Stand
AUTOR/IN
SWR3
KÜNSTLER/IN
Chris Rea

Ich bin hier aufgewachsen. Steel River.
Ich sehe es noch vor mir. Als wär’s gestern gewesen.
Die Schiffe, oder die Brückenteile, die bis nach Sydney gingen oder San Francicso.
Und hier hab’ ich meine erste Freundin kennengelernt.
Wir waren Kinder damals und haben unsere Träume gelebt.
In den nassen Straßen haben wir uns warmgeknutscht, wenn’s kalt war.
Und wir haben uns in jede Verrücktheit geflüchtet, aus Angst vor der Realität.
Motown, Tanzen.
Carole King, unsere erste Nacht.
Die Wirklichkeit kam dann wie zehntausend Bomber.
Viele sind ums Leben gekommen, um die Stahlindustrie am Laufen zu halten.
Sie ist damals durchgekommen, und abgehauen. Erinnerung geworden.
Ich bin damals auch weg von da. Ob das Glück war oder nicht, kann ich nicht sagen.
Die Chance war gleich null. Aber eine andere hatte ich nicht.

Heute sagen sie, dass wieder Lachse im Fluss schwimmen.
Und das das ein gutes Zeichen sei. Tut weh, wenn die Wirklichkeit weggelogen wird.
Die Lachse, oder der Lachs, das bringt den Menschen dort nichts.
Die sind auf die Welt gekommen und groß geworden, um für den Stahl zu arbeiten.
Das haben sie gelernt, was anderes kennen sie nicht.
Sie haben ihr Leben lang geglaubt, dass die Industrie auch ihre Kinder ernähren würde.
Kein Wort wahr davon.

Stand
AUTOR/IN
SWR3
KÜNSTLER/IN
Chris Rea

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