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Brigitte Egelhaaf (Foto: SWR3)
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Tamara Trunk (Foto: privat)

Chef im Türsteherbusiness zu sein, ist ein ziemlich lukrativer Job. Da stört es gewaltig, wenn plötzlich ein anderer die gleiche Geschäftsidee hat. Vom Sparkurs bei der Polizei profitiert in Ludwigshafen ein dubioser Geschäftsmann. Er bietet Schutz und Sicherheit an. Sein erfolgreiches Konzept: Gewalt!

Der Sandmann, der ein Autoposer war

Ein Ferrari steht an einer Ampel. Der Fahrer gibt immer wieder Gas, der Auspuff röhrt. Wenig später ist der Ferrari verschollen, der Besitzer tot. Eine Baggerschaufel fördert ihn aus einem riesigen Sandhaufen zutage. Aus der Schaufel sieht man eine Jeanshose mit Schuhen daran hängen.

Der Baggerfahrer ist verständlicherweise leicht irritiert, die Identität des Opfers schnell geklärt. Timur Kerala, Besitzer des Clap-Clubs und Neueinsteiger in der Türsteherszene.

Die „Unterwelt“ braucht keine Polizei

Und jetzt wird’s politisch. Weil es wegen zu wenig Geld zu wenig Polizei gibt, weil die öffentlichen Mittel für die Sicherheit zu knapp sind, sorgt die Türsteherszene zunehmend für vermeintliche Sicherheit in Ludwigshafen.

Gerhard „Garry“ Arentzen, heißt der Türsteher-Boss. Er zählt Prominente, Wirtschaftsunternehmen oder auch Juweliere zu seinen Kunden. Und er hält nicht viel von der regulären Polizei, wie er Lena Odenthal erklärt:

Die Straße, wie Sie die Unterwelt zu bezeichnen pflegen, regelt sich von selbst. Sie und ihre Kollegen sollten sich da wirklich raushalten!

Gerhard Arentzen in „Unter Wölfen“

„Immer feste in die Fresse!“

Sicherheits-Subunternehmer wie Arentzen haben auch ihre ganz eigenen Methoden. „Immer feste in die Fresse“, stellt Lena Odenthal fest und Arentzen erwidert: „Das ist ein sehr wirksames Mittel in unseren Kreisen. Schön, dass Sie das verstanden haben, Frau Odenthal.“

Die Türsteherszene trifft sich natürlich im Boxclub und hält sich selbst spezielle, überaus bissige Türsteher. Lothar heißt der Rottweiler vom Chef und die einzige die Lothar bändigen kann, ist natürlich Lena Odenthal. „Aus, sitz und Platz“ – kein Thema. Sogar ein Rottweiler fügt sich der Autorität der Ludwigshafener Kommissarin.

Tatort Szenenbilder (Foto: SWR, Patricia Neligan)
Ungewöhnliche Ladung für einen Bagger: Die Schaufel greift eine Leiche aus dem Schutt. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Mit Hilfe ihres Kollegen Stefano Mazza (Roberto Guerra) vom Drogendezernat beobachten Johanna und Lena das Nachtleben und die Drogengeschäfte. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Daphne Kerala (Annika Blendl), die Ex-Frau des erschlagenen Clubbetreibers, kann Johanna Stern und Lena Odenthal angeblich überhaupt nichts über die gefährlichen Geschäfte ihres Ex-Mannes berichten. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Die Spuren führen zu Gerhard Arentzen (Thure Riefenstein, rechts). Er leitet seine Securityfirma von einem alten Eisenbahnwaggon aus, immer bewacht von seinem Bodyguard Abadin Hamdan (Maurizio Delfino). Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Johanna Stern (Lisa Bitter) inspiziert den Tatort. Die Kripo hat einen neuen Fall und Johanna Stern wird an den Fundort gerufen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen verspätet sie sich etwas. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Kann Gerhard Arentzen Lena Odenthal davon überzeugen, dass seine Praktiken keineswegs so dubios sind wie sie denkt? Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
„Keep Clean Security“ hat Gerhard Arentzen seine Firma genannt, mit der er für offizielle Stellen genauso tätig ist wie in der eher dunklen Türsteherszene. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Lena (Ulrike Folkerts) ist nicht gut gelaunt und lässt es an Johanna (Lisa Bitter, links) aus, die verspätet zum Fundort der Leiche kommt, wo Becker schon mitten in der Untersuchung der Spuren ist. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Lena Odenthal ist entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen und ermittelt konsequent weiter. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Lena und Johanna haben ein Video sichergestellt, das erklärt, woher die guten Beziehungen ihres Hauptverdächtigen kommen. Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen

„Ich bin nicht Ihre Suleika!“

Natürlich legt Lena sich im Alleingang mit der Türsteherszene an. Mangelndem Respekt eines Türsteherchef-Bodyguards entgegnet sie: „Ich bin nicht Ihre Suleika. Ich bin Polizeibeamtin. Ist das klar?“

Westerngleich ist dann der Showdown. Ohne zu viel zu verraten. Aber die Kommissarin will mit allen Mitteln, mal wieder allein, für Gerechtigkeit und die Einhaltung des Gesetzes kämpfen.    

Politik und Paranoia

Mein Fazit: Die Sparzwänge bei der Polizei und Kriminelle, die mit ihrer ganz eigenen Sicherheitsphilosophie für Recht und Ordnung sorgen, sind ganz sicher ein aktuelles Thema. Gute Idee, das mal aufzugreifen. Aber diese Mischung aus politischem Background und ja, fast schon paranoider Superwoman, die funktioniert nach meinem Geschmack gar nicht. Da bleibt, finde ich, neben der Glaubwürdigkeit leider auch die Spannung auf der Strecke.

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