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Michael Haas
Michael Haas (Foto: SWR3)
SWR3

Eine geheimnisvolle Liste, ein alter Fall, eine Verschwörung! Der Polizeiruf aus München mit Matthias Brandt als Kommissar von Meuffels ist mehr als nur ein einfacher Krimi, sagt SWR3-Redakteur Michael Haas.

Alter Fall gleich neuer Fall?

Im Mittelpunkt steht erst mal ein alter Fall, der längst als gelöst galt. Ist die Frau Wendt eine Querulantin, die nur ihre Wut loswerden will? Oder sollte von Meuffels sie ernstnehmen? Er hatte sie damals verhaftet, weil sie ihren Mann angezündet haben sollte. Saß sie nun wirklich jahrelang unschuldig in der Psychiatrie?

Dieser alte Fall steht am Anfang des Polizeirufs, der sich dann aber geradezu rasant zu einem vielschichtigen Fall entwickelt und in einer großen Verschwörungsgeschichte mündet. Irgendwie weckt die Frau Wendt nämlich das Interesse des Kommissars.

Die Liste

Sie habe eine geheime Liste, erzählt sie ihm. Wegen dieser Liste sei ihr Mann vor Jahren umgebracht worden. Und auf der Liste seien lauter Namen reicher Bankkunden, die ihr Geld illegal in die Schweiz gebracht hätten. Alles unentdeckte Steuerhinterzieher! Die Liste habe sie gut versteckt, als Beweis für ihre Unschuld.

Der Polizeiruf hat was Geheimnisvolles

Damit nimmt der Polizeiruf Fahrt auf. Ein toller Krimi glasklar erzählt, mit wunderbaren Aufnahmen bebildert und in einem tollen Sepia-Style gezeigt, der dem Ganzen etwas Geheimnisvolles verleiht. Dazu die Frau Wendt, von der man nie weiß, ob die jetzt vertrauenswürdig oder verrückt ist – wunderbar glaubhaft und fesselnd gespielt von Judith Engel. Auch Ulrich Nöthen als Chef des Kommissars ist klasse, allerdings lenkt der ungewohnte bayerische Dialekt, den er da plötzlich spricht, ein bisschen von seiner Kunst ab. Aber wie sagt man in München: „Schwomm dribba!“

Also angucken?

Freuen Sie sich auf einen tollen Polizeiruf mit einigen überraschenden Wendungen. Die Regisseurin sagt, Vorbild für den Film Francis Ford Coppolas Klassiker „Der Dialog“ gewesen, in dem Thriller und Psychodrama vermischt wurden. Das spürt man. Dazu noch dieser Mattias Brandt, der ja sowieso immer so aussieht als wäre er aus einem 60er Jahre-Schwarzweiss-Film herausgeplumpst. Klasse!

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