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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Krokodil-Männchen haben erstaunliche Methoden, um Weibchen wuschig zu machen, haben Forscher herausgefunden. Bald soll es sogar ein Wörterbuch geben.

An Kuscheln und Zärtlichkeit denkt man bei Krokodilen nicht gerade. Dabei tut man den Tieren Unrecht. Eine neue Studie der australischen University of the Sunshine Coast (UniSC), hat sich mit den Ausdrucksweisen und der „Sprache der Liebe“ der Reptilien befasst.

Australier erforschen Love Language bei Krokodilen – so klingt sie

Ergebnis: Sie flirten intensiv. Demnach spritzen die Männchen unter anderem Wasser aus ihrer Nase, machen Zischlaute und erzeugen Wasserblasen, um ihre Angebetete zu beeindrucken. „Und die Weibchen lieben es!“, zitierte die Uni die Leiterin der Studie, Sonnie Flores. In diesem Beitrag von ABC News könnt ihr die zärtliche Sprache der Riesen hören:

Spouting water, hissing and blowing bubbles might not work for humans on the dating scene, but for saltwater crocodiles it's a different story. https://t.co/KjqIDVTuaf

Krokodil-Forscherin: Wie ein Liebeslied vor der Paarung

Zwölf Monate lang haben die Experten die Liebeslaute der Krokodile erforscht. Dabei haben sie festgestellt: Weibchen knurren eher, besonders wenn sie ein Nest bewachen.

Die Männchen wiederum benutzen ihre Nasen wie einen Geysir. „Es ist fast so, als würden sie dem Partner in ihrem Gehege vor der Paarung ein Liebeslied vorsingen“, beschreibt Flores.

Forscher planen „Krokodilwörterbuch“

Einige Tiere benutzten auch ihren Kopf als eine Art Schlagwerkzeug auf dem Wasser. Zudem werde auch unter der Wasseroberfläche viel kommuniziert, sagt der Ökologe Ross Dwyer. Die neuen Erkenntnisse sollen helfen, das Verhalten der Tiere besser zu verstehen – ihre Bewegungen, ihre Beziehungen untereinander, ihre Ökologie.

Zunächst sollen die Aufnahmen zur Erstellung eines „Krokodilwörterbuchs“ beitragen. „Wir haben bisher nur die Spitze des Eisbergs berührt“, ist Flores überzeugt.

Um die Sprache der Salzwasserkrokodile zu entschlüsseln hat die Forscherin im Rahmen des zwölfmonatigen Projekts Kameras und akustische Aufzeichnungsgeräte in den Krokodilgehegen des Australia Zoos installiert. Der private Zoo nördlich von Brisbane wurde viele Jahre vom TV-Star Steve Irwin geleitet, der mit der Serie „Crocodile Hunter“ weltweit bekannt wurde. 2006 wurde er von einem Stachelrochen getötet.

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