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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.

Akw Saporischschja soll offenbar Krim versorgen

Russland will das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja offenbar an die annektierte Halbinsel Krim anschließen. Ukrainische Quellen berichten, russische Soldaten hätten bereits drei der vier Stromleitungen aus dem Kraftwerk Richtung Ukraine beschädigt. Die Anlage ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Die Invasionstruppen hatten das Kraftwerk wenige Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht.

Selenskyj will die Krim zurückerobern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, weiterhin die von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückerobern zu wollen. Der russische Krieg gegen die Ukraine und gegen das gesamte freie Europa habe mit der Krim begonnen und müsse mit der Krim enden, erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft. Anlass waren auch Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt auf der Krim, deren Auslöser unklar ist. Ob ein ukrainischer Raketenangriff dahinterstecken könnte, ist bis jetzt nicht bekannt, gilt aber als unwahrscheinlich.

Explosionen auf der Krim

Schwere Explosionen haben in den vergangenen Stunden eine wichtige russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim erschüttert. Ein Mensch sei dabei getötet worden, melden russische Agenturen. Was hinter den Explosionen steckt, ist im Moment unklar. Beobachter vermuteten eher einen Sabotageakt, weil die ukrainischen Truppen auf dem Festland mehr als 200 Kilometer entfernt sind und nach bisherigen Informationen nicht über Raketen mit einer solchen Reichweite verfügen.

Laut Russland kein Angriff Explosionen auf annektierter Halbinsel Krim

Mehrere Detonationen haben einen russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Halbinsel Krim erschüttert, ein Mensch soll ums Leben gekommen sein. Es war aber offenbar kein ukrainische…  mehr...

Nato-Erweiterung: Biden unterschreibt

Der Nato-Beitritt von Finnland und Schweden hat nun auch offiziell den Segen der USA. Präsident Joe Biden hat die Ratifizierung des Nato-Beitritts durch den US-Senat mit seiner Unterschrift bestätigt. Die beiden Länder würden „starke, zuverlässige, hochgradig fähige neue Verbündete“, indem sie die Verpflichtung zur gegenseitigen Verteidigung im transatlantischen Bündnis unter Führung der USA eingingen, sagte Biden bei der Zeremonie. Das Bündnis sei enger denn je. Alle 30 Nato-Mitgliedstaaten müssen der Aufnahme Finnlands und Schwedens zustimmen. Bundestag und Bundesrat hatten Anfang Juli den Beitritt der beiden nordischen Staaten gebilligt.

Tune in as I deliver remarks and sign the Instruments of Ratification for Finland and Sweden’s NATO Accession Protocols. https://t.co/BMDwpWN6NW

IAEA: Keine Bedrohung der nuklearen Sicherheit am Akw Saporischschja

Die Internationale Atombehörde (IAEA) sieht nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja keine unmittelbare Bedrohung der nuklearen Sicherheit. Das hat der Chef der Behörde, Rafael Grossi, in Wien gesagt. Ukrainische Behörden hätten die IAEA informiert, dass es zwar Schäden gegeben habe, die Strahlungsmessungen aber weiterhin auf normalem Niveau lägen.

Shelling incident on 6 Aug near dry spent fuel storage facility at #Zaporizhzya NPP caused damage, but available radiation measurements show normal levels at the site, #Ukraine has said. IAEA experts assessed there was no immediate threat to nuclear safety https://t.co/c0bhI85wqm https://t.co/E6XOsqHZrC

Das Akw Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig, für den Beschuss verantwortlich zu sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Vorwürfe nicht.

Scholz: Gas-Preise werden lange hoch bleiben

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geht davon aus, dass die Gas-Preise auf lange Sicht hoch bleiben werden. Unabhängig von der Situation mit Russland hätten viele Länder beschlossen, CO2-neutral zu werden und auf Übergangs-Technologien zu setzen. Dabei spiele Gas eine Rolle. Die Nachfrage nach fossilen Ressourcen werde insgesamt zunehmen, so Scholz. Und damit würden die Preise auch nicht so schnell wieder sinken.

Estland und Finnland fordern Reiseverbot für russische Touristen in der EU

Die Forderungen nach einem Reiseverbot für russische Touristen in der EU werden lauter. Die Regierungen von Estland und Finnland haben andere europäische Länder zu einem Verbot entsprechender Touristenvisa aufgefordert. Es sollte Menschen aus Russland nicht gestattet sein, in Europa Urlaub zu machen, während Russland in der Ukraine einen Krieg führt, forderten die Regierungschefinnen von Estland, Kaja Kallas, und Finnland, Sanna Marin. „Europa zu besuchen ist ein Privileg, kein Menschenrecht“, schrieb Kallas am Dienstag bei Twitter. „Es ist an der Zeit, den Tourismus aus Russland jetzt zu beenden", forderte sie in dem Tweet.

Stop issuing tourist visas to Russians. Visiting #Europe is a privilege, not a human right. Air travel from RU is shut down. It means while Schengen countries issue visas, neighbours to Russia carry the burden (FI, EE, LV – sole access points). Time to end tourism from Russia now

Einige EU-Länder geben bereits keine Visa mehr für Russen aus, darunter Lettland.

Der frühere russische Präsident und enge Verbündete des aktuellen Staatschefs Wladimir Putin, Dmitri Medwedew, wies den Tweet von Kallas am Dienstag mit einer Drohung in den sozialen Medien zurück. „Ich will sie nur an eine andere Redewendung erinnern: `Die Tatsache, dass ihr frei seid, ist nicht euer Verdienst, sondern unser Fehler.´“

In einem Interview mit der Zeitung The Washington Post vom Montag hatte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Reiseverbot für russische Touristen gefordert. Ein Reiseverbot sollte gegen alle Russen verhängt werden, auch die, die Russland verlassen hätten und gegen den Krieg seien, sagte Selenskyj nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. „Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg“, so der ukrainische Präsident.

Moskau zu Selenskyjs Reiseverbots-Forderung

Die Führung in Moskau hat die Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach einem Reiseverbot für alle Russen kritisiert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, den Preis für westliche Sanktionen würden nur die einfachen Menschen bezahlen. Selenskyj hatte in einem Interview erklärt, das Wichtigste sei, für alle Russen die Grenzen zu schließen, denn sie nähmen der Ukraine ihr Land weg. In der EU wird darüber diskutiert, die Erteilung von Touristenvisa für Russen zu erschweren oder einzustellen.

Russisches Erdöl fließt offenbar nicht mehr nach Osteuropa

Die Lieferungen von russischem Erdöl durch die Ukraine in die EU sind laut der Betreiberfirma Transneft gestoppt. Demnach fließt bereits seit Donnerstag kein Öl mehr nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei. Von ukrainischer Seite gab es dazu bislang keine Bestätigung. Nach Angaben von Transneft hängt das Ende der Lieferungen damit zusammen, dass die Ukraine im Voraus für den Öl-Transit Geld will, die russischen Zahlungen aber wegen der neuen europäischen Sanktionen zurückgewiesen wurden.

Ukraine gewährt Beobachtern Zutritt zum AKW Saporischschja

Die Ukraine erlaubt Vertretern der UN, das beschossene Atomkraftwerk Saporischschja zu kontrollieren. Bislang wollte die Ukraine den internationalen Beobachtern keinen Zutritt gewähren, aus Angst, dass sie damit die russische Besetzung des Atomkraftwerks anerkennen würde.

Kernkraftwerk (Foto: Reuters, Reuters)
Reuters

Ob Russland allerdings den Beobachtern den Zutritt erlaubt, ist noch offen. Die von Russland eingesetzte Zivilverwaltung in der Region kündigte an, man wolle die Luftabwehr rund um das Kraftwerk verstärken. In den vergangenen Tagen wurde das Kraftwerk mehrfach beschossen. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld dafür.

USA: Russland nutzt iranischen Satelliten für Ukrainekrieg

Die USA befürchten, dass Russland einen iranischen Überwachungssatelliten für den Krieg verwendet, den es für das Nahost-Land ins All gebracht hat. Die Washington Post berichtet unter Berufung auf westliche Geheimdienstvertreter, dass der iranische Satellit zunächst von Russland selbst genutzt werden würde. Der Iran dementiert dies: Kein Drittland sei in der Lage, auf die Informationen zuzugreifen.

Einige Menschen bringen eine Sojus-Rakete drei Tage vor ihrem Start zur Startrampe.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/kyodo | ---)
Mit einer Sojus-Rakete wie dieser brachte Russland vom Weltraumbahnhof Baikonur einen iranischen Überwachungssatelliten ins All (Archiv). picture alliance/dpa/kyodo | ---

Neben dem iranischen Satelliten wurden auch 16 kleinere, russische Sonden ins All befördert. Diese sollen nach eigenen Angaben sowohl die Erde aus der Ferne erkunden, als auch die Umwelt überwachen können. Erst im Juli hatte Russlands Präsident Wladimir Putin auf einer seiner seltenen Auslandsreisen den Iran besucht. Wegen der Sanktionen, die auch die eigene Raumfahrtbranche betreffen, sucht Russland nach neuen Verbündeten im Weltraum.

Russland will Luftabwehr um Atomkraftwerk stationieren

Nach mehrfachem Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja stationieren die russischen Besatzungstruppen eigenen Angaben zufolge Luftabwehrsysteme rund um die Anlage. Das sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, im russischen Staatsfernsehen.

Moskau und Kiew hatten sich in den vergangenen Tagen wiederholt gegenseitig für Angriffe auf das AKW verantwortlich gemacht. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Balizkis Angaben zufolge arbeitet das Kraftwerk derzeit normal. Die Stromleitungen und beschädigten Blöcke des Meilers seien repariert, sagte er.

USA wollen Oligarchen-Airbus beschlagnahmen

Die US-Behörden wollen ein Flugzeug des russischen Oligarchen Andrej Skotsch in Kasachstan beschlagnahmen. Wie das US-Justizministerium, das Handelsministerium und die Bundespolizei mitteilten, wurde am Montag ein Beschluss zur Beschlagnahme des Airbus A319-100 ausgestellt. Die Maschine befindet sich demnach seit Anfang März in Kasachstan und hat einen Wert von mehr als 90 Millionen Dollar (88,3 Millionen Euro).

Dem Duma-Abgeordneten Skotsch wird vorgeworfen, mit russischen Banden des „organisierten Verbrechens“ in Verbindung zu stehen. Die USA sowie die Europäische Union haben eine Reihe von Sanktionen gegen ihn verhängt. 

Schulze: Keine Euphorie wegen Getreideexporten

Nachdem erste Frachtschiffe mit Getreide aus der Ukraine ausgelaufen sind, hat Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vor zu großer Euphorie gewarnt. Der russische Präsident Putin habe schon zu oft sein Wort gebrochen, als dass man ihm vertrauen könne, sagte Schulze der Düsseldorfer Rheinischen Post und dem Bonner General-Anzeiger. Aus Berlin berichtet SWR3-Korrespondent Cai Klement:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Schulze: Keine Euphorie wegen Getreideexporten

Dauer

Gas-Notfallplan der EU tritt in Kraft

Der europäische Gas-Notfallplan ist heute in Kraft getreten. Mit dem Plan wollen sich die EU-Länder auf den Fall eines möglichen Stopps russischer Gaslieferungen vorbereiten. Er sieht vor, dass sie ihren Gasverbrauch bis März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent senken - verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der letzten fünf Jahre in diesem Zeitraum. Wie die Länder ihre Nachfrage senken, bleibt ihnen überlassen. In der Verordnung sind zahlreiche Ausnahmen vorgesehen. Falls nicht genug gespart wird, kann im nächsten Schritt ein EU-weiter Alarm mit verbindlichen Einsparzielen ausgelöst werden.

Keine radioaktive Strahlung aus AKW Saporischschja

Nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat das Bundesamt für Strahlenschutz bisher keine Hinweise auf freigesetzte Radioaktivität. Alle vorliegenden radiologischen Messwerte seien im normalen Bereich, teilte das Amt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit. Man mache sich aber Sorgen, um einen dauerhaft sicheren Betrieb des AKW. Die Atomanlage Anlage wurde in den vergangenen Tagen mehrfach beschossen. Die Ukraine und Russland geben sich gegenseitig die Schuld. Das AKW ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt.

USA verdoppeln die finanzielle Hilfe für die Ukraine

Die USA verdoppeln ihre Finanzhilfen für die Ukraine. Nach Angaben der US-Behörde für Internationale Entwicklungszusammenarbeit werden zusätzlich 4,5 Milliarden Dollar für den Haushalt des Landes zur Verfügung gestellt. Damit unterstützt die USA die ukrainische Regierung mit insgesamt 8,5 Milliarden Dollar. Das Geld ist für die wichtigsten Staatsausgaben gedacht, wie Sozialhilfe oder Unterstützung für Menschen, die innerhalb der Ukraine auf der Flucht sind.

NEWS: The 🇺🇸, through USAID in coordination with the @USTreasury, is providing an additional $4.5 billion in direct budgetary support to the Government of Ukraine 🇺🇦 to help alleviate the acute budget deficit caused by Putin’s brutal war of aggression. https://t.co/dnWEAV9eK0

Neuer Abnehmer für Mais auf der „Razoni“ gesucht

Der Getreidefrachter „Razoni“ sucht einen neuen Käufer für die 26.000 Tonnen Mais an Bord. Die ukrainische Botschaft in Beirut teilte auf Twitter mit, der ursprüngliche Käufer wolle die Ladung wegen der fünfmonatigen Verspätung nicht mehr. Ursprünglich sollte der Frachter am Sonntag in Tripoli im Libanon ankommen. Er brach seine Fahrt aber ab und liegt seit dem vor der türkischen Küste. Erst wenn es einen neuen Käufer gibt, kann der Mais entladen werden.

Putin verzichtet auf Teilnahme an UN-Vollversammlung

Der russische Präsident Wladimir Putin verzichtet in diesem Jahr auf einen Auftritt in der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Die russische Delegation werde im September von Außenminister Sergej Lawrow angeführt, steht in einem Präsidenten-Erlass. Es sei auch nicht vorgesehen, Putin per Video dazu zu schalten. Eine Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Vollversammlung ist hingegen geplant.

Erster Getreidefrachter aus Ukraine am Zielort

Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in der Ukraine ist ein Getreide-Frachtschiff von dort an einem ausländischen Ziel-Hafen angekommen. Der türkische Frachter „Polarnet“ war am Freitag in einem ukrainischen Schwarzmeerhafen gestartet. Heute legte er mit 12.000 Tonnen Mais an Bord in der Türkei an. Mehrere andere Schiffe mit Getreide aus der Ukraine sind noch unterwegs.

Erste deutsche Gepard-Panzer kommen in der Ukraine an

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben die ersten drei Gepard-Flugabwehrpanzer aus Deutschland erhalten. Sie würden zum Einsatz kommen, um wichtige Infrastruktur zu verteidigen, teilte das Militärkommando mit. Das Waffensystem kann Ziele in bis zu vier Kilometern Entfernung erreichen.

Flugabwehrpanzer „Gepard“ der Bundeswehr. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Maurizio Gambarini)
Flugabwehrpanzer „Gepard“ der Bundeswehr picture alliance/dpa | Maurizio Gambarini

Die Ukraine fordert weitere Waffenlieferungen. Bisher erhielt sie unter anderem Harpoon-Raketen aus den USA sowie Mehrfachraketenwerfer. Die ersten dieser Himars-Systeme kamen Ende Juni in der Ukraine an.

Am Mittag wurde bekannt, dass Russlands Streitkräfte nach eigenen Angaben im Süden und Osten der Ukraine 19 in den USA hergestellte Raketen abgeschossen haben, die vom Himars-System abgefeuert worden seien. Außerdem seien in der Nähe des ostukrainischen Kramatorsk mehrere Himars-Fahrzeuge zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ex-Kanzler Schröder darf vorerst in der SPD bleiben

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) darf bis auf Weiteres in der SPD bleiben. Der SPD-Unterbezirk Region Hannover hat beschlossen, Schröder habe mit seinem Engagement für russische Staatskonzerne nicht gegen die Regeln seiner Partei verstoßen, wie die Schiedskommission des Unterbezirks bekanntgab.

Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Ein Verstoß könne Schröder nicht nachgewiesen werden, entschied die Schiedskommission in erster Instanz. Gegen die Entscheidung kann aber innerhalb von zwei Wochen Berufung eingelegt werden. Mehrere Parteigliederungen der SPD hatten Schröders Ausschluss beantragt.

Schröder wird seit langem für seine Freundschaft zu Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert sowie für seine Posten in der russichen Wirtschaft. Die SPD-Spitze hatte den Altkanzler seit Kriegsausbruch gedrängt, seine Posten bei russischen Energieunternehmen abzugeben.

Russland: Betrieb von Akw Saporischschja nach Beschuss normal

Das unter Beschuss geratene ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja läuft nach russischen Angaben ohne Probleme. Das Militär und Vertreter der russischen Atomaufsicht seien vor Ort und beobachteten die Lage, hieß es. Das ukrainische Akw ist das größte in Europa und wurde zu Beginn des Krieges von Russland besetzt. Die Anlage war seit Freitag mehrfach beschossen worden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Rafael Grossi warnte vor dem Risiko einer nuklearen Katastrophe.

Further to @RafaelMGrossi statement yesterday expressing grave concern about shelling at #Zaporizhzya plant, preliminary assessment by IAEA experts: nuclear safety & security situation seemed stable w/ no immediate threat, but several of 7 pillars breached https://t.co/uaNnJPuf2W https://t.co/VZ1fa56bF0

Turbine für Nord Stream 1 noch in Deutschland

Die in Kanada gewartete Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 ist immer noch in ihrem Zwischenlager in Deutschland. Das teilte der zuständige Konzern Siemens Energy mit. Sie sei immer noch nicht an Russland ausgeliefert worden. Es gebe nach wie vor Diskussion mit dem russischen Kunden, ob die Turbine verschifft werden könne, so Vorstandschef Christian Bruch. Russland hat seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die Pipeline Nord Stream 1 gedrosselt und dies mit der fehlenden Turbine begründet. Die Bundesregierung hält das Argument für vorgeschoben.

Chinas Handel mit Russland wächst

Chinas Außenhandel mit Russland hat erneut stark zugelegt. Die chinesische Zollbehörde teilte mit, der Handel sei im Juli um etwa 37 Prozent gewachsen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders hätten die Energie-Einfuhren aus Russland zugenommen. Während sich die EU von russischen Gas- und Öl-Importen zunehmend unabhängig machen will, bezieht China den Angaben zufolge mehr Öl aus Russland als je zuvor. Der chinesischen Wirtschaft machen derzeit strikte Corona-Lockdowns und eine Immobilienkrise zu schaffen.

Erdgasspeicherung in Deutschland geht gut voran

Die Erdgasspeicherung in Deutschland macht gute Fortschritte. Die Gasspeicher in Deutschland sind schon jetzt fast so voll, wie sie eigentlich erst im September sein müssen. Obwohl aus Russland weniger Gas geliefert wird, lag der Füllstand am Samstagmorgen bei knapp 72 Prozent. Das zeigen die Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber. Allein von Freitag auf Samstag stiegen die Füllstände um 0,66 Prozentpunkte. Das war so viel wie seit Juni nicht mehr. Die neue Verordnung der Bundesregierung schreibt vor, dass die deutschen Gasspeicher bis zum 1. September zu 75 Prozent gefüllt sein müssen, zum Oktober zu 85 Prozent. Bis Anfang November sind 95 Prozent verpflichtend.

Zwei weitere Getreidefrachter haben in der Ukraine abgelegt

Von ukrainischen Schwarzmeerhäfen haben zwei weitere Getreideschiffe abgelegt. Die „Sacura“ hat 11.000 Tonnen Sojabohnen an Bord und fährt nach Italien. Die „Arizona“ ist mit knapp 49.000 Tonnen Mais in die Südtürkei unterwegs. Das hat das türkische Verteidigungsministerium in Ankara bekannt gegeben. Das erste Schiff mit ukrainischem Korn war nach monatelanger Blockade am Montag aus dem Hafen Odessa ausgelaufen und sollte in den Libanon fahren. Die Pläne wurden aber geändert. Aktuell liegt die „Razoni“ mit 26.000 Tonnen Mais an Bord vor der Türkei – neues Ziel bislang unbekannt.

The seaport Pivdennyi is already a part of the Black Sea Grain Initiative. Today the 🛳SACURA left its port, then later the 🚢 ARIZONA, which in turn left the port of Chornomorsk joined it. There are almost 60 thousand tons of cargo on their board. Let’s keep working! https://t.co/1uWRqttqYD

Belarussische Opposition sieht Widerstand gegen Ukraine-Krieg

Die Opposition in Belarus rechnet mit starkem Widerstand, falls Russland sein Nachbarland zwingt, sich voll am Krieg gegen die Ukraine zu beteiligen. Partisanen würden das sabotieren, Befehle würden verweigert oder die belarussischen Soldaten würden sich in der Ukraine ergeben. Das hat die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zwei Jahre nach der mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahl in Belarus gesagt.

Fast 90 Prozent der Menschen in Belarus seien gegen den Krieg. Machthaber Alexander Lukaschenko habe es bis heute nicht geschafft, Belarus auf Kriegskurs zu bringen, so Tichanowskaja in ihrem Exil in Litauen.

Entscheidung im SPD-Verfahren gegen Schröder erwartet

Im Parteiordnungsverfahren der SPD gegen Altkanzler Gerhard Schröder wird heute eine Entscheidung seines Heimat-Unterbezirkes Hannover erwartet. Schröder steht wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und zur russischen Energiewirtschaft in der Kritik. Im Kern geht es um die Haltung des Altkanzlers zu Russland nach der Invasion in die Ukraine im Februar. Viele SPD-Mitglieder bemängeln, Schröder habe sich nicht ausreichend von Putin und dessen Angriffskrieg distanziert.

Guterres warnt vor Atomkrieg

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, sieht nach Jahrzehnten wieder die Gefahr eines Atomkriegs. In Tokio forderte er anlässlich des 77. Jahrestages des Atombombenabwurfs von Hiroshima, die Atommächte sollten sich verpflichten, diese Waffen nicht als erste einzusetzen. Auch Angriffe auf Atomkraftwerke seien „selbstmörderisch“. Damit bezog sich Guterres auf den Beschuss des größten europäischen Atomkraftwerks in Saporischschja in der Ukraine.

Here in Japan, paper cranes symbolize the hope for a future without nuclear weapons. There is only one solution to the nuclear threat: not to have nuclear weapons at all. https://t.co/05QM9dHKNa

Heizkostenzuschuss in BW wird ab September ausbezahlt

Baden-Württemberg wird den Heizkostenzuschuss an Wohngeldempfänger ab September auszahlen. Das hat Wohnungsbauministerin Nicole Razavi (CDU) in Stuttgart bekannt gegeben. Ein-Personen-Haushalte bekommen einmalig 270 Euro, Zwei-Personen-Haushalte 350 Euro, jedes weitere Haushaltsmitglied 70 Euro. Die Landesregierung geht davon aus, dass rund 72.000 Haushalte in Baden-Württemberg davon profitieren.

In Rheinland-Pfalz wird der Heizkostenzuschuss schon seit Juni ausbezahlt. Dort geht das Geld an gut 27.000 Haushalte, in denen Wohngeld-Empfänger leben.

Länder wollen bei Gasverteilung mitreden

Mehrere Bundesländer wollen mitentscheiden, wie Gas in Deutschland verteilt wird, falls es im Winter knapp wird. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte der Zeitung Die Welt, diese Entscheidung könne man nicht allein der Bundesnetzagentur überlassen. Dazu seien die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen zu groß. Außerdem seien Kenntnisse der Länder und der regionalen Netzbetreiber in der Diskussion hilfreich.

Am Wochenende hatte die Bundesnetzagentur alle Verbraucher aufgefordert, mehr Energie zu sparen, damit Deutschland auch bei Gasknappheit durch den Winter kommt.

Getreidelieferungen aus der Ukraine kommen nur langsam voran

Die Getreidelieferung aus der Ukraine kommt nur schleppend in Gang. Zwar haben vier weitere Schiffe die Schwarzmeer-Küste verlassen. Die Ankunft des ersten Frachters im Libanon verzögert sich aber. Er sollte eigentlich am Samstag in Tripoli anlegen. Das Schiff hatte aber am Wochenende seine Fahrt unterbrochen. Seitdem liegt es vor der türkischen Küste vor Anker. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, dass Teile der Ladung wohl nach Syrien geschafft werden sollten. Die westlichen Staaten sanktionieren jedoch Lieferungen an die syrische Regierung.

Getreidefrachter aus Ukraine: Das Rätsel um die "Razoni" https://t.co/mAjEvi668U #Razoni #Getreide #Libanon #Ukraine

Wieder Schüsse auf Atomkraftwerk Saporischschja

Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist offenbar zum zweiten Mal beschossen worden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Bereits am Freitag war eine Rakete dort eingeschlagen. Dabei wurde ein Arbeiter verletzt. Saporischschja ist das größte Atomkraftwerk in Europa. Es ist von russischen Truppen besetzt, wird aber weiter von ukrainischen Kräften betrieben.

Amnesty bedauert „Verärgerung“ wegen Berichts über die Ukraine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ihre Kritik an der ukrainischen Kriegs-Taktik teilweise zurückgenommen. Amnesty bedauere Ärger, den eine Pressemitteilung über Kampftaktiken des ukrainischen Militärs hervorgerufen habe. Der Organisation sei immer wichtig, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Amnesty hatte der ukrainischen Armee vorgeworfen, sie halte sich oft in der Nähe von Zivilisten auf – und könne sie dadurch in Gefahr bringen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den Amnesty-Bericht scharf kritisiert: Die Organisation versuche damit, die Verantwortung von den russischen Angreifern auf deren Opfer zu verlagern.

Die Ukraine-Chefin von Amnesty International war nach dem umstrittenem Bericht zurückgetreten. „Wenn Sie nicht in einem Land leben, in das Besatzer einfallen, die es in Stücke reißen, verstehen Sie wahrscheinlich nicht, wie es ist, eine Armee von Verteidigern zu verurteilen“, erklärte Oksana Pokaltschuk zu dem Bericht. „Und es gibt keine Worte in irgendeiner Sprache, die dies jemandem vermitteln können, der diesen Schmerz nicht erlebt hat.

Kritik an Bericht Amnesty bedauert "Schmerz" in Kiew

Amnesty International hatte in einem Bericht der Ukraine vorgeworfen, Zivilisten gefährdet zu haben. Darauf folgte scharfe Kritik von Seiten Kiews. Die Organisation hat nun ihr Be…  mehr...

Russland hat mindestens sechs hochrangige Militärs entlassen

Nach Erkenntnissen des britischen Verteidigungsministeriums hat Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs sechs hochrangige Militärs entlassen. Grund war offenbar die schlechte Leistung der Streitkräfte zu Beginn des Einmarsches. Unter den Entlassenen ist auch General Alexander Dwornikow, der das Gesamtkommando über die Operation in der Ukraine hatte. Dazu kommen nach Geheimdienstinformationen noch zehn russische Generäle, die auf dem Schlachtfeld getötet wurden. Dies alles habe zu den taktischen und operativen Problemen des russischen Militärs in der Ukraine beigetragen, so das britische Verteidigungsministerium.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 7 August 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/Q9m6pBivU7 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/CSsurnK3iR

Ukraine: Vier weitere Getreidefrachter auf dem Weg

Vier weitere Getreidefrachter sind nach ukrainischen Angaben aus den Häfen am Schwarzen Meer ausgelaufen. Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow twitterte, insgesamt hätten die Schiffe fast 170.000 Tonnen Getreide geladen. Seit dem russischen Angriffskrieg stecken in der Ukraine Millionen Tonnen Getreide fest. Für dieses Jahr rechnen die Landwirte mit einer kleineren Ernte, weil die ertragreichsten Anbaugebiete in den Kriegsregionen liegen.

The second caravan of 🛳s have sailed from Ukrainian ports. 4 bulk carriers MUSTAFA NECATI, STAR HELENA, GLORY & RIVA WIND have almost 170,000 tons of agricultural products on board. https://t.co/foPeXMQFzA

Frachter „Razoni“ kommt später in Tripoli an

Der erste Frachter mit Getreide aus der Ukraine an Bord kommt offenbar heute doch nicht in der libanesischen Hafenstadt Tripoli an. Die Ankunft des Schiffes „Razoni“ sei verschoben, hat die ukrainische Botschaft in Beirut mitgeteilt. Die Gründe sind unklar. Ursprünglich sollte der Frachter mit 26.000 Tonnen Mais an Bord am Vormittag in Tripoli anlegen.

Ausländischer Frachter kommt in Ukraine an

Erstmals seit Kriegsbeginn ist ein ausländischer Frachter in der Ukraine angekommen, um mit Getreide beladen zu werden. Das hat das ukrainische Infrastrukturministerium mitgeteilt. Die unter der Flagge von Barbados fahrende „Fulmar S“ habe im Schwarzmeerhafen von Tschornomorsk angelegt. Das Schiff war vorher in Istanbul kontrolliert worden, wie es das Abkommen zwischen der Ukraine und Russland vorsieht.

The cargo ship FULMAR S entered the 🇺🇦 territorial waters. This is the first vessel that arrived in Ukraine for loading. Our next step is to ensure the ability of 🇺🇦 ports to handle more than 100 vessels per month. Credit: UN/Ismini Palla https://t.co/wKW53rN6Bt

Ukrainischer Agrarminister: Landwirte unter Druck

Auch wenn die Ukraine zurzeit wieder Getreide per Schiff exportiert, stehen die Bauern im Land unter starkem Druck. Vize-Agrarminister Taras Wyssozkyj sagte den Funke-Zeitungen, dieses Jahr würden wohl nur zwei Drittel des Vorjahres-Ertrags geerntet. Mindestens 20 Landwirte seien bisher ums Leben gekommen, weil sie über Minen gefahren seien. Außerdem verringere die anhaltende Trockenheit den Ertrag. Das erste Schiff mit ukrainischem Getreide seit Kriegsbeginn ist auf dem Weg in den Libanon. Die Ankunft in Tripoli verzögert sich aber.

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Radionachrichten 10. August, 6:29 Uhr - SWR3 Nachrichten

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