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Michael Haas
Michael Haas (Foto: SWR3)
SWR3

Der Tatort mit dem Titel „Die harte Kern“ kommt aus Weimar. Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln also als die Kommissare Dorn und Lessing. Sie sind mal wieder skurril und komisch, ist aber nicht so überragend wie noch am Anfang, sagt SWR3 Redakteur Michael Haas.

Lessing ein Mörder?

Kommissar Lessing sitzt im Knast. Er soll einen Verdächtigen in einem Mordfall getötet haben. Jedenfalls wurde der Mann, ein Schrotthändler, mit Lessings Waffe getötet. Kira Dorn versucht natürlich alles, ihren Kollegen – und ja auch Ehemann – wieder rauszukriegen. Wäre da nur nicht die böse Frau Kern von der polizeiinternen Ermittlung. Sie versucht alles, um Lessing den Mord anzuhängen.

Szenenbilder aus „Die harte Kern“

Szenenbilder aus „Die harte Kern“ (Foto: MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach)
Die Weimarer Kommissare Kira Dorn und Lessing bringen den Schrottplatzbesitzer Harald Knopp vor Gericht. Er soll vor 15 Jahren eine Kunstsammlerin ermordet haben. Knopp präsentiert im Prozess überraschend den Neffen der Ermordeten, Rainer Falk, als MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Kurz nach der Freisprechung findet Lessing den erschossenen Knopp. Kira Dorn und Lessing ermitteln auf dem Schrottplatz. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Als sich herausstellt, dass der tödliche Schuss aus Lessings Dienstwaffe abgegeben wurde, gerät der Kommissar unter Mordverdacht. Sonderermittlerin Eva Kern übernimmt den Fall. Mit ihr ist nicht gut Kirschen essen. Sie verhört Lessing. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Lessing landet in einer Zelle, Kira Dorn wird wegen Befangenheit von den Ermittlungen abgezogen. Unterstützt vom frischverliebten Polizisten Lupo setzt sie dennoch alles daran, Lessings Unschuld zu beweisen. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Sie sucht Knopps Bruder Georg und dessen Frau Hannah auf, die als Schauspielerin von einem eigenen Theater träumt. Von ihnen erfährt sie, dass Harald Knopps esoterisch interessierte Ehefrau Birte ihren Mann trotz des Freispruchs verlassen hat. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Kira befragt Birte in deren Esoterikladen. Birte glaubt nicht an Knopps Unschuld und ist überzeugt davon, dass der Gott des Unheils für ihre ganze Misere verantwortlich ist. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Auch Rainer Falk macht sich schwer verdächtig, als er auf Knopps Schrottplatz Birte mit Waffengewalt zur Herausgabe einer alten indischen Statue zwingen will. Kiras Eingreifen verhindert Schlimmeres. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Falk kann entkommen, doch in derselben Nacht wird ein Mordanschlag auf Falk verübt – von einer Frau in einem grünen Parka, wie Kira ihn trägt. Die Sonderermittlerin löst eine Fahndung aus. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen
Um ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu schnappen, müssen Kira Dorn und Lessing vor den eigenen Kollegen fliehen. MDR / Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach Bild in Detailansicht öffnen

Ist das Opfer selbst ein Mörder?

Das Mordopfer Knopp soll vor 15 Jahren selbst einen Mord begangen haben. Ein Gericht hat ihn zwar freigesprochen, doch seine Frau glaubt an seine Schuld und verlässt ihn. Sie ist überzeugt, dass er vor 15 Jahren eine Kunstsammlerin erschlagen und beraubt hat. Dabei hat er eine Esoterik-Statue erbeutet, die – wie sich jetzt herausstellt – mehrere Millionen wert ist. Und wie durch einen Zufall macht ausgerechnet Knopps Noch-Ehefrau nun plötzlich einen Esoterik-Shop auf.

Zurückhaltendes Gag-Feuerwerk

Dieser Tatort ist ganz okay, aber bei weitem nicht mehr so originell und schreiend komisch wie am Anfang, als Tschirner und Ulmen loslegten – und sich die Bälle nur so zuwarfen. Die Gags sind jetzt zurückgenommener und zünden nicht mehr so wie am Anfang. Das ist schade. Aber wenigstens spazieren die Kommissare Dorn und Lessing nach wie vor mit großer Leichtigkeit und Süffisanz durch den Tatort. Und auch die Story ist skurril, abgedreht und auch noch toll inszeniert. Macht zusammen ganz ordentliche drei von fünf Elchen.

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