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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer (Foto: SWR3)

Ein Fahrrad kaufen bedeutet Abstieg in eine krasse Welt: Lieferschwierigkeiten, oft schlechte Beratung und am Ende kaum Wartungstermine. Wir geben Hoffnung und Tipps für einen einigermaßen glücklichen Bike-Kauf.

In diesem Artikel findet ihr folgende Fragen und Antworten:

Daran krankt der Fahrradmarkt seit 2020

Wer hätte vor ein paar Jahren noch gedacht, dass der Kauf eines wirklich passenden Fahrrads fast so kompliziert und risikoreich wird, wie der schnöde Hausbau. Corona hat seit zwei Jahren die Nachfrage explodieren lassen und die Lieferketten aus dem Gleichgewicht gebracht – und damit den Fahrradkauf (und die Wartung) zu einem echten, teuren Abenteuer gemacht.

In den Fahrrad-Communitys im Netz kann jeder nachlesen, dass manche Händler gerne viel verkaufen, aber danach die Kundinnen und Kunden stehen lassen – das gilt für stationäre Händler ebenso wie für Internethändler, die allerdings Bewertungen von Käufern viel mehr fürchten.

Die wichtigsten Fragen und Antworten beim Fahrradkauf

Kurz: In den letzten zwei Jahre hatte der Fahrradmarkt wirklich böse Überraschungen parat, und es ist unklar, wann sich die Hysterie wieder legt. Wenn du jetzt noch nicht abgeschreckt bist und immer noch ein Fahrrad kaufen möchtest, lies dir unseren Artikel gut durch, tappe in keine Fallen und als Warnung: Kleinere Reparaturen wie Reifen oder Bremsen wechseln solltest du dir zutrauen können – oder deinem technisch begabten Nachbarn oder der Nachbarin.

Ratgeber: Welches Fahrrad / E-Bike passt zu mir?

Ratgeber Fahrradkauf (Foto: SWR3, Stefan Scheurer privat)
Trekkingräder schaffen einfache Feld-, Wald- und Wiesenwege locker. Bergiger Schotter geht eher schlecht. Spätestens dann lohnen sich Mountainbikes (Teil des „Epic Trail“ Davos) Stefan Scheurer privat

Gegenfrage: Wo möchtest du mit dem Fahrrad unterwegs sein? Es gibt unzählige Arten von Bikes für jeden Anlass (und fast alle gibt's auch mit Motor), aber wir unterscheiden mal drei beliebte Anwendungsfälle: 

  • Das Citybike: Fährt gerne viel in der Stadt zum Einkaufen, sehr bequem auf kurzen Strecken. Man kauft es am besten mit einer Nabenschaltung, denn die ist wartungsarm (und ein Fahrrad ohne Schaltung ist in der Praxis nur etwas für Spezialisten). Aber es ist auch schwer und stundenlange Touren am Sonntagnachmittag mag es nicht, dafür gibt es:
  • Das Trekking-Fahrrad: Es ist das Allround-Fahrrad. Es kann Straßen und mag Touren. Es gehört zum Liebling der Deutschen und zwar zu Recht. Das Trekking-Bike hat komplexere (bessere) Technik als einfache City-Räder, eine Ritzel-Schaltung statt einer pflegeleichte Nabenschaltung, Scheibenbremsen und vieles mehr. Aber das bedeutet auch: Ein höherer Pflegeaufwand, der idealerweise selbst gemacht wird. Wer sich hier keine Youtube-Tutorials anschaut, muss aufwendig zum Händler, und der hat bekanntlich wenig freie Wartungstermine. Manchmal wird das Trekkingbike auch ATB genannt (All-Terrain-Bike), was aber nicht stimmt. Zu mehr als einfachen Wald- und Wiesenfeldwegen kann man nicht raten. Die meisten anderen Fahrräder sind spezialisiert, und das macht auch Sinn:
  • Das Mountainbike: Ist eigentlich ein Spezialrad, das für schroffe, teils steile und unebene kleine Bergwege gemacht ist. Vor allem gutes Marketing hat dazu geführt, dass gerade im E-Bike-Sektor kein Fahrrad beliebter ist – auch dann, wenn die meisten Hügel der Heimat nur Bodenwellen der Asphaltstraße sind. Weiter unten mehr zu diesem Sonderfall.

Und ja, es gibt noch viel mehr Spezialisten: Rennräder sind immer noch populär, sie fahren am liebsten lange asphaltierte Strecken. Und danach kommen die vielen Nischen: Gravelbikes, Klappräder, Fatbikes, Liegeräder und viele andere. Allerdings wissen die Fahrer dieser Räder meistens sehr genau, warum sie genau das wollen. In diesem Artikel bleiben wir daher eher bei den allgemeinen Optionen.

Fahrradfahrer in der Sonne (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Fahrradfahren ist viel gesünder als keinen Sport machen, und das sogar mit Motor. Stefan Scheurer

Brauche ich ein E-Bike?

Grundregel ist: Wer in der flachen Stadt oder nur überschaubare Strecken fährt, braucht kein E-Bike. Aber sie haben andere Stärken: E-Bikes erhöhen den Komfort und die Reichweite. Damit machen sie im Alltag dem Auto viel stärker Konkurrenz als Bikes ohne Motor. 

Spannend wird es also für Heavy-User, die z. B. täglich zur Arbeit wollen. Der Motor sorgt für ein schnelles, schwitzfreies Ankommen, auch, wenn ein Berg im Weg ist – und das hat sich sogar bei denen rumgesprochen, die E-Bikes ablehnen. Wer seine Kinder im Hänger transportiert kann von E-Bikes ebenfalls profitieren. Und E-Bikes sind besser für die Gesundheit als nicht Fahrrad zu fahren. 

Der Verband der Zweirad-Industrie gab bereits für 2020 an, dass fast 40 Prozent der verkauften Räder E-Bikes waren – und das, obwohl gute E-Bikes noch einmal deutlich teurer sind als normale Fahrräder. Den größten Marktanteil haben E-Bikes mit einer Kilometerbegrenzung bei 25 km/h. Es gibt auch Pedelecs (wie sie richtig heißen), die bis 45 km/h schnell fahren, sie brauchen aber bereits ein Kennzeichen.

Welcher E-Bike-Motor ist der richtige?

E-Bikes mit Motor im Hinterrad eignen sich, wenn keine steilen Anstiege in der Nähe sind. Außerdem sind sie etwas günstiger (ab 1.200 Euro), während die beliebteste Motorart der Mittelmotor ist. Der gute Schwerpunkt macht es bergtauglicher. Anfänger sollten beachten, dass man sich an die Geschwindigkeiten und die Reaktionen des E-Bikes erst gewöhnen muss, sonst liegt man schnell auf der Nase.

Touren mit der Familie: So lange keine Berge im Weg sind, machen die Kids gerne mit. (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Touren mit der Familie: So lange keine Berge im Weg sind, machen die Kids gerne mit. Stefan Scheurer

Wann sollte ich ein Fahrrad kaufen?

Die Preise fallen in der Regel ab Juli ab, wer erst im Oktober kauft, hat tolle Angebote vor der Nase. Die meisten Rabatte gibt es zwischen November und Januar – und die können dann erheblich sein. Ein Fahrrad, das es im Sommer 2021 noch für 3.000 Euro gegeben hat, kann bereits im Januar nagelneu noch für 2.000 Euro im Laden stehen, und das ist nicht einmal selten.

Was muss ich den Händler alles fragen?

Natürlich wird ein guter Händler viel beraten, vor allem zum Einsatzzweck. Aber die wichtigste Frage beim Händler bleibt natürlich: „Darf ich das da mal Probe fahren?“ Leider wird dann oft nur die Runde über den Hof erlaubt, aber besser als nichts. Und hier kommen die Fragen, die du intensiv selbst beantworten musst:

  • Wie fühlt sich das Fahrrad für mich an? Ist es bequem? 
  • Passt die Größe? Kann ich gut lenken, ohne mit den Knien anzustoßen? 
  • Kann ich es hochtragen (in meine Wohnung im 6. Stock)?

Welcher Händler ist der richtige?

In diesen Zeiten eine mehr als berechtigte Frage. Wer kann, sucht sich mindestens zwei oder drei Händler raus und lässt sich bei jedem einzeln beraten, denn es kann schnell um viel Geld gehen. Bei dieser Gelegenheit merkt man auch, wer sich noch bemüht.

Kinder brauchen Helme, leichte Fahrräder – und es muss immer Spaß machen (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Kinder brauchen Helme, leichte Fahrräder – und es muss immer Spaß machen: Gute Kinder-E-Bikes gibt es beispielsweise von Woom (ein Urgestein, wenn es um Kinderbikes geht). Preisleistungssieger und die leichtesten Kinder-E-Bikes sind allerdings Ben-E-Bikes aus SWR3-Land, die sich auf Kinder-E-Bikes spezialisiert haben – in vielen Tests sind sie Testsieger. Andere namhafte Hersteller bieten auch Kinder-E-Bikes an, aber diese sind allesamt zu schwer für den Spaß. Stefan Scheurer

Mit dem Händler sollte unbedingt darüber gesprochen werden, ob man als Kunde später auch schnell Wartungstermine bekommt. Google-Bewertungen über Händler verraten natürlich nur Einzelschicksale und Meinungen, aber trotzdem kann man sie sich mal durchlesen. Anders als bei großen Onlineshops kann man davon ausgehen, dass sie seltener gefälscht werden. Manchmal findet man auch spannende Gedanken von Nutzern.

Sollte ich ein Fahrrad im Internet kaufen?

Oft aber nicht immer sind Internet-Fahrradhändler günstiger. Der Internethandel ist beim Ablauf grundsätzlich ganz gut aufgestellt: Das Fahrrad kann daheim probegefahren und bei Nichtgefallen wieder zurückgeschickt werden. Allerdings ist das nicht nur aufwendig, sondern kann gegebenenfalls problematisch werden, gerade was Rücksendekosten oder kleine Schrammen angeht.

Wer im Netz kauft, muss das Fahrrad schon beim Auspacken gut fotografieren, um späterem Streit aus dem Weg zu gehen. Das größere, sehr praktische Problem ist allerdings, dass lokale Händler nachher die Wartung von Fahrrädern nicht gerne machen (sprich: ablehnen), wenn es nicht bei ihnen gekauft wurde. 

Tipp: Viele Internet-Händler haben oft ein großes Sortiment und Ladengeschäfte, es kann sich lohnen, wenn der Händler im Umkreis von 100 Kilometern ist, um zum günstigen Traumbike zu kommen.

Wie komme ich beim Fahrrad an einen Werkstatttermin?

Viele Händler sind überlastet und in der Praxis gibts schneller einen Termin beim Augenarzt als einen in der Fahrradwerkstatt – wenn überhaupt. Denn wer im Netz gekauft hat, kann lange suchen, ob eine Werkstatt den Service am neuen Bike macht. 2021 waren viele lebenswichtige Ersatzteile gut vier Mal so teuer wie 2019. Listenpreise? Das war mal und hat sich auch in der Nebensaison nicht ganz entspannt – also dem letzten Winter.

Ratgeber Fahrradkauf (Foto: IMAGO,  fq0-hzk)
Schnell geht nach dem Kauf beim Rad mal was schief. Die meisten Händler reparieren nur, wenn es bei ihnen gekauft wurde. Wer selbst einfache Reparaturen machen kann, ist im Vorteil. fq0-hzk

Gibt es Fallen beim Fahrrad-Gebrauchtkauf?

Das Fahrrad auf Kleinanzeigen-Plattformen zu kaufen ist keine schlechte Idee, wenn der Verkäufer in der Nähe wohnt. Denn wie beim Händler sollte man es auf jeden Fall Probe fahren. Anders als beim Auto erkennt man schneller, wenn etwas ernsthaft nicht stimmt. Es bleibt allerdings wie beim Internetkauf das Problem, dass die meisten Händler an diesem Fahrrad keine Wartung machen werden. 

Die größte Falle bei neueren Fahrrädern besteht allerdings darin, dass die meisten Fahrradhersteller ihre Garantie nur dem Erstkäufer einräumen, und das ist völlig legal. Junge Bikes, die man gebraucht kauft, haben dann zwar keine Garantie mehr, allerdings gilt in Deutschland grundsätzlich zwei Jahre Gewährleistung. Und da die Beweislast im ersten Jahr beim Händler liegt, kommt dies bei verdeckten Mängeln der Garantie sehr nahe. 

Aber Achtung: Der Verkäufer muss im Kaufvertrag die Gewährleistung des Händlers schriftlich an den Käufer abtreten! Übrigens: Auch private Verkäufer stehen ganz normal in der Gewährleistung, wenn sie nicht in der Verkaufsanzeige oder im Vertrag explizit ausgeschlossen wird. Auch beim Privatkauf einen Kaufvertrag machen!

Wer das alles beachtet, kann gebraucht auch bei neueren Modellen schöne Schnäppchen machen.

Welcher Sattel ist der richtige?

Über dieses Thema gibt es Doktorarbeiten, und das zeigt, wie komplex es ist. Einfach drauf setzen und nach Gefühl beurteilen, kann schnell problematisch werden. Weiche, breite Sattel beispielsweise eignen sich für die Stadt, aber nicht für lange Touren, denn weiche Sattel können schnell Poschmerzen verursachen. Daher haben die meisten Fahrräder mittelharte Sattel. 

Ein guter Händler checkt, ob die Sitzhöcker des Pos an der richtigen Stelle des Sattels sind. Man kann das auch alleine herausfinden, aber es ist etwas schwierig. Die meisten Fahrradsattel sind festere Allrounder, passen also schon ganz gut und müssen nicht zwangsläufig getauscht werden. Wer längere Touren mit dem Fahrrad fährt, kann sich eine Hose mit spezieller Schaumstoffeinlage kaufen (auch hier gibt es alles, von billig bis Mondpreise, denn auch darüber wurden unzählige Abhandlungen geschrieben). Übrigens: Wer öfter auf festeren Satteln fährt härtet ab, Poschmerzen nehmen dann ab.

Kinderbikes mit Heiligenschein (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Wenn die Kinder am Berg wohnen kann die Lust aufs Fahrradfahren selbst bei sportlichen Familien schnell schwinden. Am besten die Routen so wählen, dass die Kinder lange Spaß haben. Ein E-Bike für Kinder ist auch eine Alternative, aber sehr teuer. Stefan Scheurer

Gibt es Fallen beim Kauf von Kinderfahrrädern?

Gute Kinderfahrräder sind auch teuer geworden. Für den Anfang reicht den meisten Eltern allerdings ein einfaches Bike vom Kleinanzeigen-Gebrauchtmarkt, zumindest wenn man kleinere Probleme am Fahrrad selbst in den Griff bekommen kann. Wer aber mit den Kindern viel unterwegs sein will, muss sich wie bei den Erwachsenen überlegen, wo man damit rumfährt.

Hauptproblem bei Kinderrädern ist das Gewicht, und das bestimmt auch den Preis. Achtet beim ersten Kinderfahrrad schon aufs Gewicht. Die Farbe ist bei Kinderrädern außerordentlich wichtig, wie ich aus Erfahrung sagen kann.

Warum fahren so viele Kinder ohne Helm?

Nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht tragen immer noch etwa 20% der Grundschulkinder keinen Helm, allerdings ist die Quote in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Kopfverletzungen bei Fahrradfahrern gehören zu den gefährlichsten Verletzungen.

Sind E-Bikes für Kinder sinnvoll?

Das Thema ist etwa so populär wie Impfen. Man will die kleinen nicht zu schnell verwöhnen, also kein E-Bike. Hierzu ein einfaches Gedankenmodell: Fahren die Eltern ohne Motor und ist kein Berg weit und breit, dann ist die Entscheidung recht einfach. Die Kinder kommen gut ohne Motor aus. Für längere Touren brauchen sie ein leichtes Fahrrad, das schnell etwas teurer ist, ab 350 Euro aufwärts.

Haben die Eltern allerdings selbst E-Bikes und fahren oft lange Touren oder den Schwarzwald rauf und runter, sollten sie ein E-Bike auch für die Kids in Erwägung ziehen. Denn auch Kinder kommen mit einfachen Fahrrädern in bergigem Gebiet schnell an ihre Grenzen – auch an ihre Motivationsgrenze.

Mit billigen, schweren Kinderfahrrädern geht meistens gar nichts, oft sind nicht einmal die Bremsen für Berge ausgelegt. Der Mix (wie lange, wie oft, wohin man fährt) ist bei Kinderfahrrädern also mindestens genauso wichtig wie beim Erwachsenenrad. Und alles weitere zu Pro und Contra ist eine Philosophiefrage.

Gibt es gute E-Bikes für Kinder?

Die meisten Hersteller schrumpfen ihre Fahrräder klein, aber lassen einen großen Motor und Akku dran. Damit wird das Kinderfahrrad noch viel schwerer, und es leuchtet ein, dass dies keine gute Lösung ist.

Spezielle Kinder-E-Bike-Hersteller bieten heute schon Fahrräder, deren Gewicht etwa dem normaler Fahrräder entspricht. Allerdings liegen die Preise in der Liga eines guten Erwachsenen-Fahrrads, also ab 1.500 Euro aufwärts. Tipp: Auch hier lohnt ein Blick in den Kleinanzeigen-Gebrauchtmarkt, Kinder wachsen bekanntlich aus allem schnell raus.

Ratgeber Fahrradkauf (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Wer auf anspruchsvollen Wegen unterwegs ist, sollte ein Fahrtraining absolviert haben. Am besten geht es mit Guides. Viele Bike-Clubs bieten auch oft kostenlose Touren an, wie beispielsweise „Kurvenreich“ im Baden-Badener Rebland. Stefan Scheurer

Was gibt’s beim Mountainbike zu beachten?

Mountainbikes (MTBs) kann man überall fahren, auch in der Stadt. Aber in Wahrheit sind diese Fahrräder Spezialisten für’s grobe Berg-Terrain. Das bedeutet, dass ihre Disziplin dort anfängt, wo ein Waldweg in den Bergen entlang geht – vor allem aber: wo er aufhört. Verblockte oder kleine Wege sind beliebtes Gebiet für Mountainbikes. In Deutschland gibt es inzwischen viele ausgewiesene Mountainbike-Routen und im Bereich der motorisierten Fahrräder sind Mountainbikes in den Verkaufszahlen die Nummer 1.

Sind E-Mountainbikes besser als normale MTBs?

Die Mountainbikeszene besteht seit Jahren aus sehr sportlichen Fahrern. Wer 2015 mit einem E-Mountainbike rumfuhr gehörte nicht in die Community.

Ratgeber Fahrradkauf (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Mountainbikes sieht man oft in der Stadt, aber sie gehören eigentlich hier hin: Auf offiziell ausgewiesene Wege durch den bergigen Wald (Antonius-Trail Leogang). Stefan Scheurer

Das hat sich komplett gewandelt. Sogenannte Biobiker (Fahrer, die nur Muskelkraft verwenden) gibt es noch – und sie fahren gerne oft „bio“  –, aber viele von ihnen haben bereits E-Mountainbikes. Am Ende ist die Tour nach Feierabend eben größer, und der Spaßfaktor auch.

Brauche ich beim Mountainbike ein „Fully“?

Einsteiger müssen ausgerechnet bei E-MTBs viel Geld auf den Tisch legen. Und leider wird hier an der falschen Stelle gespart. Wer wirklich Berge fahren möchte, kommt um ein Bike mit Vollfederung (sog. „Fully“) nicht herum. Auch sollte die Sattelstütze per Knopf versenkbar sein. In der Stadt braucht man das nicht. Aber in den Bergen ist so etwas wichtig.

Hat man das richtig gemacht, bekommt man ab etwa 3.700 Euro ein gutes Einsteiger-EMTB. Wer nur Stadt und Tour fährt braucht kein Fully und keine versenkbare Sattelstütze – allerdings braucht's dann auch kein Mountainbike, selbst wenn die dicken Stollenreifen noch so cool aussehen.

Anfänger müssen sich darüber im klaren werden, dass Mountainbikes ein anderes Fahrradfahren ist. Es kommt mehr auf Fahrtechnik an, denn die Wege sind wurzeliger. Wer in die Alpen will, sollte davor dringend ein Fahrtechniktraining absolvieren, das zeigen alle Unfallstatistiken. Mountainbikes, die in den Bergen gefahren werden, haben ein höheres Bedürfnis nach Wartung.

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