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Der Tatort kommt aus Frankfurt. Da ermitteln die Kommissare Janneke und Brix auf einem Golfplatz, denn dort sind ein paar düstere Gestalten herumgeschlichen und plötzlich war ein junger Golfer verschwunden. Klingt nach ‘nem guten Anfang, doch insgesamt ist der Krimi etwas zu einfach gestrickt, sagt SWR3-Redakteur Michael Haas.

Entführung mit Hindernissen im neuen Tatort Frankfurt

Vier Maskierte zerren ein hippes Millionärs-Söhnchen vom Golfplatz runter in eine dunkle Hecke. Sie wollen ihn in einen weißen Kastenwagen sperren. Ganz offensichtlich eine Entführung. Doch bevor der Berufs-Sohn überwältigt wird, tritt er einmal empfindlich zu. Eine Vermummte stürzt – und ist sofort tot. Trotzdem ziehen die anderen drei Entführer ihr Ding durch, und schon nach kurzer Zeit melden sie sich beim Vater des jungen Mannes. Vier Millionen wollen sie haben. Doch der Alte denkt nicht daran zu zahlen. Der erfolgreiche Immobilien-Mogul hat für seinen Sohn nur wenig übrig. Der ist ihm nicht erfolgreich genug, ist Manager von irgendwelchen Musikbands, statt bei einem renommierten Unternehmen.

Ein falscher Finger für die Kommissare Janneke und Brix

Um den Druck auf den Vater zu erhöhen, schicken die Entführer einen abgeschnittenen Finger – per Kurierdienst (Mensch, das müssen die Autoren aus dem Fernsehen haben, das hab ich schonmal irgendwo gesehen). Dumm nur, dass die Polizei um Janneke und Brix herausfindet, dass der Finger gar nicht vom Millionärs-Spross stammt. Hätten sich die Entführer auch denken können, gibt ja DNA-Tests und so.

Tatort-Kritik „Wer zögert, ist tot“ (Foto: ard-foto s1, HR/Degeto/Bettina Müller)
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Krimi oder eher eine Sammlung unnützen Wissens?

Immer wieder sitzt man so vor dem Fernseher und denkt: Das mit der Entführung hätte ja sogar ich hier von meinem Sofa aus besser hingekriegt. Und dann treten die Ermittlungen auch gerne auf der Stelle, und die Kommissare Janneke und Brix haben Zeit für den Austausch von Binsenweisheiten wie „Mütter mit Kindern haben es immer eilig“ oder unnützem Wissen à la „Wussten Sie, dass jeder Förster rechnerisch einmal in seinem Berufsleben eine Leiche findet?“ Hat das etwas mit unserem Fall zu tun? Nein!

Fazit: Ein enttäuschender Tatort mit kaum neuen Ideen

Bleiben wir stattdessen bei der Frage: Wie isser denn, der Tatort? Die Antwort gibt sich fast von selbst: zu simpel gestrickt! Theoretisch kann man nebenbei locker facebooken oder instagramen, oder sich in real unterhalten – und verpasst doch nichts. Das meiste hat man eh woanders schon mal gesehen, und ahnt daher vieles voraus. Ein bisschen so wie bei einem Zauberer, der auch nach 50 Jahren immer noch denselben alten weißen Hasen aus dem Hut zaubert. Fade. Schade. Zwei von fünf Elchen.

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