Trance. Für alle, die diese Band live beim SWR3 New Pop Festival erleben können, ein Tipp: Genießt mindestens ein Lied mit geschlossenen Augen! (Dirk Scherer)

London Grammar: „Strong“

American Authors – Der Erfolg kam durch einen Werbespot

Den schnellen Hype schaffen andere, bei den American Authors kam der Erfolg nicht gerade über Nacht. Die Jungs kennen sich seit 2006 aus dem gemeinsamen Musik-Studium in Boston. Erst der Umzug nach Brooklyn sollte dann den Durchbruch bringen. Schlüssel zum Erfolg war, dass „Best Day Of My Life“ in Großbritannien und Frankreich für einen Auto-Werbespot verwendet wurde. Die Band bekam daraufhin einen Plattenvertrag, hatte ihren ersten Hit und konnte das Album „Oh, What A Life“ aufnehmen. Der Titel passt perfekt zu den vier positiv denkenden Musikern, die nie aufgaben, sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielten, aber ihr Ziel nie aus den Augen verloren.

Wuchtiger Power-Rock aus Brooklyn

Schon im Interview vor der Londoner Europa-Premiere bekommt man die große Energie und die Lust auf Live-Auftritte zu spüren. Die Authors freuen sich unbändig auf Europa und Deutschland. Besonders Gitarrist James Adam Shelley, ein begeisterter Kletterer, kann’s kaum noch erwarten neben den europäischen Bühnen auch diverse Alpen-Gipfel zu erobern.

Die vier Amerikaner spielen in ihrem Set einen wuchtigen Power-Rock mit hymnischen Chor-Passagen. Der schlanke, am Oberarm tätowierte Frontmann Zac Barnett bearbeitet bei einigen Songs das Stand-Tom, also die Trommel – Rhythmus pur! Stillstehen geht bei der Show kaum. Denn die Amerikaner verzichten bei ihrem Set ganz auf Balladen.

Ein Slow-Intro zum Verschnaufen muss reichen und schon geht’s weiter im wilden Tempo. Das macht richtig Laune, auch weil die American Authors in ihren Songs richtig aufgehen. Sie singen leise die Texte mit und steigen im Refrain voll mit ein. Genialer Moment: Gitarrist und Banjo-Spieler James Adam Shelley setzt im härtesten Song „Hit It“ ausgerechnet zu einem gekonnten Banjo-Solo an.

Sam Smith – die Musikhoffnung 2014

Die britische Musikpresse feierte Sam Smith schon letztes Jahr als die Musikhoffnung für das Jahr 2014. Als Gastsänger auf der Naughty-Boy-Produktion „La La La“ konnte der 21-jährige Sänger in England gerade seine ersten Nummer-1-Hit für sich verbuchen. Sein besonderes Erkennungsmerkmal ist Sam Smiths helle, hohe Stimme, die mit viel Soulgefühl getränkt ist. Mit dem Ohrwurm „Money On My Mind“ gelang Sam Smith – jetzt unter eigenem Namen – der zweite Nummer-1-Erfolg auf der Insel und auch bei uns kletterte die Single mit dem eingängigen Hook in den Charts bis auf Platz 11.

Soul-Shouter mit Draht zum Publikum

SWR3-Musikchef Uli Frank hat in einem kleinen Club in Köln das deutsche Live-Debüt von Sam Smith miterlebt: „Sam wirkt anfangs noch ein bisschen schüchtern auf der Bühne, aber er grinst und strahlt und findet es unheimlich gut, wenn die Leute abgehen. Und das haben sie vom ersten Song an gemacht!“

Im Laufe des Konzertes wird Sam Smith dann immer lockerer, redet mit dem Publikum und fühlt sich sichtlich wohl. Man merkt, dass der 21-jährige Sänger kein reiner Newcomer ist. Schon mit zwölf Jahren nimmt Sam Smith als Sänger zum ersten Mal an einem regionalen Casting-Wettbewerb teil. Mit sechzehn schreibt er seine ersten eigenen Songs.

Mehr als „La La La“

Auf seinem Debüt-Album „In The Lonely Hour“ überzeugen Sam Smith Songs, welche die ganze Bandbreite des Soul abdecken. Da gibt es Nummern, die mit ihrem funkig-souligen Drive zum Tanzen anstecken. Aber auch emotional ergreifende Gänsehaut-Balladen, wie die aktuelle Single „Stay With Me“. Unterstützt wird Sam Smith live von einer „unglaublich tollen Band“, die neben den üblichen Instrumenten wie Gitarre, Keyboards, Bass, Schlagzeug, auch mit einem Cello überrascht.

SWR3-Musikchef Uli Frank ist sich sicher, dass Sam Smith beim SWR3 New Pop Festival die Besucher genauso begeistern wird, wie bei seiner deutschen Live-Premiere in Köln: „Das war einfach ein sehr, sehr rundes Konzert. Ich habe keinen gesehen, der nach dem Auftritt nicht mit einem Lächeln den Club verlassen hat.“

Nico & Vinz – sonniger Sound aus dem Norden

Nico & Vinz (hier mit SWR3-Moderator Kristian Thees in der Mitte) kommen aus Norwegen sind aktuell mit ihrer Single „Am I Wrong“ am Start. Der Song war in 2013 einer der meistgespielten Sommerhits in (Foto: SWR3)
Nico & Vinz (hier mit SWR3-Moderator Kristian Thees in der Mitte) kommen aus Norwegen und sind aktuell mit ihrer Single „Am I Wrong“ am Start. Der Song war 2013 einer der meistgespielten Sommerhits in Skandinavien. Bild in Detailansicht öffnen
Das Stück ist eine Hymne aufs Anderssein, darauf, seinen eigenen Weg zu gehen und auf jeden Fall seine Träume zu verwirklichen, auch wenn sie groß sind. Bild in Detailansicht öffnen
Das Video dazu drehten Nico & Vinz in Botswana. Sie waren beide vorher noch nie in dem Land und fragten dort einfach Leute auf der Straße, ob sie Lust hätten mitzumachen. Bild in Detailansicht öffnen
Obwohl Vinz eine sehr dunkle Haut hat, erkannten ihn die Afrikaner immer sofort als Europäer. Es lag wohl an der Art sich zu bewegen und etwas introvertierter zu gucken, vermutet er. Bild in Detailansicht öffnen
Nico & Vinz machen seit 2011 zusammen Musik, angefangen hatten sie unter dem Namen „Envy“. Weil der aber zu häufig vorkommt, nennen sie sich jetzt bei ihren echten Namen. Die lauten vollständig: Nicolay Sereba und Vincent „Vinz“ Dery. Bild in Detailansicht öffnen
Die Wahl des neuen Namens kam ganz natürlich. Ihre Freunde nannten sie schon immer Nico und Vinz. Deshalb finden sie das als Bandnamen jetzt viel persönlicher. Bild in Detailansicht öffnen
Sie machen weniger Rapp als früher, man könnte ihre Musik als gutgelaunten Pop mit Weltmusikeinflüssen und ganz viel Soul beschreiben. Bild in Detailansicht öffnen
2013 sind sie bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo aufgetreten und haben sogar schon den norwegischen Kronprinzen und seinen Stiefsohn getroffen, die große Fans von ihnen sind. Bild in Detailansicht öffnen
Beide sind in Norwegen aufgewachsen. Vinz' Familie stammt aus Ghana, Nico hat eine norwegische Mutter, sein Vater kommt von der Elfenbeinküste. Bild in Detailansicht öffnen
Bei dem Künstler, der sie am meisten inspiriert hat, sind sich beide einige: Michael Jackson! In jeder Hinsicht: tänzerisch, gesanglich und was das Songschreiben betrifft. Bild in Detailansicht öffnen
Ob sie gerne deutsche Künstler hören? Nico steht auf Gentlemen. Vinz mag Yakoto, die auch schon beim SWR3 New Pop Festival zu Gast war. Bild in Detailansicht öffnen

Der skandinavische Sommer-Hit „Am I Wrong“ aus dem Jahr 2013, damals noch unter dem Bandnamen „Envy“, überrollt jetzt die südlicheren Länder. Unter dem Vornamen der beiden Sänger Nico & Vinz agiert das Projekt seit diesem Jahr, platziert den Hit in den deutschen Top 5, und überzeugt auch im Live-Set. Musik-Redakteur Jörg Lange hat die Band für SWR3 im Hamburger Mojo-Club beobachtet: „Da stehen keine Anfänger auf der Bühne. Schon im letzten Jahr traten Nico & Vinz bei der Friedensnobelpreis-Gala in Oslo auf. Bei ihrer Show in Hamburg hatten die Norweger das Publikum sofort auf ihrer Seite. Da spielt es keine Rolle, dass die Besucher die meisten Songs noch gar nicht kannten.“

Songs zum Mitwippen

Die Melodien ihren neuen Songs gehen sofort ins Ohr, die afrikanisch angehauchten Pop-Beats bringen einen sofort zum Mitwippen. Nico & Vinz spielen sich als Sänger auf der Bühne immer wieder geschickt die Bälle zu. DAS Konzerthighlight ist natürlich die Hitsingle „Am I Wrong“.

Nico & Vinz: „Am I Wrong“

Nico & Vinz unplugged: „In Your Arms“

Clean Bandit - Beats mit den Streichern

Auf der britischen Insel wird Clean Bandit von den Medien geradezu verehrt. Das coole Dance-Projekt aus Cambridge landete mit der Gute-Laune-Hymne „Rather Be“ einen wochenlangen Nr.1-Hit. Auch live sorgte das Quartett – unter anderem im Vorprogramm von Rudimental – mit seinem ausgefallenen Sound-Konzept (verschiedene Gast-Sänger) für Aufsehen.

Clean Bandit (Foto: SWR3)
Jack Patterson und Grace Chatto sind bei uns zu Gast im Studio. Die anderen beiden Bandmitglieder, Neil Amin-Smith und Luke Patterson, konnten nicht dabei sein. Angeblich finden sie es peinlich, sich im Radio zu hören. Bild in Detailansicht öffnen
Sie kommen aus Cambridge in Großbritannien und sind nicht das erste Mal Deutschland. Im Urlaub waren sie auch schon mal mehrere Tage im Schwarzwald zu Gast. Bild in Detailansicht öffnen
Leider kennen sie nicht sehr viele deutsche Wörter, aber Grace hat ein paar durch die Musik aufgeschnappt. Durch die Werke von Franz Schubert kennt sie das Wort „langsam“. Aber „Schnitzel“ und „Sauerkraut“ sagt ihnen natürlich auch etwas. Bild in Detailansicht öffnen
In ihrem neuen Hit „Rather be“ mischen sie in ihrer Musik die Klassik mit Dance- und Elektrobeats. Es sollte ein Experiment sein und es hat geklappt. Komponisten wie Bach oder Mozart sind für sie große Vorbilder. Zusammen mit der Sängerin Jess Glynne Bild in Detailansicht öffnen
Einer ihrer Freunde ist begeistert von Statistiken und Charts. Dieser hat ihnen schon vor dem großen Erfolg angekündigt, dass ihr Song eine Nummer 1 werden wird. Auf der Heimreise nach einem Gig in Manchester bekamen sie die Info, dass sie in Bild in Detailansicht öffnen
Im frühen Sommer 2013 haben sie den Song geschrieben und live auf einigen Gigs und Festivals gespielt. Die Reaktionen vom Publikum waren sehr positiv. Sie konnten schon nach der zweiten Strophe den Refrain mitsingen. Da wussten sie, dass sie den Song Bild in Detailansicht öffnen

Echter New-Pop-Sound

SWR3 Musik-Redakteur Matthias Kugler hat Clean Bandit in London im ausverkauften Club „The Laundry“ gesehen und ist begeistert: „Musikalische Grenzen? Scheinen für Clean Bandit ein absolutes Fremdwort zu sein. Egal ob Dub-Step, Drum'n'Bass, Pop, Soul, Folk, 2Step, Hip- und TripHop oder Rock, da wird einfach alles in einen Topf geschmissen, umgerührt und raus kommt ein Sound, den ich persönlich so noch nie gehört habe. New Pop eben! Die Show wurde von den Fans frenetisch bejubelt, um mich herum tanzten, feierten und freuten sich die Leute über so viel Energie, Enthusiasmus und Musikalität auf der Bühne. Sowohl live als auch im Studio werden Clean Bandit von ganz verschiedenen Gast-Sängerinnen und Sängern unterstützt, was ihre Songs noch abwechslungsreicher macht.“

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