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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer (Foto: SWR3)

Wie geht leckeres Bärlauchpesto? Lässt er sich gut einfrieren? Kann man Bärlauch roh essen? Und warum sollte man ihn auf keinen Fall mit Maiglöckchen verwechseln? Guten Appetit!

Perfekt gewappnet für die Bärlauchzeit: Wir haben alles zusammengestellt, was man für einen Bärlauch-Spaziergang braucht. Hier durchklicken!

Wie gesund ist Bärlauch wirklich?

Klar weiß jeder, dass Bärlauch irgendwie gesund ist: Viel Vitamin C und Antioxidantien sind hilfreich. Websites, die sich mit Alternativmedizin beschäftigen, behaupten allerdings, dass Bärlauch entgiftet, gegen Bluthochdruck hilft und auch sonst ein Wunderheiler ist. Die Faktenlage zum coolen Bärlauch allerdings ist am Ende sehr dünn, denn es gibt tatsächlich keine ernstzunehmenden medizinischen Studien zum Bärlauch.

Die Erkenntnisse, dass Bärlauch beispielsweise vor Magenkrebs schützt gelten derzeit als wissenschaftlich widerlegt. Als gesichert gilt in der Medizin lediglich die Beobachtung, dass Bärlauchextrakt unter bestimmten Umständen Krebszellen langsamer wachsen lässt. Genug Wissenschaft, jetzt wirds lecker:

Einfaches Bärlauchpesto selber machen

Bärlauch wie er leibt und lebt. (Foto: IMAGO, IMAGO / Panthermedia)

Bärlauch passt gut in den Kräuterquark oder aufs Butterbrot. Ein „Evergreen“ im Zusammenhang mit Bärlauch ist aber Pesto: Wenn es dunkel und kühl gelagert wird, hält es etwa 2-3 Wochen. Aber man kann das Pesto auch ganz einfach einfrieren, am besten in kleinen Portionen. Bärlauchpesto ist schnell selber gemacht und schmeckt echt lecker zu jeder Nudel.

Super Bärlauchpesto-Rezept

Einfach Bärlauch, Parmesan und Pinienkerne etwa zu gleichen Teilen zusammenmischen und mit Olivenöl auffüllen bzw. abschmecken. Wer es nicht so scharf mag, erhöht den Anteil an Parmesan. So ergibt sich beispielsweise:

  • 2 Bund frischen Bärlauch
  • 1 Esslöffel Pinienkerne
  • 60g Parmesan (es geht auch Pecorino)
  • Wer es scharf mag: etwas Knoblauch
  • 100g Olivenöl

.#Bärlauch könnt ihr vielfältig in der Küche einsetzen. 😋 Ein leckeres Pesto-#Rezept und auf welche Unterschiede ihr im Vergleich zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen achten müsst, erfahrt ihr im Artikel auf der SWR3-Webseite. pic.twitter.com/vhncLOEOc7

Kann man Bärlauch einfrieren?

Das ist dann kein Problem, wenn der Bärlauch sehr frisch ist. Ähnlich wie bei Spinat verliert man dann am wenigsten Nährstoffe beim Einfrieren. Der frische Bärlauch wird gewaschen und getrocknet, nicht blanchiert. Die Stiele kommen weg. Worin eingefroren wird, ist egal, nur luftdicht verschlossen sollte es sein. Tipp: Man wählt die Portionsgröße gerade so aus, dass man nicht wieder alles auftauen muss. Ins Essen gibt man ihn später einfach gefroren dazu.

Kann man Bärlauch roh essen?

Das ist kein Problem, allerdings sollte er vor dem Verzehr unbedingt sehr gründlich, heiß gewaschen werden. Gerade im Wald gepflückter Bärlauch könnte mit Eiern des Fuchsbandwurms befallen sein, die man so gut wegbekommt. Wer Bärlauch im eigenen Garten anbaut (fernab vom Wald), der muss sich darum in der Regel keine Gedanken machen. Wie so oft gilt beim Bärlauch: Frisch und roh hat er das beste Aroma.

Bärlauch wie er leibt und lebt. (Foto: IMAGO, IMAGO / Westend61)
Kann man roh essen, wenn man Bärlauch vorher gut wäscht.

Welche Fehler kann ich beim Sammeln von Bärlauch machen?

Bärlauch wächst gerade überall im Wald. Aber wer im Wald Bärlauch sammelt, muss unbedingt aufpassen, dass es auch wirklich Bärlauch ist. Häufige Verwechslungen treten z. B. bei Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Aaronstab auf. Bärlauch ist verwand mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch.

Unser Tipp: Bärlauch riecht ein bisschen wie Knoblauch und ist daher relativ leicht zu finden. Der Geruchstest kann allerdings auch schief gehen, wenn mehrere Pflanzen hintereinander gepflückt werden. Der Geruch bleibt manchmal an den Fingern haften und könnte so zu falschen Ergebnissen führen. Deshalb: Wenn man sich nicht sicher ist, lieber darauf verzichten. Tipps zur Unterscheidung gibt es hier.

Bärlauch sammeln: Wie viel ist erlaubt?

Ein massenhafter Ansturm auf den Bärlauch ist aber trotzdem nicht das Beste. Auf seiner Homepage erklärt der BUND Baden-Württemberg: „Das Sammeln für den Eigenbedarf ist zwar nicht verboten, laut Naturschutzgesetz dürfen die Pflanzen aber nicht ohne vernünftigen Grund geerntet werden.“ BUND-Experte Christoph Schramm erklärt weiter, dass man im Naturschutzgebiet auf keinen Fall Bärlauch pflücken sollte. Dort ist es sogar generell gesetzlich verboten, Pflanzen zu pflücken.

Vergiftung nach der Einnahme von Bärlauch?

Bärlauchblätter sehen dem Maiglöckchen sehr ähnlich. Und Maiglöckchen sind für Menschen giftig, es kann zu lebensgefährlichen Vergiftungen kommen. Symptome sind Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall. Sie können zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auftreten.

Bärlauch und Maiglöckchen (Foto: dpa/picture-alliance)
Verwechslungsgefahr bei Bärlauch und Maiglöckchen

Wie kann man Bärlauch und Maiglöckchen unterscheiden?

Unterschied Bärlauch und Maiglöckchen (Foto: SWR)
Unterschied Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose

Wer also im Wald selbst Bärlauch sammeln will, sollte über die Unterschiede Bescheid wissen: Bärlauch hat breite, ovale Blätter, die jeweils nur einen Blattstängel besitzen. Die Unterseite der Blätter ist matt.

Maiglöckchen haben zwei große Blätter, die am gleichen Stängel sitzen und in ein Hüllblatt eingerollt sind. Außerdem ist die Blattunterseite glänzend. Bärlauch wird auch öfter mit der Herbstzeitlose verwechselt. Deren Blätter sind länglich, oval und etwas härter. Wie beim Maiglöckchen wachsen mehrere Blätter aus einem Stiel. Herbstzeitlose gibt es aber selten im Wald, sondern auf Wiesen.

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