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Kira Urschinger (Foto: SWR3)
Sandra Tiersch (Foto: SWR3)

Immer mehr Menschen leiden unter Allergien, sagt die Kaufmännische Krankenkasse. Bei jungen Erwachsenen haben demnach mehr als zehn Prozent Heuschnupfen. Welche Mittel helfen bei Allergien wirklich? Und warum werden sie gefühlt immer schlimmer?

1. Allergien werden immer schlimmer, stimmt das?

Es gibt gute und schlechte Jahre für Pollenallergien. Vor allem bei Birkenpollen sagen Biologen: Alle zwei Jahre gibt es die sogenannten Mastjahre, in denen die Birken besonders viel Blütenstaub produzieren, um den Bestand zu sichern. Dann fliegen viel mehr Pollen als sonst durch die Luft, was auch für Nicht-Allergiker anstrengend werden kann. So ein Mastjahr hatten wir beispielsweise 2018.

Vor allem in Städten nimmt die Zahl von Allergikern zu. Forscher vermuten, dass dreckige Luft daran schuld sein könnte. Denn: Schadstoffe heften sich direkt an Pollen. Zum Beispiel an Diesel-Abgaspartikel. Der Mix aus Schadstoffen und Pollen verschlimmert die Allergie und gilt in der Forschung als zusätzlicher Faktor, der eine Allergie auslösen kann.

Außerdem setzen die Pollen in Verbindung mit Umweltschadstoffen wie Stickoxiden oder Ozon und bei Trockenheit mehr von den Eiweißen frei, die Allergien triggern und verursachen.

Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen führen zu längeren Pollenflugzeiten und einer vermehrten Pollenmenge. So begann die Pollenflugsaison der Hasel zum Beispiel in den letzten Jahren in wärmeren Regionen nicht erst im Februar, sondern sogar schon Ende Dezember.

2. Jeder kann eine Pollen-Allergie kriegen

Das Fiese ist: Die Allergie kann jeden treffen, egal in welchem Alter. Sie kann einfach von einem Jahr auf das andere anfangen – eine Vorbeugung gibt es nicht. Es gibt ein paar Faktoren, die Allergien aber begünstigen:

  • Stress, der länger andauert, kann den Körper anfälliger machen für Allergien
  • Schlafmangel verstärkt die Beschwerden
  • Alkohol kann die Symptome verschärfen
  • Schmutzige Luft

Unser moderner Lebensstil - wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, kaum Kontakt zu Tieren - scheint laut Forschern bei Kindern für die Entwicklung von Allergien förderlich zu sein.

3. Sind Pollen-Allergiker anfälliger für Corona-Erkrankungen?

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4. Was sind Kreuzallergien?

Das Blöde: Pollenallergiker entwickeln leider auch häufig sogenannte Kreuzallergien. Dabei reagieren die Betroffenen nicht nur auf bestimmte Pollen, sondern auch auf gewisse Lebensmittel allergisch. Bei Menschen, die Birken, Hasel- oder Erlenpollen nicht vertragen, sind das häufig Äpfel oder anderes Kernobst, aber auch Nüsse. Wer auf Beifußpollen reagiert, spürt plötzlich ein Kribbeln im Mund, wenn er Sellerie oder eine Möhre isst. Auch bestimmte Gewürze verträgt er dann nicht mehr.

Kreuzallergien können auftreten, aber bei weitem nicht alle Allergiker sind davon betroffen und sie verschwinden auch meist wieder, wenn die Blütezeit vorbei ist.

5. Was wirklich hilft gegen Heuschnupfen und Pollen-Allergie

Die Stiftung Warentest hat 2018 eine Reihe von Mitteln getestet. Die Empfehlung im Überblick:

  • Bei leichten Beschwerden können rezeptfreie Augentropfen und Nasensprays helfen
  • Akut wirksam sind Mittel mit Azelastin, Levocabastin und Ketotifen
  • Antihistaminika sind ein bisschen stärker, dazu gehören die Wirkstoffe Cetrizin oder Loratadin
  • Tipp: Am besten haben jene Mittel abschnitten, die frei sind von Konservierungsstoffen

Die Stiftung Warentest empfiehlt vor allem die neueren Wirkstoffe Cetrizin oder Loratadin: „Anders als ältere Antihistaminika machen sie nur wenig müde und wirken von innen heraus, was Nase und Augen, Rachen und Atemwege entlastet“, so die Erklärung.

Wie viel darf es kosten? Die günstigsten Tabletten im Test kosteten 2,70 Euro, für 20 Tabletten. Wem das nicht hilft, für den kommt eine Hyposensibilisierung in Frage – also, Spritzen gegen die Allergie, um sie langfristig einzudämmen oder wegzukriegen. Diese Behandlung ist rezeptpflichtig. Also unbedingt mit dem Arzt reden.

Sich täglich vorm Zubettgehen die Haare zu waschen, kann für einen erholsameren Schlaf sorgen. Noch ein paar Tipps für richtiges Lüften: In Städten ist die Pollenkonzentration erwiesenermaßen abends am höchsten, so dass es sinnvoller ist, morgens zu lüften (5 bis 8 Uhr). Auf dem Land verhält es sich umgekehrt, also sollten Landbewohner lieber abends lüften (19-24 Uhr). Regelmäßiges kräftiges Stoßlüften ist für Allergiker besser, als Fenster dauerhaft „auf Kipp“ zu stellen.

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