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Alkohol trinken und dann Auto fahren – das ist eine der blödesten Ideen überhaupt. Und ausgerechnet der Magdeburger Kriminalrat Lemp macht das. Es rumst, es fließt Blut und dann ist auch noch jemand tot, der eigentlich schon tot war.

Kriminalrat Lemp ist ganz entzückt von einer großen Blonden. Wegen ihr ist er jetzt auch auf dieser Party in dieser Kneipe. „Ach, der Herr Polizist, auch da?“, lächelt sie ihn beim Getränkeholen an. Lemp schmilzt dahin, sie schwirrt zwar gleich wieder ab, aber er wittert seine Chance. Aber während er zur Partymukke eskaliert und den ein oder anderen Kurzen kippt, knutscht Blondie mit einem anderen.

Bildergalerie: Polizeiruf 110: Tod einer Toten

Polizeiruf 110: Tod einer Toten (Foto: MDR/filmpool fiction/Stefan Erhard)
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Frustriert wankt Lemp nach draußen, kein Handyempfang, also kann er  auch kein Taxi rufen. Was soll's. Lemp fährt los, durch einen Wald, plötzlich ein Knall, ein Schlag. Ein junger Mann sitzt auf der Straße, er blutet. Lemp will Hilfe holen, aber plötzlich ist der Mann weg.

Kein Verkehrsunfall – eine Hinrichtung!

Am Morgen danach wird Lemp zu einem Tatort gerufen. Ziemlich genau zu der Stelle, an der er den Verletzten zuletzt gesehen hat. Schon von Weitem sieht er eine zugedeckte Leiche und seine Kollegin Doreen Brasch. Waren die Verletzungen des jungen Mannes doch tödlich? Und er hatte getrunken! „Wer ist das?“, fragt er ängstlich. „Das wissen wir nicht“, sagt Brasch. „Waldarbeiter haben sie gefunden.“ „Eine Frau? Sicher?“, fragt Lemp nach. Brasch stutzt. „Alles in Ordnung?“

Die Tote im Polizeiruf ist schon einmal gestorben

Ein bisschen mehr in Ordnung als noch vor fünf Minuten. Zumindest für den Kriminalrat. Bald steht fest, die Frau, die durch eine Kugel getötet wurde, hieß Jessica Mannfeld. Also reine Formsache, dass ihr Vater sie identifiziert. Aber was sagt er, als er in der Gerichtsmedizin vor der Leiche steht? „Kann nicht sein. Meine Tochter ist gestorben, vor vier Jahren bei einem Autounfall.“ Doch der DNS-Abgleich ist eindeutig: „Das ist Jessica Mannfeld“, sagt der Assistent. „Was überhaupt nicht passt, weil sie eigentlich vor vier Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam“, ergänzt Doreen Brasch.

Alte Geschichte, neu verpackt

Ich verrate hier natürlich nicht, wie sich das Ganze auflöst. Denn in dem Moment, in dem klar ist, warum Jessica Mannfeld zweimal stirbt, ist auch ziemlich offensichtlich, wer auf sie geschossen hat. Und da liegt auch so ein bisschen das Problem bei diesem Polizeiruf. Gut, man kann das Verbrechen an sich nicht neu erfinden. Aber diese Geschichte haben wir schon zigmal gesehen. Nur eben anders verpackt. 

Brasch kann nicht nur cool und rabiat

Positiv anzumerken ist aber: Der ansonsten so spröden Hauptkommissarin Brasch, an der auch heute noch eine Titanic zerschellen könnte, hat man ein kleines Kind zur Seite gestellt. Um das muss sie sich zeitweise kümmern. Und schwupps, taut sie auf. Die „Haudraufkommissarin“ wird schon fast empathisch. Das gefällt mir persönlich. Der Rest ist solide, meist vorhersehbar, bisschen mehr Überraschung wäre für meinen Geschmack schön gewesen. Aber alles in Allem, kann man gucken.

Interview: Realitätscheck Zeugenschutzprogramm

Jürgen Fauth, Leiter der Abteilung 7 beim LKA Baden-Württemberg im Interview bei Michael Wirbitzky in der SWR3-Morningshow: Wie groß ist die Gefahr, im Zeugenschutzprogramm von den Kriminellen gefunden zu werden, wirklich?

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Highlights anhören Polizeiruf: Wie läuft das mit dem Zeugenschutz in der Realität?

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