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Michael Haas
Michael Haas (Foto: SWR3)
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Felix Stängle

Tatort-Kommissar Hölzer wird fast in einen Unfall verwickelt. Um die Verantwortlichen dranzukriegen, wendet er selbst grenzwertige Taktiken an. Hier gibt's die Kritik zum Fall.

Tatort aus Saarbrücken an diesem Wochenende! Das sind ja die beiden jungen Kommissare, die sich seit der Kindheit kennen und dunkle Geheimnisse teilen. Zum Beispiel hat einer der Väter vor Urzeiten eine Bank überfallen. Und genau mit diesem Geheimnis startet ein ebenso spannender wie ungewöhnlicher Fall, sagt SWR3-Redakteur Michael Haas.  

Tatort aus Saarbrücken: Mord durch Erschrecken?

Das illegale Geld, das können die beiden Kommissare später noch gut brauchen. Aber vorher wirds für Kommissar Leo Hölzer erstmal gefährlich. Er ist zu Fuß auf einer Straße im Wald unterwegs, als plötzlich von hinten ein Raser angeschossen kommt und Hölzer sich nur mit einem Sprung über die Leitplanke retten kann.

Schnell ruft er seine Kollegen in der Leitstelle an, aber da hört er es auch schon krachen. Ein paar hundert Meter weiter muss ein Unfall passiert sein. Als Hölzer an der Stelle ankommt, sieht er ein anderes Auto, eins mit einer älteren Frau am Steuer. Und die Frau ist tot. Hölzer ist überzeugt: der Raser ist schuld an ihrem Tod. 

Schürk und Hölzer mit verwerflichen Ermittlungstaktiken

Die Rechtsmedizin diagnostiziert dagegen eine natürliche Todesursache. Herzinfarkt beim Autofahren. Damit will sich Hölzer aber nicht zufriedengeben. Er ist sich sicher, dass der Raser die Frau zu Tode erschreckt hat. So wie er selbst sich kurz zuvor erschrocken hatte. Aber natürlich ist das wahnsinnig schwer zu beweisen. Am besten wäre, wenn der Raser gestehen würde. Oder verraten würde. Denn Hölzer hat noch andere Personen im Raser-Auto gesehen. Und tatsächlich ergeben die Ermittlungen, dass in dem geklauten Pickup-Wagen vier junge Leute saßen. Zwei Pärchen, allesamt notorische Spieler. 

Deswegen leiht sich Hölzer bei seinem Freund und Kollegen hunderttausend Euro aus der Beute, macht die vier ausfindig und versucht sich mit dem geklauten Geld in die Spieler-Bande einzukaufen.

Und damit geht ein irres Spiel los: Die fünf gehen eine Wette nach der anderen ein, mit horrenden Einsätzen und Spielereien, die an die Nerven gehen. Körperlich und seelisch.

Tatort-Kritik Saarbrücken „Der Fluch des Geldes“: Kommissar Hölzer kniet neben einem verunfallten Auto neben einer alten Frau (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SR / Manuela Meyer)
Hauptkommissar Leo Hölzer als Erster am Unfallort. Bild in Detailansicht öffnen
Tatort-Kritik Saarbrücken „Der Fluch des Geldes“: Die beiden Kommissare vor dem Unfallwagen (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SR / Manuela Meyer)
Hauptkommissar Leo Hölzer sagt seinem Kollegen Hauptkommissar Adam Schürk, dass er nicht an einen Unfall glaubt. Bild in Detailansicht öffnen
Tatort-Kritik Saarbrücken „Der Fluch des Geldes“: Leo Hölzer an der Kasse in einem Casino (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SR / Manuela Meyer)
Hauptkommissar Leo Hölzer ermittelt auf eigene Faust. Die erste Spur führt ihn ins Spielcasino. Bild in Detailansicht öffnen
Tatort-Kritik Saarbrücken „Der Fluch des Geldes“: Leo Hölzer auf einem Stuhl während ein Mann ihn angreift  (Foto: ard-foto s2-intern/extern, SR)
Gefährliches Spiel: Taleb Hamsa geht auf Hauptkommissar Leo Hölzer los. Bild in Detailansicht öffnen

SWR3 Tatort-Kritik: Glaubwürdig und echt!

Genau das ist ein wunderbarer Twist, der den Tatort so absolut sehenswert macht. Der Kommissar, der bei den Bösen mitspielt, um rauszufinden, wer genau die alte Frau auf dem Gewissen hat. 

Dabei lebt dieser Tatort besonders von den hervorragenden Darstellern der vier Spieler. Top Schauspiel, geerdet, glaubwürdig, echt. 

Schade nur, dass der Kommissar für den Zuschauer manchmal irrational handelt, und deshalb hin und wieder etwas seltsam wirkt. Da hat die Umsetzung oder das Drehbuch leichte Schwächen

Dem Krimi als Ganzes tut das aber so gut wie keinen Abbruch. Das ist ein hervorragend gefilmter Tatort mit einer unverbrauchten Story, super Drehorten (Stichwort Lost Places) und sogar mit tiefen Gefühlen. Spannend, intensiv, und sehr gut! Vier von fünf Elchen!

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Michael Haas (Foto: SWR3)
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